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13.11.20

„Unsere Bilanz hat sich in den letzten zwei Jahren bei allen Kennzahlen deutlich verbessert“, Fritz Homann, Homann Holzwerkstoffe GmbH

Die Homann Holzwerkstoffe GmbH konnte trotz eines coronabedingten leichten Umsatzrückgangs das operative EBITDA mit 35 Mio. Euro in den ersten neun Monaten stabil halten. Zurzeit plant die Gesellschaft ein viertes Werk in Litauen, das vermutlich im zweiten Halbjahr 2022 die Produktion aufnehmen kann. Im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert Geschäftsführer Fritz Homann die Hintergründe.

BOND MAGAZINE: Wie ist Ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und welchen Einfluss hatte die Covid-19-Pandemie im ersten Halbjahr?

Homann: Wir haben im April und Mai aufgrund des Lockdowns nur etwa die Hälfte des Umsatzes erzielt. Dieser Umsatz fehlt uns im Gesamtjahr. Da unsere Werke voll ausgelastet sind und wir bereits an der Kapazitätsgrenze 7 Tage pro Woche, 24 Stunden am Tag, produzieren, können wir den Umsatz nicht mehr reinholen. Im Gesamtjahr 2020 dürften die Erlöse damit um ca. 8 bis 10% unter dem Vorjahresniveau liegen.

BOND MAGAZINE: Trotz des Umsatzrückgangs um 8% auf 191 Mio. Euro nach neun Monaten konnten Sie das operative EBITDA mit 35 Mio. Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres halten. Woran liegt das?

Homann: Wir planen auch für das Gesamtjahr ein Ergebnis etwa auf Vorjahresniveau. Das liegt daran, dass die Rohstoffpreise rückläufig waren. Aufgrund der starken Auftragslage konnten wir auch im Juni und Juli, das sind eigentlich schwächere Monate, voll produzieren.

BOND MAGAZINE: Ihr Rating wurde mit BB- bestätigt. Welche Punkte hat die Ratingagentur hervorgehoben?

Homann: Die Ratingnote wurde bestätigt, der Ausblick aber von „watch“ auf „stabil“ genommen, was in der heutigen Zeit eher ungewöhnlich ist. Das hat sicher damit zu tun, dass wir in den letzten Jahren gut vorangekommen sind. Wir konnten unsere Verschuldung deutlich reduzieren, die Bilanzstruktur verbessern und Liquidität generieren. Unsere Bilanz hat sich in den letzten zwei Jahren bei allen Kennzahlen deutlich verbessert. Wir haben beispielsweise einen deutlich verringerten Leverage (Nettoschulden/EBITDA von 2,4x).

BOND MAGAZINE: Sie planen ein neues Werk in Litauen, das macht Sinn, wenn Ihre anderen Werke zu 100% ausgelastet sind. Wie ist der Zeitplan für den Aufbau des neuen Werkes?

Homann: Wir haben vor kurzem ein Grundstück mit einer Fläche von 77 ha in der Nähe von Vilnius erworben. Darauf können wir unser Werk errichten und einen Industriepark entwickeln. Wir wollen also nur einen Teil selbst nutzen. Auf dem Grundstück war zu Sojwet-Zeiten eine Großgärtnerei, in der Gurken und Tomaten angebaut wurden. Daher ist eine gewisse Infrastruktur vorhanden. Wir beginnen jetzt mit der Genehmigungsplanung.

BOND MAGAZINE: Wie lange wird es dauern, bis Sie die Genehmigung haben werden?

Homann: Wir rechnen damit, dass die Genehmigungsplanung und die Genehmigung etwa 10 bis 12 Monate dauern werden. Wir können vermutlich Mitte nächsten Jahres mit den Erdarbeiten beginnen. Mit dem Hochbau sollten wir in etwa einem Jahr, also im Herbst nächsten Jahres starten. Danach können wir die Anlagen montieren, so dass wir vermutlich im zweiten Halbjahr 2022 die Produktion aufnehmen werden.

BOND MAGAZINE: Wie stark können Sie die Kapazität erhöhen? Werden Sie von dem Werk aus Ihre bisherigen Kunden beliefern oder auch neue Kunden?

Homann: Wir haben drei Werke, die voll ausgelastet sind und planen jetzt das vierte Werk. Rein rechnerisch erhöht sich unsere Kapazität um 30 bis 35%. Unsere Kunden möchten in den nächsten fünf Jahren um ca. 20% wachsen, das haben sie kommuniziert. Damit ist das neue Werk gut ausgelastet. Wir haben damit nur geringe Kapazitäten für neue Kunden. Aber wir könnten vom neuen Werk aus z.B. Kunden in Russland, Aserbaidschan oder Kasachstan beliefern, was bisher kaum möglich war. Denn die Eisenbahnen für den Transport haben östlich von Polen eine andere Spurweite als in Westeuropa.

BOND MAGAZINE: Ihr größter Kunde ist ein skandinavisches Möbelhaus. Welchen Umsatz erzielen Sie mit den größten Kunden?

Homann: Ja, das ist richtig. Mit dem größten Kunden erzielen wir ca. 20% des Umsatzes und pflegen eine langjährige und sehr gute Beziehung. Im Übrigen hat sich die Kundenstruktur in den letzten 10 bis 20 Jahren kaum verändert.

BOND MAGAZINE: Die großen Möbelhäuser lassen also nicht in Asien produzieren?

Homann: Nein, die Kunden lassen nicht in Asien produzieren. Sowohl die Kunden als auch wir sind hochspezialisiert und haben niedrige Herstellungskosten. Holz und Möbel werden eher aus Ländern wie Litauen exportiert. Die Holzindustrie ist sehr wichtig für das Land. Die Unternehmen bieten eine gute Qualität und stabile Preise. Bei Möbeln würden schon die Transportkosten aus Asien stark ins Gewicht fallen.

BOND MAGAZINE: Im Baltikum gibt es große Waldflächen, so dass die Rohstoffversorgung recht gut ist, oder?

Homann: Ja, die Rohstoffversorgung ist sehr gut. Etwa die Hälfte der Fläche Litauens besteht aus Wald. Das Grundstück ist auch nicht weit von der weißrussischen Grenze entfernt, so dass wir ggf. auch Holz aus Weißrussland importieren könnten.

BOND MAGAZINE: Ist Holz in Weißrussland günstiger?

Homann: Es gab Zeiten, da war das Holz in Weißrussland günstiger, aktuell ist dies eher nicht der Fall, aber wir beobachten natürlich laufend die Märkte zur Erzielung der bestmöglichen Einkaufspreise.

BOND MAGAZINE: Ihre Anleihe läuft noch bis Juni 2022. Wie ist Ihre weitere Planung? Benötigen Sie weiteres Kapital für die neue Fabrik?

Homann: Wir prüfen natürlich alle Möglichkeiten, die der Kapitalmarkt bietet. Wir werden einen Großteil der Investition aus der vorhandenen Liquidität und dem laufenden Cash-Flow finanzieren. Vielleicht werden wir für das neue Werk in Litauen in einem gewissen Umfang auch lokale Banken einbinden, wir benötigen aber keine hohen Finanzmittel.

BOND MAGAZINE: Wird es 2022 dann überhaupt eine neue Anleihe geben?

Homann: Wir haben eine hohe Liquidität und noch eineinhalb Jahre Zeit. Wir prüfen aber regelmäßig alle verfügbaren Optionen, um unsere Finanzierungskosten weiter zu optimieren und möchten daher nichts ausschließen.

BOND MAGAZINE: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org



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