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11.10.17

„Allein aus dem Cashflow der bestehenden Anlagen könnten wir den Kupon der neuen Anleihe in voller Höhe bedienen“, Georg Hotar und Clemens Wohlmuth, Photon Energy N.V.

Die Photon Energy N.V., ein Betreiber von Solarkraftwerken, emittiert eine Anleihe im Volumen von bis zu 30 Mio. Euro, einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Kupon von 7,750%. Inhaber der Photon Energy-Anleihe 2013/18 können ihre Anleihe in die neue Anleihe tauschen und erhalten hierfür einen einmaligen Bonus von 1,750%. Mit den Mitteln aus der Anleiheemission möchte Photon Energy das Portfolio an Solarkraftwerken in Australien und Ungarn erweitern. Im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutern CEO Georg Hotar und CFO Clemens Wohlmuth ihre Strategie.

BOND MAGAZINE: In welchen Bereichen ist Photon Energy tätig?

Hotar: Wir sind ein Stromproduzent, der den gesamten Lebenszyklus im Bereich Stromproduktion abdeckt, von der Projektentwicklung und -planung bis zur Betriebsführung. Wir betreiben ein Portfolio von Solarkraftwerken mit einer Kapazität von insgesamt 25,6 MWp in Europa und Australien.

BOND MAGAZINE: Wie möchten Sie die Mittel aus der Anleiheemission verwenden?

Wohlmuth: Wir planen die Emission einer 5-jährigen Anleihe im Volumen von bis zu 30 Mio. Euro und einem Kupon von 7,750% bei quartalsweiser Zinszahlung. Die Mittel aus der Anleiheemission sollen zur Refinanzierung der ausstehenden 2013/18-Anleihe verwendet werden (ISIN DE000A1HELE2). Die Anleihe 2013/18 hat ein Volumen von 10,6 Mio. Euro und wird am 12.03.2018 fällig. Über die neue Anleihe sollen außerdem Mittel für die geplante Erweiterung des Portfolios an Solarkraftwerken in Australien und Ungarn eingenommen werden. In Australien planen wir große Freiflächenanlagen für das eigene Portfolio, wobei zur Zeit zwei Projekte mit einer Kapazität von insgesamt 47,6 MWp zur Umsetzung anstehen. In Ungarn haben wir derzeit Projekte mit einem Volumen von 11,3 MWp in Planung. Zielsetzung ist aber bis 2020 ungefähr50 MWp für unser Portfolio zu bauen.

BOND MAGAZINE: Wie wird die Anleiheemission ablaufen?

Wohlmuth: Inhaber unserer Anleihe 2013/18 können ihre Anleihen im Verhältnis 1:1 in die neue Anleihe 2017/22 tauschen und erhalten hierfür einen Bonus von einmalig 1,75%. Die Umtauschfrist läuft noch bis 20. Oktober. Das öffentliche Angebot erfolgt in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Anleger können die neue Anleihe bis 24. Oktober 2017 über die Zeichnungsbox der Börse Frankfurt via Börsenorder oder über ihre Bank zeichnen (ISIN DE000A19MFH4).

BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie die neue Anleihe im Jahr 2022 zurückzahlen?

Wohlmuth: Bei einer Vollplatzierung der 30 Mio. Euro stehen uns nach Rückzahlung der Anleihe 2013/18 und Emissionskosten netto rund 18,3 Mio. Euro für Neuinvestitionen zur Verfügung. Durch den freien Cashflow aus unseren bestehenden und neu zu errichtenden Solaranlagen erzielen wir einen Cashflow, mit dem wir einen wesentlichen Teil der Anleihe zurückführen können. Auf unseren tschechischen und slowakischen Anlagen werden wir 2023 bzw. 2024 kein weiteres Fremdkapital von Banken mehr haben. Die Anlagen erzielen dann aber immer noch Cashflows, die deutlich höher sind als das Anleihevolumen. Unser präferiertes Szenario ist, diese Solaranlagen dann über Banken zu refinanzieren. Wir können uns natürlich aber auch vorstellen, am Kapitalmarkt zu bleiben und eine neue Anleihe zu emittieren. Unsere Bankverbindlichkeiten sind dann deutlich zurückgeführt und die Cashflows der Jahre 2023 bis 2030 werden höher sein als das dann benötigte Kapital. Es gäbe noch eine weitere Möglichkeit, die wir aber nur ungern machen würden: Wir könnten einzelne Solarkraftwerke aus unserem Portfolio verkaufen. Denn 2022 wird der Eigenkapitalwert des Portfolios das Anleihevolumen ebenfalls deutlich übertreffen. Aber wir möchten betonen, dass wir dies nur im Notfall tun würden.

Hotar: Wir wollen Assets aggregieren und nicht verkaufen.

BOND MAGAZINE: Welchen Cashflow erzielen Sie derzeit aus Ihren bestehenden Solarparks in Tschechien und der Slowakei?

Wohlmuth: Aus dem bestehenden Portfolio in Tschechien, der Slowakei und Australien mit 25,6 MWp erzielen wir einen jährlichen freien Cashflow von 2,34 Mio. Euro. Allein aus dem Cashflow der bestehenden Anlagen könnten wir den Kupon der neuen Anleihe in voller Höhe bedienen.

BOND MAGAZINE: Wie sind die Einspeisevergütungen in Tschechien, der Slowakei, in Ungarn und Australien genau geregelt und wie hoch sind diese?

Hotar: In Tschechien bekommen wir für unsere 2009 und 2010 angeschlossenen Anlagen für 20 Jahre, also bis 2029 beziehungsweise 2030, eine Einspeisevergütung von derzeit ca. 57 beziehungsweise 53 Eurocent pro kWh. Dieser Betrag ist zusätzlich jährlich mit ca. 2% indexiert. Von diesem Betrag wird allerdings eine Solarabgabe von 10% von den Energieversorgern einbehalten.

In der Slowakei bekommen wir für unsere 2010 und 2011 angeschlossenen Anlagen für 15 Jahre, also bis 2025 beziehungsweise 2026, eine Einspeisevergütung von ca. 42,5 beziehungsweise 38 Eurocent pro kWh. Aufgrund der geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen haben wir in diesen Ländern danach keine neuen Anlagen mehr gebaut.

Mit den sogenannten KAT-Lizenzen bietet Ungarn staatlich garantierte Stromabnahmeverträge zu einem Fixpreis von ca. 10 Eurocent pro kWh für einen Zeitraum von 25 Jahren. Damit Anlagenbetreiber von diesen Preisen profitieren können, müssen die Anlagen allerdings spätestens drei Jahre nach Lizenzbeantragung an das Netz angeschlossen werden. Später genehmigte Anlagen bekommen unter dem sogenannten METAR-System die gleichen Preise, allerdings für einen kürzeren Zeitraum von nur mehr 13 Jahren. Es ist also wichtig für uns so rasch wie möglich in Ungarn Anlagen zu bauen und anzuschließen.

In Australien herrscht heute bereits Grid-parity, das heißt Strom aus Photovoltaikanlagen konkurriert am freien Markt mit anderen Energiequellen. Neben den am Markt erzielten Strompreisen erhält man bei der Erzeugung von erneuerbarer Energie Grüne Zertifikate, die ebenfalls am Markt gehandelt werden können. Momentan beträgt der durchschnittliche Großhandelsstrompreis in Australien ca 50 Australische Dollar pro MWh. Die Zertifikate werden zu ca. 75 bis 80 Dollar gehandelt. Man kann natürlich auch mit Energieversorgern oder Kommunen langfristige Stromabnahmeverträge abschließen, um das Preisrisiko in der Zukunft auszuschließen.

BOND MAGAZINE: In einigen europäischen Ländern wie z.B. Spanien wurden die Einspeisevergütungen nachträglich verringert. Wie ist es nach Ihrer Einschätzung um den Investorenschutz in Tschechien, der Slowakei, in Ungarn und Australien bestellt und kann man sich vor solchen Kürzungen schützen?

Hotar: In Tschechien haben wir das leider am eigenen Leib erfahren. Als wir unsere Anlagen gebaut haben, hat die damalige tschechische Regierung nachträglich eine Abgabe von 26% auf den Umsatz für drei Jahre eingeführt, die danach auf 10% reduziert und verlängert wurde. Das war damals nicht einfach, aber wir haben das verkraftet. In der Slowakei gab es ebenfalls Maßnahmen, die allerdings dann vom Obersten Gericht für unrecht erklärt wurden.

Deshalb haben wir uns mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt und uns in der Vergangenheit auch gegen Investitionen in einigen Ländern wie Rumänien, Bulgarien und der Türkei entschieden. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass neben der genauen Analyse der politischen Länderrisiken, eine der Schutzmöglichkeiten die bilateralen internationalen Investitionsschutzabkommen sind. Deshalb strukturieren wir alle unsere Investitionen künftig aus der Schweiz, die mit Ungarn, aber auch mit Tschechien und der Slowakei starke Abkommen hat. Im Ernstfall kann man dann vor ein internationales Schiedsgericht gehen und ist einer nationalen Willkür nicht gänzlich ausgeliefert.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, http://www.fixed-income.org/   (Foto: Georg Hotar © Photon Energy N.V.)



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