Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige
27.07.21

Vontobel: Mit Unruhen an den Märkten ist zu rechnen

von Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management

Nach den erheblichen Kursverlusten an den Risikomärkten in jüngster Zeit und der anschließenden Erholung der Aktienkurse scheint ein ruhiger Sommer an der Börse in weite Ferne gerückt zu sein.  Anleger stehen vor der anstehenden Urlaubszeit vor allem vor zwei Fragen: Waren die Ereignisse ein Vorbote weiterer Kursrückgänge oder deutet die darauf folgende Belebung auf eine Bereitschaft der Anleger hin, jeden Kursrückgang als Kaufgelegenheit zu nutzen?

Unserer Einschätzung nach werden beide Tendenzen eine Rolle spielen, doch generell werden wir auf unserem Weg hin zur vollständigen Konjunkturerholung wohl zumindest ein Schlagloch umfahren müssen, das nun direkt vor uns liegt. Die Gründe dafür sollen im Folgenden erläutert werden.

Zum einen haben sich die Märkte seit dem wirtschaftlichen Einbruch im vergangenen Jahr wieder weitgehend regeneriert. Von den Marktteilnehmern wurde daher fast durchgehend und in vollem Umfang eine erhebliche Erholung eingepreist. Möglich ist jedoch, dass sich diese Erholung als nicht so stark erweisen wird, wie von den Märkten zunächst erwartet, insbesondere nach der vollständigen Wiedereröffnung der Wirtschaft. Dies zeigt sich an den wirtschaftlichen Indikatoren aus China, die Anfang des Monats eine Kürzung des Mindestreservesatzes durch die People’s Bank of China (PBOC) zur Folge hatten.

Zum anderen hatten die Märkte die potenziellen Auswirkungen der Delta-Variante von COVID-19 auf die Wachstumszahlen im dritten Quartal unterschätzt. Die Industrieländer scheinen derzeit den Ansatz zu verfolgen, die Ausbreitung der Virus-Variante in der Bevölkerung zuzulassen und darauf zu hoffen, dass durch den Erfolg der Impfkampagnen die Zahl der Krankenhauseinweisungen und die Sterblichkeitsraten auf einem niedrigen Niveau bleiben. Diese Strategie mag zwar letztlich aufgehen, derzeit verhindern aber zwei wesentliche Faktoren, dass erhebliche Teile der Erwerbstätigen ihrer Arbeit nachgehen können: die Ansteckung mit der Krankheit und die dann erforderliche häusliche Quarantäne. Gleichzeitig werden die Sterblichkeitsraten in all jenen Ländern steigen, in denen die Impfungen weniger weit fortgeschritten sind, und unterschiedliche Reaktionen seitens der Behörden nach sich ziehen. Zudem hat die Wirtschaft ihre volle Produktionskapazität noch nicht wiedererlangt, sodass weiterhin mit gestörten Lieferketten zu rechnen ist.

Unsere Prognose eines leicht unruhigen Sommers an der Börse basiert in erster Linie auf der Ungewissheit darüber, wie sich die Strategie der Industrieländer, eine Ausbreitung des Virus zuzulassen, letztlich auswirken wird. Die Märkte werden in diesem Zusammenhang über die kommenden Wochen diverse Negativschlagzeilen verarbeiten müssen, darunter auch kurzfristig angekündigte politische Kurswechsel. Die Lockdown-Beschränkungen haben bisher jede Welle des Virus eingedämmt. Doch sind die zuständigen Behörden überzeugt, dass sich die neueste Welle ebenfalls überstehen lässt, ohne wieder auf Nummer sicher zu gehen? Abrupte Politikwechsel, wie die Empfehlung der USA an ihre Bürger, auf Reisen nach Großbritannien vorerst zu verzichten, sind aus unserer Sicht wahrscheinlich. Sie dürften für Unruhe an den Märkten sorgen und das Wachstum hemmen.

Zur Klarstellung sei gesagt, dass die Betonung auf einem leicht unbeständigen Sommer liegt, und zwar aufgrund der schieren Menge an Kapital, das nur auf eine solche Kaufgelegenheit wartet. Angesichts des im zweiten Quartal im Private-Banking-Bereich aufgebauten Vermögens und der zahlreichen Empfehlungen von Investmentbanken, das Risiko etwas zu verringern, kommen wir zu dem Schluss, dass Anleger gut auf kurzfristige Ereignisse am Markt vorbereitet sind. Darüber hinaus liefert jede Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit den großen Zentralbanken ein weiteres Argument dafür, länger an ihrer extrem expansiven Geldpolitik festzuhalten.

Viele dieser Faktoren sind an den Anleihemärkten bereits eingepreist, wobei die 10-jährigen Renditen mittlerweile 50 Basispunkte unter dem Höchststand vom Jahresanfang liegen. Ebenso flachte die 2/10-Kurve deutlich ab und pendelt sich nun unter 100 Basispunkten ein. Während dieses potenzielle Schlagloch einen gewissen zusätzlichen Inflationsdruck auslöst, kann es auch etwas Tempo aus der Wachstumsentwicklung nehmen. Dies sollte zu stabileren Staatsanleihen beitragen, bei denen eine Disruption im vierten Quartal 2021 unserer Einschätzung nach entscheidend für die Risikomärkte sein dürfte. Was das Kreditrisiko bei Fixed-Income-Anlagen betrifft, gehen wir jedoch nicht davon aus, dass dies die Aussichten für die Fundamentaldaten wesentlich ändert, deren Prognosen weiterhin günstig ausfallen. Dennoch könnten die Bewertungen dadurch etwas attraktiver werden und jenen Marktteilnehmern eine Chance zur Portfoliooptimierung bieten, die über angemessene Liquidität und Barmittelbestände verfügen.

www.fixed-income.org
Foto: Mark Holman, CEO
© TwentyFour Asset Management



13.07.2021, Investment

DWS legt Xtrackers Green Bond ETFs für „grüne“ Unternehmensanleihen in Euro und Dollar auf

Xtrackers stellt Marktneuheit vor mit den ersten UCITS-ETFs auf Basis von Indizes, die speziell den Markt für „grüne“ Unternehmensanleihen abbilden

Die DWS hat zwei Xtrackers-ETFs aufgelegt, die erstmals einen Zugang zu dem schnell wachsenden Markt für „grüne“ Unternehmensanleihen bieten. Bisher haben „grüne“ UCITS-ETFs vor allem den breiten... [mehr]
12.07.2021, Investment

Comgest: Steigt die Gefahr einer grünen Blase?

von Sébastien Thévoux-Chabuel, ESG-Analyst und Portfoliomanager bei Comgest

Der Klimawandel stellt für Volkswirtschaften weltweit eine enorme Herausforderung dar. Wenn Investments nachhaltiger werden, dürfte das Forschern zufolge jedoch einen großen Einfluss auf den... [mehr]
12.07.2021, Investment

Union Bancaire Privée: Impact Investing in Emerging Markets post COVID-19

Schwellenländer weisen in Pandemie mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten auf, Herausforderung für das Impact Investing

Die Pandemie hat das ohnehin schon gravierende Problem der Einkommensverteilung in vielen Schwellenländern noch verschärft und offenbart, wie groß die Unterschiede zwischen den verschiedenen... [mehr]
11.07.2021, Investment

EZB muss expansiv bleiben, um Glaubwürdigkeit wiederherzustellen

Kommentar von Katharine Neiss, PhD, Chief European Economist, Global Macroeconomic Research, PGIM Fixed Income

Obwohl die EZB ihre Überprüfung des geldpolitischen Rahmens noch nicht abgeschlossen hat, wird das daraus resultierende Inflationsziel voraussichtlich weniger radikal ausfallen als die jüngste... [mehr]
10.07.2021, Investment

Kommentar zur Europäischen Zentralbank

von Andrew Mulliner, Head of Global Aggregate, Janus Henderson Investors

Gestern hat die EZB einige Änderungen angekündigt, wie die Geldpolitik künftig erfolgen soll. Die Ankündigungen entsprachen mehr oder weniger den Markterwartungen, obwohl die vollständige Überprüfung... [mehr]
06.07.2021, Investment

„Das operative Geschäft hat sich wieder deutlich schneller erholt, als wir dies erwartet hatten“, Kieran Donnelly, CEO, und James Etherington, CFO, 4finance

Die 4finance Holding S.A., einer der größten Anbieter von digitalen Konsumentenkrediten in Europa, möchte die 11,25%-Euro-Anleihe 2016/22 (ISIN XS1417876163) um drei Jahre bis zu 23.02.2025... [mehr]
01.07.2021, Investment

Inflation - temporäres Phänomen oder strukturelles Problem?

Die Inflation steigt: gemessene Werte von 3 % in Europa und 5 % in den USA stürzen die Notenbanken potenziell in ein Dilemma. Die über den eigenen Erwartungen der Notenbanken liegenden... [mehr]
01.07.2021, Investment

Delta-Anstieg vs. Konjunktur-Knick?

Kommentar von Marco Willner, Head of Investment Strategy bei NN Investment Partners

Die Delta-Variante dürfte sich in der EU und in anderen Teilen der Welt zum dominierenden Stamm entwickeln. Die gute Nachricht ist, dass die vorhandenen Impfstoffe größtenteils wirksam sind. Es... [mehr]
30.06.2021, Investment

OFI AM: Wege raus aus der Schuldenfalle

Weltweit sind die Schuldenberge durch Corona noch einmal stark gewachsen. Welche Wege führen aus der Schuldenfalle? Antworten geben Jean-Marie Mercadal, Head of Investment Strategies, und Eric... [mehr]
30.06.2021, Investment

Eurizon: Chinesische Onshore-Anleihen - ein sicherer Hafen für Anleger

In Zeiten niedriger Zinsen und hoher Aktienbewertungen suchen viele Anleger nach Investments, die eine auskömmliche Rendite bei einem tragbaren Risiko bieten. „Bei chinesische Onshore-Anleihen können... [mehr]
Anzeige
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen