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17.03.17

SAF-HOLLAND: Umsatz 2016 leicht unter Vorjahresniveau

Bereinigte EBIT-Marge 2016 mit 8,7% in der oberen Hälfte der geplanten Bandbreite von 8 bis 9%

Der Zulieferer für die Trailer-, Truck- und Busindustrie SAF-HOLLAND S.A. hat seine Ziele für das Geschäftsjahr 2016 erreicht. Obwohl sich die weltweiten Nutzfahrzeugmärkte weitgehend rückläufig zeigten, konnte SAF-HOLLAND den Konzernumsatz 2016 mit 1.052,9 Mio. Euro organisch - das heißt ohne Berücksichtigung negativer Währungskurseffekte in Höhe von 12,7 Mio. Euro und ohne den Umsatzbeitrag aus dem Zukauf von KLL - nahezu konstant halten. Hier ist zu berücksichtigen, dass die Produktlinie AerWay, die 2015 noch rund 6,8 Mio. Euro zum Umsatz beigetragen hatte, zum Jahresende 2015 veräußert worden war. Der zugekaufte Federungsspezialist KLL, Brasilien, trug ab dem vierten Quartal 2016 1,8 Mio. Euro zum Konzernumsatz bei. Die stabile Geschäftsentwicklung im Jahr 2016 war wesentlich auf die Region EMEA/Indien zurückzuführen, die den Umsatz um 5,3% auf 568,8 Mio. Euro (Vj. 540,0) steigerte (währungsbereinigt: +6,3%). In der Region APAC/China blieb der Umsatz 2016 annähernd stabil bei 70,9 Mio. Euro (Vj. 71,3) (währungsbereinigt: +3,1%). Damit konnte die ausgeprägte Schwäche der Truck- und Trailermärkte in Nordamerika und Brasilien weitgehend kompensiert werden. SAF-HOLLAND verzeichnete 2016 in der Berichtsregion Amerika einen Umsatzrückgang von 10,5% auf 402,3 Mio. Euro (Vj. 449,4) (organisch: -8,5%), schnitt damit aber deutlich besser ab als der Gesamtmarkt.

Bereinigte EBIT-Marge im Geschäftsjahr 2016 mit 8,7% im Zielkorridor
Das operative Ergebnis blieb im abgelaufenen Geschäftsjahr auf hohem Niveau. Trotz des leicht rückläufigen Umsatzes und einmaliger Transaktionskosten in Höhe von insgesamt 4,1 Mio. Euro für das schließlich zurückgezogene Übernahmeangebot für den schwedischen Bremssystemhersteller Haldex sowie die mehrheitliche Übernahme von KLL lag das betriebliche Ergebnis mit 76,3 Mio. Euro (Vj. 79,3) nur wenig unter dem Vorjahr. Dies resultierte aus einer spürbar verbesserten Bruttomarge, die sich in Folge von Einspareffekten aus der Werkskonsolidierung in Europa, Effizienzsteigerungen im Fertigungsverbund sowie Kostensenkungseffekten durch die verstärkte Bündelung der Einkaufsaktivitäten im Konzern um 70 Basispunkte auf 19,8% (Vj. 19,1%) erhöhte, obwohl in China Sonderabschreibungen auf Vorräte und Gewährleistungen in Höhe von insgesamt 1,6 Mio. Euro anfielen.

Das um die Sondereffekte aus der Kaufpreisallokation sowie Restrukturierungs- und Transaktionskosten bereinigte EBIT fiel 2016 um 3,8% niedriger aus und erreichte 90,4 Mio. Euro (Vj. 94,0). Die bereinigte EBIT-Marge von 8,7% (Vj. 8,9%) lag damit planmäßig in der oberen Hälfte des angepeilten Margenkorridors von 8 bis 9%.

Finanzergebnis schwächer aufgrund höheren Zinsaufwands und geänderter Bilanzierung von Kursgewinnen
Das Finanzergebnis blieb mit -13,5 Mio. Euro (Vj. -4,0) deutlich hinter dem Vorjahreswert zurück. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte der geänderte Ausweis der unrealisierten Kursgewinne bzw. -verluste aus der Bewertung der Intercompany- Fremdwährungsdarlehen, die seit Beginn des Geschäftsjahres 2016 als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb behandelt und entsprechend erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst wurden. Während im Vorjahr saldiert noch unrealisierte Kursgewinne in Höhe von 6,8 Mio. Euro anfielen, ergaben sich in 2016 aus dieser Position keine nennenswerten Effekte mehr. Daneben erhöhte sich der saldierte Zinsaufwand auf -11,7 Mio. Euro (Vj. -8,8), vor allem in Folge der Begebung von Schuldscheindarlehen, mit der SAF-HOLLAND bereits im Vorjahr die Finanzierungsgrundlage für die im Rahmen der Strategie 2020 geplanten Akquisitionen geschaffen hatte. Aus der Veräußerung der im Vorfeld des Übernameangebots für Haldex erworbenen Haldex-Aktien ergab sich im Gesamtjahr ein Gewinn von 5,7 Mio. Euro, dem allerdings Aufwendungen für die Währungsabsicherung der geplanten Transaktion in Höhe von 5,1 Mio. Euro gegenüberstanden.

Periodenergebnis bei 43,5 Mio. Euro
In Folge des schwächeren Finanzergebnisses fiel der Rückgang des Periodenergebnisses mit 15,9% auf 43,5 Mio. Euro (Vj. 51,7) im Geschäftsjahr 2016 prozentual stärker aus als der Rückgang des betrieblichen Ergebnisses. Hier sind zum einen die transaktions-bedingten Aufwendungen des Geschäftsjahrs 2016 sowie die im Vorjahr enthaltenen nicht zahlungswirksamen Kursgewinne aus der Bewertung von Intercompany-Fremdwährungsdarlehen zu berücksichtigen. Ohne diese beiden Effekte lag das Periodenergebnis auf vergleichbarer Basis nur leicht unter Vorjahr.

Viertes Quartal 2016 wieder mit steigendem Umsatz
Im vierten Quartal erwirtschaftete SAF-HOLLAND trotz der nochmals schwächeren Kundennachfrage in Nordamerika erstmals im Geschäftsjahr wieder ein Umsatzplus von 3,9% auf 252,6 Mio. Euro (Vj. 243,2). Neben der weiter soliden Nachfrage in der Region EMEA/Indien war dies unter anderem auf ein in Folge der Einführung neuer gesetzlicher Vorgaben für das Gewicht und die Länge von Truck- und Trailerkombinationen anziehendes China-Geschäft zurückzuführen. Das bereinigte EBIT des vierten Quartals betrug 19,8 Mio. Euro (Vj. 20,4). Das im Quartalsvergleich etwas niedrigere bereinigte EBIT ist auf die im Vorjahr enthaltenen sonstigen Erträge von 1,4 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem Verkauf der Produktlinie AerWay zurückzuführen während im Schlussquartal 2016 0,7 Mio. Euro an Sonderaufwand für Abschreibungen und Gewährleistung in China gebucht wurden.

Free Cashflow auf knapp 68 Mio. Euro annähernd verdoppelt
In Folge des verbesserten Working-Capital-Managements und im Vorjahresvergleich niedrigerer Investitionen verbesserte sich der Free Cashflow deutlich und erreichte 67,7 Mio. Euro (Vj. 35,0). Trotz der höheren Dividendenausschüttung für 2015 und der Zahlung des Kaufpreises für KLL konnte die Nettoverschuldung um 25,3 Mio. Euro auf 97,1 Mio. Euro zurückgeführt werden.

Dividende soll um 10% auf 0,44 Euro steigen
Angesichts der soliden Geschäftsentwicklung und unter Umsetzung der Dividendenpolitik des Unternehmens, in der Regel zwischen 40 und 50% des verfügbaren Nettoergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, schlägt das Board of Directors der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2016 eine um 10,0% erhöhte Dividende von 0,44 Euro je Aktie (Vj. 0,40) vor. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von rund 20,0 Mio. Euro (Vj. 18,1) bzw. einer Ausschüttungsquote von 46,4% (Vj. 38,6%) des verfügbaren Nettoergebnisses.

Prognose für 2017: Weiterhin solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung
Für 2017 erwartet SAF-HOLLAND in wichtigen Märkten, vor allem für Nordamerika und Brasilien, ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld, das sich erst in der zweiten Jahreshälfte verbessern dürfte. Gestützt auf die erwartete solide Marktentwicklung in Gesamteuropa, Marktanteilsgewinne und das Anlaufen wichtiger Großaufträge, geht das Unternehmen davon aus, im Geschäftsjahr 2017 einen Konzernumsatz in der Spanne von 1.060 bis 1.090 Mio. Euro erreichen zu können. Diese Prognose basiert auf der Annahme eines unveränderten Konsolidierungskreises und konstanter Wechselkurse. Die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge soll 2017 erneut in einer Bandbreite von 8 bis 9% liegen, wobei aus heutiger Sicht, unter Berücksichtigung der Vorleistungen für die Umsetzung der Strategie 2020, tendenziell die Mitte der Bandbreite zu erwarten ist. SAF-HOLLAND verfügt aktuell über rund 344,6 Mio. Euro an liquiden Mitteln für Übernahmen. Zusätzliche Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus Akquisitionen, die während des Jahres getätigt werden könnten, sind in der aktuellen Unternehmensprognose noch nicht enthalten.

Wie berichtet, konsolidiert SAF-HOLLAND 2017 den nordamerikanischen Werksverbund und optimiert die Aufstellung unter logistischen Gesichtspunkten. Die Maßnahmen sind bereits angelaufen. Insgesamt werden einmalige Restrukturierungskosten von bis zu 10 Mio. U.S. Dollar erwartet, die im Wesentlichen Umzugskosten, Wertberichtigungen auf Anlagen sowie Abfindungszahlungen umfassen. Der überwiegende Teil dieser Aufwendungen wird im Geschäftsjahr 2017 verbucht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei der zentralen Steuerungsgröße des Konzerns - dem bereinigten EBIT - Aufwendungen aus Restrukturierung entsprechend bereinigt werden. Nach erfolgtem Abschluss der Umstrukturierungsmaßnahmen erwartet der Konzern eine Verringerung der direkten Kostenbasis in Nordamerika im mittleren einstelligen Millionen U.S. Dollar-Bereich jährlich.


Hinweis: Das adjustierte EBIT wird um Sondereffekte bereinigt, die nicht ursächlich dem operativen Geschäft zuzuordnen sind, im Wesentlichen Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation und der Wertaufholung von immateriellen Vermögenswerten aus den Werthaltigkeitstests sowie einmalige Restrukturierungs- und Integrationskosten bzw. Transaktionskosten.


http://www.fixed-income.org/
   (Foto: Scheibenbremse © SAF-HOLLAND)


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