Anzeige

Anzeige
Anzeige
18.12.09

Unternehmensanleihen bleiben auch 2010 ein Objekt der Begierde

Klaus Stopp, stv. Leiter Rentenhandel, Baader Bank

Die angespannte Finanzlage lässt vielen Staaten somit kaum Spielraum für Konjunkturprogramme. Im Gegenteil: Steuererhöhungen zur Konsolidierung der Staatsfinanzen könnten dem zarten Wachstumspflänzchen den Gar ausmachen. An den Zinsmärkten ist deshalb wohl vorerst mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen. Gefragt sein werden im kommenden Jahr weiterhin die Staatsanleihen solider Länder. Das Damoklesschwert über Griechenland wird so schnell nicht verschwinden. Auf die zuletzt angekündigten Sparmaßnahmen der griechischen Regierung reagierte die Ratingagentur Standard & Poor’s gestern mit einer Bonitätsherabstufung von A- auf BBB+ und nannte diese „nicht ausreichend“. Andere Länder sind ebenfalls gefährdet. Eine ganze Reihe von Banken kämpft ums Überleben und der eine oder andere Schuldner am Corporate Bond Markt, den bislang noch niemand auf dem Radar hat, könnte ebenfalls in die Schusslinie geraten.

Bei den Neuemissionen von Unternehmensanleihen kam es auf Grund der zurückhaltenden Kreditpolitik der Banken 2009 zu einem Rekord. Zum einen wurden Bonds von den Unternehmen als Kapitalbeschaffungsmittel neu entdeckt, zum anderen haben sich etliche Konzerne bereits vorfinanziert, um sich damit bei eventuellen Ratingherabstufungen gegen schlechtere Finanzierungskonditionen abzusichern. Als Emittenten traten auch viele Unternehmen auf, die sich bislang noch nie als Anleihenschuldner engagierten. Ein Trend der 2010 voraussichtlich anhalten wird. Ebenso wie die Besonderheit, dass immer mehr Firmen, die nicht von Ratingagenturen bewertet werden ihre ersten Anleihen am Markt platzieren.

Investoren mit etwas höherer Risikobereitschaft werden deshalb auch im kommenden Jahr verstärkt auf Unternehmensanleihen setzen. Die moderate Konjunkturerholung in Verbindung mit sinkenden Ausfallraten und anhaltend niedrigen Zinsen bei Staatsanleihen macht Corporate Bonds auch 2010 zu einer attraktiven Anlageklasse. Besonders wichtig für Anleger ist dabei wie immer die Diversifikation und die genaue Beobachtung der Unternehmensbonität.

An den Creditmärkten ist weitgehend Ruhe eingekehrt. Die Ankündigung der amerikanischen Notenbank, den Schlüsselzins noch für eine Weile auf quasi 0 zu belassen, gab den Unternehmensanleihen nochmals Auftrieb und die Spreads konnten sich abermals einengen, wenn auch bei geringen Umsätzen.

Primärmarkt nach Rekordjahr im Weihnachtsurlaub
Der Primärmarkt befindet sich bereits in seinem wohlverdienten Weihnachtsurlaub, nachdem er 2009 ein absolutes Rekordjahr hinter sich hat. So wurden dieses Jahr Unternehmensanleihen im Wert von über 280 Mrd Euro emittiert. Das entspricht dem im Durchschnitt doppelten Volumen der letzten Jahre. Ein Grund hierfür war, dass die Banken aufgrund des Risikos nach der Lehman-Pleite weniger syndizierte Kredite an Unternehmen vergaben und diese sich dadurch über den Kapitalmarkt refinanzieren mussten.

Der slowenische Telekommunikationsanbieter Telekom Slovenije begab diese Woche eine „nur“ 300 Mio. Euro große Anleihe, mit einer Laufzeit von 7 Jahren. Das Unternehmen zahlt seinen Investoren 4,875% und wird von der Ratingagentur Moody’s mit Baa1 bewertet, was einer soliden Investmentgrade-Einstufung (Unternehmen mit besserer Bonität) entspricht. Aufgrund des Mindestanlagevolumens von 50.000 Euro ist die Anleihe in erster Linie für institutionelle Investoren geeignet und wird aus steuerlichen Gründen an keiner deutschen Börse gelistet sein.

Rexel, auf den Vertrieb von Elektroinstallationsmaterial spezialisierter französischer Großhandelskonzern, hat eine Euro-Anleihe mit Laufzeit bis 15. Dezember 2016 emittiert. Die Nominalverzinsung beträgt 8,25%. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 50.000 Euro. Das Papier ist vom Emittenten zum 15.12.2013 zu 104,13%; zum 15.12.2014 zu 102,063% und zum 15.12.2015 zu 100,00% kündbar. Rexel wird von S&P mit B+ eingestuft.

Novasep, französischer Konzern, der auf Trenntechnik für die Pharmaindustrie spezialisiert ist, plant derzeit die Emission siebenjähriger Euro- und US-Dollarbonds.


Quelle: Baader BOND Markets (http://news.baaderbank.de/inxmail14/last_baader_bond_markets.jsp)




19.07.2022, Investment

Anleihen-Analyse: Coty Inc. - Hochzinsanleihe mit gutem Geschmack und guten Bedingungen

von Philipp Bieber, CFA, Fondsmanager, FAM Frankfurt Asset Management

Nach überproportional starkem Kursrückgang im Rahmen des jüngsten Bond-Crashs, von dem praktisch alle Anleihesegmente betroffen waren, hat sich die Endfälligkeitsrendite der 2018/2026 Coty-Anleihe... [mehr]
18.07.2022, Investment

Social Bonds: NN Investment Partners erweitert Impact-Bonds-Angebot

NN IP erwartet für 2022 ein Emissionsvolumen von 250 Mrd. Euro

NN Investment Partners (NN IP) legt den Fonds NN (L) Social Bond auf, der neben einer attraktiven Rendite auch eine positive soziale Wirkung anstrebt. Die Emission erfolgt zu einer Zeit, in der... [mehr]
15.07.2022, Investment

Attraktive Renditen bei krisenerprobten Emerging Markets Corporates

von Thomas Fischli Rutz, Head Emerging Markets bei Fisch Asset Management

Emerging Markets kennen und können Krisen. Denn das heterogene Gebilde umfasst so viele Nationen wie kein anderer Anlagemarkt und es ist normal, dass es alle drei bis vier Jahre in einzelnen Ländern,... [mehr]
15.07.2022, Investment

Holprig, hart oder gar nicht – wie landet die Wirtschaft?

von Dr. Marco Willner, Head of Investment Strategy bei NN Investment Partners

Nach fast fünf Monaten wirkt sich der Ukraine-Konflikt deutlich und nachhaltig auf die Weltwirtschaft aus. Er trieb die Inflation auf den Höchststand seit mehreren Jahrzehnten, was die Zentralbanker... [mehr]
14.07.2022, Investment

Der Euro ist auf dem Weg zur italienischen Lira

von Dr. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt, BANTLEON

Es ist in aller Munde: Der Euro ist erstmals seit 2002 nur noch so viel wert wie ein US-Dollar. Gegenüber dem Schweizer Franken ist der Euro sogar seit über einer Woche unter die Parität gefallen. Zu... [mehr]
12.07.2022, Investment

Klimakrise kann nur global gelöst werden

Je geringer die Erderwärmung, desto besser. Denn mit höheren Temperaturen und längeren Hitzeperioden kommt nur Ungemach auf Menschen, Tiere und Umwelt zu. „Das Erreichen der Pariser Klimaziele ist... [mehr]
11.07.2022, Investment

Droht eine Stagflation oder eine Rezession?

Seit Jahresanfang haben sich sowohl der Makro- als auch der Finanzmarktausblick für dieses Jahr rapide verschlechtert. Stark steigende Preise in Verbindung mit einer strafferen Geldpolitik könnten... [mehr]
11.07.2022, Investment

Erholungspotenzial nach Ausverkauf bei Global Corporates

von Maria Stäheli, Senior Portfolio Managerin bei Fisch Asset Management

Rekordhohe Preisrückgänge bei Unternehmensanleihen, hauptsächlich als Folge der Zinsentwicklung, prägten das erste Halbjahr 2022. Damit haben sich beispielsweise die Renditen von Unternehmensanleihen... [mehr]
08.07.2022, Investment

Nordische High Yield-Anleihen deutlich vor US- und europäischen HY-Anleihen

von Matthias Beitzel, Institutional Sales bei DNB Asset Management

Die norwegische und schwedische Zentralbanken Norwegens haben Ende Juni ihre Zinssätze um jeweils 50 Basispunkte auf 1,25% bzw. 0,75% erhöht. Damit schließen sie sich damit großen Zentralbanken an,... [mehr]
08.07.2022, Investment

Die EZB muss Italien zu Reformen zwingen!

von Hendrik Tuch, Head of Fixed Income NL, bei Aegon Asset Management

Als Mario Draghi im Februar 2021 italienischer Ministerpräsident wurde, muss er gewusst haben, dass die Ära der billigen Finanzierung irgendwann zu Ende sein würde. Damals lag die Rendite 10-jähriger... [mehr]
Anzeige
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen