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18.04.11

Warum Anleger dem asiatischen Anleihemarkt treu bleiben sollten

Von Joel Kim, Head of Asian Debt, und Joep Hutjens, Senior Investment Manager, ING Investment Management

Die Anlegerschaft hat schnell begriffen, dass die Gründe für die globale Finanzkrise nicht in Asien zu suchen waren. In diesem Q&A untersuchen wir, warum Kapitalanleger dem asiatischen Anleihemarkt treu bleiben sollten und warum dieser Markt dank ausserordentlich positiver Fundamentaldaten und anhaltender Stärke bei asiatischen Unternehmen aller Voraussicht nach weiter florieren wird.

2010 war ein gutes Jahr für asiatische Anleihen. Wie stehen die Chancen für 2011?

Wir sehen drei Gründe für eine positive Entwicklung der asiatischen Märkte in 2011.

Zwar wird die geldpolitische Straffung in der Region das Wirtschaftswachstum kurzfristig zügeln. Doch aus Sicht eines Anleiheinvestors ist eine Verlangsamung des derzeitigen – und in manchen Ländern nicht haltbaren – Wirtschaftswachstums sicherlich nicht negativ. Wir gehen davon aus, dass die Anleiheemissionstätigkeit 2011 mindestens auf dem (Rekord-)Niveau des vergangenen Jahres, wenn nicht sogar höher, liegen wird, angekurbelt von der Nachfrage US-amerikanischer und europäischer Investoren, die noch Nachholbedarf an asiatischen Werten haben.

Hinzu kommt, dass asiatische Unternehmensanleihen im Vergleich zu amerikanischen Bonds mit ähnlichem Rating weiterhin attraktiv bewertet sind.

Und schließlich bleiben wir bei unserer positiven Einschätzung asiatischer Währungen, da die meisten Länder wahrscheinlich eine Stärkung ihrer Währungen zulassen werden, um dem Inflationsdruck entgegenzuwirken.

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Aber was ist mit den Risiken – gibt die Inflation Anlass zur Sorge?

Steigender Preisdruck ist sicherlich eine der Hauptsorgen, denen sich die Volkswirtschaften Asiens derzeit gegenübersehen. Während die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger ein breites Arsenal an Instrumenten zur Bekämpfung des Inflationsdrucks einsetzen werden, gehen wir davon aus, dass sie daneben zunehmend auf eine allmähliche Aufwertung ihrer Währungen setzen. Denn schließlich ist die importierte Inflation immer noch maßgeblich für die Headline-Inflation in der Region. Die Zentralbanken in Asien werden die geldpolitische Straffung wahrscheinlich zügiger fortsetzen als ihre Pendants in der G3. Im Ergebnis dürften die Zinsdifferenzen die Stärke der asiatischen Währungen begünstigen.

Es besteht gar kein Zweifel, dass Inflation und Zinsstraffung den Anlegern Sorgen bereiten. Bei Lokalwährungsanleihen ist Vorsicht zurzeit sicher angebracht. Dennoch sind die direkten Folgen für asiatische Unternehmensanleihen gering. Bei der überwiegenden Mehrheit von Emittenten in unserem Universum zeichnet sich kein wesentlicher Druck auf die Gewinnspannen ab. Insofern halten wir eine übermäßige zinspolitische Straffung oder eine harte Landung für wenig wahrscheinlich.

Wie werden sich die Unruhen im Nahen Osten auswirken?

Wir verfolgen die Entwicklungen im Nahen Osten, ihre möglichen Auswirkungen auf den Ölpreis und die Gefahren für die globale Wachstumsentwicklung sehr genau. Wir haben die aktuellen Konflikte insofern zu unserem Vorteil genutzt, als dass wir unser Engagement bei Anleihen von Unternehmen der petrochemischen und Gasindustrie, die von den höheren Ölpreisen profitieren, ausgeweitet haben.

In den letzten Jahren haben die Märkte eine wahre Achterbahnfahrt erlebt. Hat sich INGs Anlagephilosophie oder -konzept in diesen turbulenten Zeiten geändert?

Unsere Anlageentscheidungen beruhen seit jeher in erster Linie auf einer fundamentalen Bonitätsanalyse. Während der Finanzkrise 2008 wurden die Kurse asiatischer Anleihen vor allem von markttechnischen Faktoren angetrieben („Forced Selling“ in einem niedrigliquiden Umfeld) und weniger von den Rahmendaten an den Kreditmärkten. Es war für uns immer von größter Wichtigkeit, an unserem Prinzip festzuhalten, Anlageentscheidungen auf Fundamentaldaten zu stützen. Unsere Bereitschaft, uns nachhaltig bei Emittenten zu engagieren, die wir nachvollziehen können und in die wir Vertrauen setzen (statt in Panik auszubrechen), hat in den letzten paar Jahren entscheidend zu unserer Performance beigetragen.

Zum Teil erklärt sich die hohe Konsistenz unserer Anlage-Performance aber auch durch unsere Risikodiversifikation. Die Risikolimits für unseren Fonds sind sehr strikt; das bedeutet, dass wir risikoreichere Credits geringer gewichten. Durch fundierte Kenntnis des gesamten asiatischen Schuldenmarktes – die verschiedenen Segmente wie Unternehmensanleihen, Staatsanleihen, Zinsmärkte und Devisen werden jeweils von Experten abgedeckt – erbringen wir gleichbleibende Leistung. Unser diversifizierter Ansatz kombiniert mit unserer Fähigkeit, in den von uns beobachteten Segmenten die besten Gelegenheiten zu erkennen und zu ergreifen, ist unserer Ansicht nach das Rezept für eine nachhaltige und wiederholbare Outperformance.

Wie ist der Fonds vor dem Hintergrund der Marktrahmendaten derzeit positioniert?

Per 28. Februar 2011 bestand das Portfolio zu 66 % aus Unternehmensanleihen. Der Rest verteilt sich auf Staatsanleihen und quasi-staatliche Emittenten. Wir haben nicht vor, dieses beträchtliche Engagement am Unternehmensanleihemarkt in nächster Zeit zu reduzieren. Nach unserem Dafürhalten sind die gegenwärtigen Spread-Niveaus vor dem Hintergrund positiver Fundamentaldaten attraktiv. Solide Bilanzen und relativ geringer Refinanzierungsbedarf in der nahen Zukunft werden die Ausfallquoten auch in den kommenden Jahren niedrig halten. Selbst wenn sich das Wirtschaftswachstum in Asien infolge der geldpolitischen Straffung 2011 mäßigen würde, rechnen wir nicht mit einer Veränderung des Basisszenarios. Das Umfeld bleibt für Unternehmensleihen nämlich ausgesprochen günstig. Ein weiterer Faktor für unseren positiven Ausblick ist die Bewertung. Die Credit-Spreads sind in Asien zwar höher als in anderen Regionen, aber die Risiken für Anleiheinvestoren sind unserer Auffassung nach in Asien geringer.

Wie sieht es mit Ihrer Währungspositionierung aus?

Obwohl der ING (L) Renta Asian Debt ein Hartwährungsfonds ist, lassen wir ein Exposure von bis zu 33 % in Lokalwährungen zu. Angesichts des Höhenflugs asiatischer Währungen wollen wir in unserem Portfolio eine Übergewichtung asiatischer Devisen gegenüber dem US-Dollar beibehalten. Das asiatische Währungsrisiko des Fonds liegt momentan bei etwa 13 % (per 28. Februar 2011). Dabei handelt es sich eingedenk unserer relativen Skepsis gegenüber asiatischen Lokalwährungsanleihen überwiegend um Währungs-Overlays sowie Devisentermingeschäfte.

Gleichzeitig sind wir uns auch der Risiken bewusst, die mit einem möglichen sprunghaften Anstieg des Ölpreises einhergehen. Dies könnte Nettoimporteure von Energie, wie Korea und Indien, belasten. Bis auf Weiteres ziehen wir es daher vor, unserer positiven Einschätzung asiatischer Währungen durch unser Engagement in Devisen auszudrücken, die im Energiehandel mit Überschüssen aufwarten. Ebenso favorisieren wir Währungen, bei denen die politisch Verantwortlichen bereits ihre positive Haltung zu einer Aufwertung signalisiert haben, also Währungen wie der Singapur-Dollar, der malaysische Ringgit, die indonesische Rupiah und der chinesische Yuan.

Sollten Anleger sich weiterhin bei asiatischen Hartwährungsanleihen engagieren?

Wir meinen: ja. Das hat vor allem drei Gründe:

1. Um Zugang zu dieser dynamischen Asset-Klasse zu erhalten. US-amerikanische und europäische Anleger haben noch Nachholbedarf an asiatischen Werten. Daher erwarten wir, dass ausländische Investoren ihr Engagement am asiatischen Anleihemarkt sukzessive ausweiten werden. Das sollte sich im weiteren Verlauf günstig auf die Nachfrage auswirken. Investoren sollten die langfristige Verlagerung von den entwickelten Märkten hin zu den Schwellenländermärkten nutzen. Bislang ist Asien (ex Japan) nur zu rund 4 % im Barclays Global Aggregate Bond Index vertreten.

2. Um die robusten volkswirtschaftlichen Rahmendaten in Asien zu nutzen, wo sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte weitaus weniger verschuldet sind als an den entwickelten Märkten und wo die Kreditrahmendaten sich noch weiter verbessern dürften.

3. Die Bewertungen sind attraktiv. Die Credit-Spreads (gegenüber US Treasuries) dürften das Ausfallrisiko weiter überkompensieren, denn im Investment-Grade-Universum asiatischer Anleihen ist derzeit nicht mit Ausfällen zu rechnen. Nach unserem Dafürhalten besteht daher im laufenden Jahr Spielraum für eine Spread-Verengung.

Fondsüberblick und Fazit:

Es handelt sich hierbei um einen aktiv verwalteten Fonds, der in Schuldtitel asiatischer Unternehmen und staatlicher Emittenten investiert (sowohl Investment-Grade als auch Non-Investment-Grade/High Yield). Der Schwerpunkt liegt auf Hartwährungsanleihen. Außerhalb der Benchmark sind Investments in Lokalwährungsanleihen von bis zu einem Drittel des Portfolios zulässig. Das daraus resultierende Währungsrisiko wird aktiv gesteuert. Der Fonds ist gut diversifiziert und engagiert sich in ganz Asien (außer Japan). Wir zielen darauf ab, auf verschiedene Arten und Weisen Mehrwert zu schaffen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Einzeltitelauswahl, aber auch auf der Positionierung auf der Zinskurve, Länderpositionierung, Sektorauswahl und Währungsmanagement.

Zielsetzung:

Unser Ziel ist die Outperformance des JPMorgan Asia Credit Composite Index über einen Dreijahreszeitraum mit einer Informationskennzahl von 0,5.

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