Anzeige

Anzeige
Anzeige
19.11.20

„Die Chancen sind sehr groß, wenn man jetzt gegen den Strom schwimmt“, Tarmo Sild, IuteCredit Group

Die IuteCredit Group, ein Anbieter von Raten- und Konsumentenkrediten im Balkan, erwägt, seine 13,00%-Anleihe 2019/23 (ISIN XS2033386603) aufzustocken. Gründer und CEO Tarmo Sild sieht gerade im derzeitigen Marktumfeld große Chancen. Potenzial sieht er u.a. auch in der neuen MyIute-App sowie mit eigenen Geldautomaten.

BOND MAGAZINE: Wie ist Ihre aktuelle Geschäftsentwicklung?

Sild:
Wir haben in diesem Jahr 90.000 neue Kunden gewonnen, wir haben das Kreditportfolio gesteigert. Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 26% auf 42,3 Mio. Euro gestiegen. Darin enthalten sind sonstige Einkünfte in Höhe von 4,0 Mio. Euro. Hierbei handelt es sich um Zahlungen von Mastercard sowie Forderungen, die wir außerhalb der Bilanz hatten – unsere bereits abgeschriebenen Non Performing Loans. Wir hatten 5,8 Mio. Euro an Zinsen und Gebühren erhalten, insbesondere von Kunden, die ihre Kredite verspätet zurückgezahlt haben. Unsere Zinseinnahmen waren mit 32,5 Mio. Euro jedoch nur leicht über dem Vorjahresniveau, weil wir im Frühjahr während der ersten Coronawelle die Kreditvergabe zurückgefahren hatten. Wir forcieren aber wieder das Neugeschäft, denn wir haben die Coronakrise sehr gut gemeistert und die Zahlungsdisziplin unserer Kunden ist wieder dem des Vor-Corona-Niveau.

BOND MAGAZINE: Können Sie die sonstigen Einkünfte in Höhe von 4,0 Mio. Euro erläutern?

Sild: Die 4,0 Mio. Euro beinhalten Zahlungen von Mastercard, für die wir Kreditkarten ausgeben, sowie die bereits vollkommen abgeschriebenen Forderungen, die wir außerhalb der Bilanz hatten und verkauft haben – Non Performing Loans.

BOND MAGAZINE: Zu welchem Preis haben Sie die Non Performing Loans verkauft?

Sild: Das ist ein Betriebsgeheimnis. Wir schreiben Forderungen, die nicht bedient werden, innerhalb eines Jahres ab, was bei uns zügiger passiert als bei anderen Unternehmen. Jedoch kann ich erzählen, dass wir noch nie Forderungen für weniger als 30% des Nominalwertes verkauft haben.

BOND MAGAZINE: Sie hatten auch Mastercard angesprochen.

Sild: Wir erhalten von Mastercard Provisionen für die Ausgabe von Kreditkarten und wir erhalten Provisionen von den Transaktionen, die die Kunden mit den Kreditkarten tätigen. Wir haben bereits über 10.000 Kreditarten in Nord-Mazedonien ausgegeben.

BOND MAGAZINE: Geben Sie Kreditkarten oder Debitkarten aus?

Sild: Es sind Debitkarten.

BOND MAGAZINE: Ihr erster und bislang wichtigster Markt ist die Republik Moldau. Der Markt in Albanien gewinnt aber immer mehr an Bedeutung.

Sild: Ja, das ist richtig, wir wachsen in Albanien schneller. In den ersten neun Monaten haben wir in Moldawien Kredite im Volumen von 34,5 Mio. Euro vergeben, in Albanien in Höhe von 31,1 Mio. Euro. Der Anteil von Albanien an unserem Kreditvolumen steigt. Auch der Anteil von Nord-Mazedonien steigt. Dort haben wir in den ersten neun Monaten Kredite in Höhe von 11,5 Mio. Euro vergeben. Ende 2018 machten Kredite in Moldawien 54,9% unseres Kreditportfolios aus, gefolgt von 33,2% in Albanien und 5,4% in Nord-Mazedonien. Das Kreditportfolio ist jetzt deutlich diversifizierter. Zum 30.09.2020 machte Moldawien 49,6% unseres Kreditportfolios aus, gefolgt von Albanien mit 34,8% und Nord-Mazedonien mit 12,7%.

BOND MAGAZINE: Die Länder, in denen Sie aktiv sind, sind stark von der Coronapandemie betroffen. Welche Einschränkungen gibt es zurzeit in diesen Ländern?

Sild: Die Infektionsraten sind in den Ländern, in denen wir aktiv sind, sehr hoch. Es gibt aber keinen Lockdown oder ähnliche Maßnahmen wie in Westeuropa. Die Geschäfte sind geöffnet, Schulen sind geöffnet und Restaurants sind geöffnet und der öffentliche Nahverkehr kann genutzt werden. Natürlich muss man Masken tragen, aber die Wirtschaft ist nicht so stark beeinträchtigt. Es gibt lediglich nachts Einschränkungen/Ausgangssperren und in Moldawien sind Versammlungen von mehr als 50 Personen verboten.

BOND MAGAZINE: Können in allen Ländern auch während der Coronapandemie Forderungen eingetrieben werden?

Sild: Ja, es gibt in unseren Kernmärkten keine Einschränkungen. Lediglich in Bosnien-Herzegowina, wo wir 3,0% unseres Kreditportfolios haben, darf zurzeit keine Gebühr auf verspätete Zahlungen berechnet werden.

BOND MAGAZINE: Sie haben Mitte Oktober die MyIute-App in Moldawien gelauncht. Ist das auch eine Möglichkeit, Kredite einfacher zu vergeben und persönliche Kontakte zu minimieren?

Sild: Ja, absolut. Durch die Nutzung der App können persönliche Kontakte reduziert werden. Kredite können über die App angefragt werden und die Kunden erhalten eine Kreditentscheidung innerhalb von Minuten über die App. Bei einer positiven Kreditentscheidung erhalten die Kunden eine PIN und können sich den Betrag einfach an einem Geldautomaten (ohne Karte) oder bei der Post auszahlen lassen. Nur bei Neukunden muss derzeit noch der erste Kreditantrag in einer Filiale unterschrieben werden. Aber auch das wird künftig nicht mehr nötig sein. Wir werden die App auch in anderen Ländern ausrollen, in denen wir aktiv sind. Zudem sind weitere Anwendungen der App denkbar wie z.B. die Bezahlung von Onlinekäufern.

BOND MAGAZINE: Und in welchen Ländern haben Sie eigene Geldautomaten?

Sild: Wir haben derzeit in Moldawien eigene Geldautomaten. Wir werden künftig aber auch in anderen Ländern Geldautomaten anbieten.

BOND MAGAZINE: In welchen Regionen erwarten Sie das größte Wachstum?

Sild: Wir wachsen in Albanien sehr stark, aber auch in Moldawien. Das sind unsere zwei wichtigsten Märkte. Wir wachsen aber in allen Ländern.

BOND MAGAZINE: Welche Produkte und Serviceleistungen bringen Ihnen das größte Wachstum?

Sild: Alle Länder, in den wir aktiv sind, sind „underbanked“. Es ist für Verbraucher nicht so einfach, Kredite zu bekommen wie in Westeuropa. Die Märkte haben großes Potenzial. Aber auch die neuen Services wie die App und eigene Geldautomaten bieten neue Möglichkeiten.

BOND MAGAZINE: Die Anleihe macht einen großen Teil Ihrer Verbindlichkeiten aus. Sehen Sie darin nicht ein großes Risiko, zumal die Anleihe an einem Tag fällig wird?

Sild: Die Refinanzierung der Anleihe müssen wir natürlich frühzeitig angehen. Aber ich sehe kein großes Risiko im Fälligkeitstermin. Denn wir haben zurzeit Kreditrückzahlungen in Höhe von 10 Mio. Euro pro Monat. Beim derzeitigen Anleihevolumen müssten wir im Worst Case einfach vier Monate keine neuen Kredite vergeben und die Anleihe aus dem Cashflow zurückzahlen. Aber es gibt jetzt Chancen zu wachsen. Die Märkte bieten großes Potenzial und unsere Mitbewerber sind zurzeit nicht so aktiv. Die Chancen sind sehr groß, wenn man jetzt gegen den Strom schwimmt. Die Kredite, die wir jetzt vergeben, sichern unser Wachstum im nächsten Jahr.

BOND MAGAZINE: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org

Eckdaten der IuteCredit-Anleihe

Emittent

IuteCredit Finance SA (Luxemburg)

Status

besichert (senior secured)

Garanten

Holding sowie alle operativen Tochtergesellschaften

Sicherheiten

alle aktuellen und künftigen Kredite, Aktien der Emittentin, alle Kredite, die innerhalb der Firmengruppe vergeben wurden oder werden, alle Bankkonten, Negativverpflichtung

Covenants

u.a. EBITDA Interest Coverage mind. 1,5, Eigenkapitalquote nicht unter 15%

Währung

Euro

Emissionsvolumen

40 Mio. Euro

Stückelung

1.000 Euro

Laufzeit

bis 07.08.2023

ISIN / WKN

XS2033386603 / A2R5LG

Kupon

13,00%

Recht

Luxemburger Recht

Internet

https://iutecredit.com/




17.12.2020, Investment

High-Yield-Anleihen auch in 2021 chancenreich

Kommentar von Kyle Kloc, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management

„Wir gehen davon aus, dass High-Yield-Anleihen im Jahr 2021 positive Erträge generieren werden. Angesichts der Kombination aus anhaltend tiefen Zinsen, bereits engeren Spreads nahe ihrer historischen... [mehr]
16.12.2020, Investment

NN Investment Partners: EU-Taxonomie läutet Kulturwandel ein

Weitreichende Auswirkungen auf Investoren, Emittenten und Finanzmarktteilnehmer, NN IPs Green Bond Fonds passt sich bereits an die neue Regulierung an

Laut NN Investment Partners (NN IP) haben grüne bzw. nachhaltige Investment-Lösungen während der Corona-Pandemie kontinuierlich zugenommen und ihre Anpassungsfähigkeit im herausfordernden Jahr 2020... [mehr]
16.12.2020, Investment

Trotz Lockdown - Wachtumsbelebung 2021 erwartet

von Dr. Reto Cueni, Chief Economist, Vontobel Wealth Management

Europa in der Krise: Der Kontinent sieht sich mit harten Covid-19-Massnahmen und einer anhaltenden Brexit-Unsicherheit konfrontiert, beschließt aber anlässlich des EU-Gipfels ein erweitertes... [mehr]
14.12.2020, Investment

Jupiter: Schwellenländeranleihen: Reif für den Einstieg - aber Differenzierung bleibt entscheidend

von Alejandro Arevalo, Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei Jupiter Asset Management

Kurz vor dem Jahreswechsel sind wir optimistisch, was den Ausblick für Schwellenländeranleihen im Jahr 2021 angeht. Viele Investoren scheinen unseren Optimismus zu teilen: Inzwischen verzeichnete... [mehr]
14.12.2020, Investment

Jupiter: Versetzen uns die 2020er zurück in die 1970er?

von Talib Sheikh, Head of Strategy, Multi-Asset und Mark Richards, Strategist, Multi-Asset bei Jupiter Asset Management

Covid-19 hat die Weltwirtschaft zutiefst erschüttert und der Boden unter unseren Füßen bebt noch immer. Wann wir zu einer gewissen Normalität zurückkehren werden, ist schwer zu sagen. Ein Impfschutz... [mehr]
11.12.2020, Investment

J.P. Morgan Asset Management: Nachhaltige Anleiheninvestments im Trend

Steigendes Angebot auch außerhalb Europas: Zuflüsse auf Allzeithoch, nachhaltige Anleihenfonds beschränken sich nicht nur auf „Green Bonds“

Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management zeigt sich die steigende Bedeutung der Investments im Bereich Umwelt, Soziales und Governance (ESG) auch am wachsenden Angebot für nachhaltige... [mehr]
11.12.2020, Investment

Aviva Investors globaler Ausblick 2021: Aktien dürften attraktiver bleiben als Anleihen

von Giles Parkinson, Portfoliomanager Global Equities bei Aviva Investors

Durch die kommende Impfmöglichkeit dürften die Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen nachlassen. Doch viele langfristige Trends werden sich fortsetzen. Aktienanleger... [mehr]
10.12.2020, Investment

BNY Mellon IM: Kommentar zur EZB-Entscheidung - Der starke Euro wird bleiben

Die EZB stockt Ihr Corona-Notprogramm auf. Eine Abkehr von dieser Politik sei vorerst nicht zu erwarten, meint Paul Brain, Head of Fixed Income bei Newton Investment Management und Manager des BNY... [mehr]
09.12.2020, Investment

Zurück darf kein Seemann schauen...

von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG

"Nach vorn geht mein Blick, Zurück darf kein Seemann schauen. Kap Hoorn liegt auf Lee - Jetzt heißt es auf Gott vertrauen..." So sang schon Hans Albers seine Version von La Paloma im Jahr... [mehr]
07.12.2020, Investment

Inflation und Zahlungsausfälle als stetiger Begleiter?

von Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income und Harry Richards, Fondsmanager im Fixed Income-Team bei Jupiter Asset Management

In den 1990er Jahren agierten unabhängige Notenbanken als Hüter der globalen Preisstabilität, deren Aufgabe es war, jegliches Aufflammen der Inflation im Keim zu ersticken. Nach der globalen... [mehr]
Anzeige
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen