Anzeige

Anzeige
Anzeige
12.09.22

DWS-Marktausblick September 2022

von Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege, DWS

Das Sommerhoch war nicht von langer Dauer. „Die zwischenzeitlich deutliche Kurserholung an den Aktienmärkten war angesichts des extrem schwierigen Umfelds, das wir zumindest für die nächsten zwölf Monate erwarten, auch sehr optimistisch. Insbesondere die an den Märkten gehandelte Erwartung, dass die Notenbanken bereits 2023 den Zinserhöhungspfad verlassen und mit Zinssenkungen beginnen werden, halten wir für unwahrscheinlich“, sagt Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der DWS. Die Inflation dürfte 2023 zwar zurückgehen, aber dennoch hoch bleiben. Wir haben unsere Erwartungen an das Wirtschaftswachstum für das Jahr 2023 für fast alle Regionen nochmals nach unten korrigiert.

An den Aktienmärkten dürften mehr als niedrige einstellige Renditen nicht drin sein. Aktives Management und eine fundierte Einzeltitelanalyse (Stock Picking) sollten deutlich aussichtsreicher sein als eine Anlage auf Indexebene. Kreuzkamp: „Wir erleben eine neue Realität: Kapitalerhalt ist das Gebot der Stunde. Dafür dürften Aktien immer noch mit am besten geeignet sein.“

Aktien - Wenig Alternativen trotz deutlich niedrigerer Renditeerwartungen

Die Zeiten, in denen Aktienanlagen auf breiter Front zweistellige Renditen – sogar nach Abzug der Inflation – abgeworfen haben, dürften auf absehbare Zeit der Vergangenheit angehören. Dennoch dürfte Aktien auch künftig eine wichtige Rolle zufallen, wenn es darum geht, Vermögen aufzubauen bzw. zumindest höhere Inflationsraten zu kompensieren. Daran ändern die deutlich niedrigeren Renditeerwartungen nichts. Denn bei der Kapitalanlage geht es letztlich maßgeblich um die Frage der Alternativen. Und da gibt es nicht viel Konkurrenz. Der Klassiker, langlaufende Staatsanleihen, dürften nicht das geeignete Instrument sein. Dass mit ihnen auch nur ansatzweise die hohen Inflationsraten ausgeglichen werden und damit wenigstens die Kaufkraft erhalten werden kann, ist äußerst unwahrscheinlich. Für die Aktienanlage gilt: Ohne eine genaue Analyse und die gezielten Auswahl einzelner Unternehmen dürfte es schwer werden, deutlich positive Renditen zu erzielen. „Auf Indexebene sehen wir auf Sicht von zwölf Monaten nur geringes Potenzial“, sagt Thomas Schüßler, globaler Co-Chef für Aktien. „In Zeiten hoher Inflation ist es immer sehr schwierig, positive reale Renditen zu erzielen.“ Auch der von Börsianern häufig zitierte Blick jenseits der aktuellen Situation ist derzeit alles andere als klar. „Schließlich könnte es durchaus sein, dass wir mehrere Jahre schwachen Wachstums vor uns haben und das Wachstum der Unternehmensgewinne deutlich niedriger ausfällt als in der Vergangenheit“, warnt Schüßler.

Anleihen - Renditechancen mit Hochzinsanleihen aus Schwellenländern

Die Kurse von Staatsanleihen aus den USA und der Eurozone sind in den vergangen Wochen deutlich unter die Räder gekommen. Steigende Renditen sorgten für massive Kursverluste – die Renditen von zweijährigen Bundesanleihen beispielsweise stiegen um beinahe 100 Basispunkte. Grund dafür war, dass die Märkte die Chancen schwinden sahen, dass die Notenbanken ihren Zinserhöhungspfad frühzeitig schon im ersten Halbjahr des kommenden Jahres verlassen könnten. Trotz der erwartet noch weiter steigenden Renditen bleiben zehnjährige Staatsanleihen aus den USA und Europa als Renditebringer wohl auch künftig wenig attraktiv. Wir erwarten, dass sich die realen Renditen, also die Renditen nach Abzug der Inflation, bei 0,5 Prozent einpendeln werden. Etwas besser dürften die Aussichten für Hochzins-Unternehmensanleihen sein, gerade auch aus Schwellenländern. Die Fundamentaldaten vieler Unternehmen haben sich dort 
in den letzten Jahren erheblich verbessert. Dennoch sind die Zinsaufschläge deutlich höher als bei Anleihen aus entwickelten Ländern und sollten die Risiken – Inflationsdruck, geopolitische Spannungen, starker Dollar – gut kompensieren können.

www.fixed-income.org
Foto: Stefan Kreuzkamp
© DWS



29.09.2022, Investment

High-Yield-Markt: USA attraktiver als Europa - trotz teurerer Bewertung

von Kyle Kloc, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management in Zürich

Die sommerliche Kurserholung im Anleihensegment war möglicherweise nur ein Strohfeuer, denn der September knüpfte an das schwache erste Halbjahr an. Seit Jahresanfang steht damit ein historisch hohes... [mehr]
27.09.2022, Investment

Währungsspiele

von Peter De Coensel, CEO, DPAM

Auf Ersuchen des Finanzministeriums stoppte die Bank of Japan am vergangenen Donnerstag, dem 22. September, den Kursverfall des japanischen Yen gegenüber dem USD. Die Marktintervention erfolgte,... [mehr]
27.09.2022, Investment

„Attraktiver Einstiegspunkt für grüne Anleihen“, Caterina Ottavi, Portfoliomanagerin, und Matteo Merlin, Senior Portfoliomanager, Eurizon

Grüne Anleihen, sogenannte Green Bonds, haben unter der Zinserhöhungspolitik der Zentralbanken und der wirtschaftlichen Unsicherheit – unter anderem dem Russland-Ukraine-Krieg – gelitten, sagen... [mehr]
26.09.2022, Investment

Kommentar zum Ergebnis der italienischen Wahl und ersten Hochrechnungen

von Andrew Mulliner, Head of Global Aggregate Strategies, bei Janus Henderson Investors

Es ist noch etwas früh, und die endgültigen Ergebnisse können von den Umfragen zum Wahlausgang etwas abweichen, aber im Großen und Ganzen stimmen sie mit den letzten Umfragen von vor ein paar Wochen... [mehr]
26.09.2022, Investment

Versicherer gehen gestärkt aus Pandemie, Inflation und Konflikten hervor

von Rötger Franz, Plenum Investments

Die Berichtssaison H1/22 für die europäischen Versicherer ist abgeschlossen und die Ergebnisse sind unserer Ansicht nach ein Zeichen der Stärke für diesen Sektor. Die Mehrheit der Emittenten in... [mehr]
23.09.2022, Investment

Einkaufsmanagerindizes Deutschland und Eurozone: Vorboten eines schwierigen Winters

von Martin Moryson, Chefvolkswirt Europa, DWS

Die deutschen Einkaufsmanager rechnen offenbar mit einem schweren Winter. So sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe ausweislich der Umfrage kräftig gesunken und bewegen sich auf... [mehr]
22.09.2022, Investment

Eine neue Phase des Bärenmarktes beginnt

Die Kurse von Risikoanlagen wie Aktien spiegeln nach der Sommerrally erneut ein Soft-Landing-Szenario wider, stellt die Union Bancaire Privée (UBP) fest und rät Investoren, sich für die neue Phase... [mehr]
22.09.2022, Investment

US-Notenbanksitzung im September: noch mal 125 Basispunkte dieses Jahr, aber keine Rezession?

von Christian Scherrmann, US-Volkswirt, DWS

Wie erwartet, erhöhte die US-Notenbank die Leitzinsen um weitere 75 Basispunkte. Damit nicht genug, denn die wirklich falkenhafte Botschaft lag in den aktualisierten Wirtschaftsprognosen. Die... [mehr]
22.09.2022, Investment

Sie dreht sich immer schneller

von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG

Europa und als Leader-Nation Deutschland schienen Anfang 2022 die große Corona-Krise überwunden zu haben, als Wladimir Putin am 24. Februar entschied die Welt in eine neue Krise zu stürzen. Russland... [mehr]
21.09.2022, Investment

Zins-Schock in Schweden könnte Bank of England zu gewagtem Schritt verleiten

von Andy Burgess, Fixed Income Investment Specialist bei Insight Investment

Die schockierende Anhebung um 100 Basispunkte in Schweden hat nun eindeutig den Ton für die Bank of England vorgegeben und steigert das Risiko, dass die Bank den Einsatz mit einer Anhebung um 75... [mehr]
News 1 bis 10 von 5046
<< Erste < zurück 1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 vor > Letzte >>
Anzeige
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen