Anzeige
15.05.19

Internationale Rentenmärkte: Unkonventionell wird konventionell

Degroof Petercam AM schätzt die Aussichten für die internationalen Anleihemärkte stabil ein, mit interessanten Festzinsanlagen in allen Bereichen

Der „America First“-Ansatz breitet sich weltweit aus. Dies verschiebt das Risikogleichgewicht eindeutig in Richtung einer rückläufigen Handels- und Investitionstätigkeit. Daten des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank belegen, dass die Im- und Exporte in Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts bereits seit 2010 stocken. Die gerade stattfindende technologische Revolution, die noch nicht auf breiter Front für einen Produktivitätsschub sorgt, erfordert jedoch eine verbesserte Zusammenarbeit und Vertrauen unter den Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft China, USA und Europa.

„Aber gerade dort tauchen viele Fragezeichen auf“, verweist Peter De Coensel, CIO Fixed Income bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM). „Populistische Politiker gewinnen immer häufiger Wahlen. Die Wahlergebnisse der vergangenen drei Jahre bestätigen rund um den Globus das Potenzial jener politischen Strategien, die moralische Grenzen suchen und austesten. Eine längerfristige Abwärtsanpassung des globalen Wachstumspotenzials ist an den Finanzmärkten jedoch nicht flächendeckend eingepreist.“

„Anleihen werden deshalb allerdings nicht auf die Handelsniveaus von vor 20 Jahren zurückgesetzt“, so der Rentenexperte. Vielmehr erwartet er weltweit stabile Anleihemärkte, mit interessanten Festzinsanlagen in allen Bereichen. Unterstützung dafür komme von der Zinsfront. Die Entscheidung der US-Notenbank vom Januar, in ihrem Zinszyklus eine längere Pause einzulegen, drückte im ersten Quartal 2019 die aktuelle und erwartete Volatilität an den Zins- und Kreditmärkten. Daran sollte sich vorerst wenig ändern. Und in Europa werden in den kommenden sechs Monaten die Beratungen über zinsfreie Bankkredite und die Möglichkeit einer Staffelung von Einlagesätzen auf der Tagesordnung der EZB stehen, um das anfällige EU-Bankensystem zu stützen.

„Zwar deuten die Terminpreise bei den Zinssätzen auf eine schwache Aufwärtsnormalisierung der langfristigen Renditen. Andererseits könnten Abwärtsüberraschungen bei der Inflation der positiven Dynamik, die die weltweiten Anleihenmärkte seit Anfang des vierten Quartals 2018 beflügelt, noch mehr Schub verleihen“, sagt Peter De Coensel.

Entflechtung zwischen Finanzplätzen
Nicht nur beim Handel, auch an den Finanzplätzen ist eine abnehmende Interdependenz zu beobachten. Kann die Deglobalisierung somit auch die Kapitalströme treffen? Darauf deutet nach Ansicht des Renten-Chefs bei DPAM tatsächlich immer mehr hin: „Bei der inländischen Anlegerbasis in den USA kam es zu einem erheblichen Anstieg der Positionen in US-Staatsanleihen, die Interbankenmärkte in der Europäischen Union sind weiterhin dysfunktional, der Anteil italienischer Staatsanleihen in ausländischem Besitz fällt immer weiter und einige Schwellenländer verringern ihre Abhängigkeit vom US-Dollar.“

Anleger sollten auf einen anhaltenden Rückgang der erwarteten Renditen in allen Anleihesektoren von Staats- über Investment-Grade- bis hin zu Hochzinsanleihen gefasst sein. Die positive Dynamik bei Anleihen kehrte vor rund sechs Monaten an die Märkte zurück und hat noch viel Spielraum.

Die Deglobalisierung könnte zudem zu einer Fortsetzung des Aufwertungstrends beim US-Dollar führen. Der seitwärts tendierende USD-Index war zwischen 2001 und 2007, einer durch rasche Globalisierung und Deregulierung gekennzeichneten Phase, in einer deutlichen Baisse. Der Ausbruch der großen Finanzkrise lieferte dann ein falsches Signal für eine Trendumkehr. Die eigentliche Umkehr erfolgte erst im Jahr 2011. „Wir erkennen derzeit keine Anzeichen, die diesen Unterstützungstrend für den Dollar ändern könnten“, sagt der Manager des globalen Rentenfonds DPAM L Bonds Universalis Unconstrained.

Und ergänzt: „Die Zentralbanken konkurrieren weiterhin nicht um die Zinssätze, sondern in Bezug auf die Größe ihrer Bilanz. Daher ist die Bewertung der Währungen weniger durch Zinsdifferenzen als vielmehr durch unkonventionelle geldpolitische Strategien beeinflusst. Unkonventionell wird konventionell. Deshalb plädieren wir dafür, Investments über alle globalen Anleihesektoren hinweg zu diversifizieren. Das Potenzial von Euro-Staatsanleihen und der reifenden europäischen Investment-Grade- und Hochzinsmärkte schätzen wir weiterhin hoch ein. Engagements in verschiedenen Währungen sollten umsichtig, doch mit Zuversicht eingegangen werden. Schwellenländerstaatsanleihen in Lokalwährungen sind eine weitere wichtige Festzinskomponente für die Gesamtrendite von Anlegerportfolios.“

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Peter De Coensel © Degroof Petercam Asset Management)



17.06.2019, Investment

Aquila Capital veröffentlicht ersten jährlichen ESG-Report

Das auf alternative Anlagen spezialisierte Investmentunternehmen Aquila Capital veröffentlicht den ersten, von nun an jährlich erscheinenden ESG-Report, der die Ergebnisse im Bereich ökologischer,... [mehr]
17.06.2019, Investment

Harte Zeiten für Investoren - Principal Global Investors kommentiert

„Harte Zeiten für Investoren – defensive und hochwertige Risikoanlagen könnten sich lohnen“ - Seema Shah, Senior Global Investment Strategist bei Principal Global Investors, kommentiert das aktuell... [mehr]
17.06.2019, Investment

Aberdeen Standard Kommentar zum Jahrestag des Brexit-Referendums

Andrew Milligan, Head of Global Strategy bei Aberdeen Standard Investments, zieht zum bevorstehenden dritten Jahrestag des Brexit-Referendums Bilanz und kommentiert: „Der 23. Juni 2016 wird als... [mehr]
14.06.2019, Investment

Fidelity Fixed Income Monatsbericht: Riskante Vermögenswerte unter Druck

Andrea Iannelli, Fixed Income Investment Director von Fidelity International, erläutert, warum er in diesem Monat auf der Hut bleibt. Besonders aufmerksam beobachtet er die weiteren Entwicklungen im... [mehr]
14.06.2019, Investment

Legg Mason: „Können die Erträge von Bundesanleihen noch weiter sinken?“

„Sie sind aktuell der Blitzableiter für die Ängste des Marktes“, sagt Gordon S. Brown, Co-Head of Global Portfolios bei der auf Anleihen spezialisierten Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset... [mehr]
13.06.2019, Investment

Unternehmensanleihen in Fremdwährungen bereichern jedes Portfolio

von Michael Hess, Leiter Portfolio Management Corporate Credit, BANTLEON

Die extrem tiefen Zinsen machen sicherheitsbewussten Anlegern das Leben schwer, rentieren doch viele hochqualitative Staatsanleihen im negativen Terrain. Eine Alternative können... [mehr]
12.06.2019, Investment

Bericht von WWF und Investec AM zeigt Ansätze für Investoren in Staatsanleihen auf

Fortschritte bei georäumlichen Daten und Satellitenaufnahmen könnten die Bewertung und das Management von Umweltrisiken für Investoren in Staatsanleihen erleichtern und so das Fundament für eine... [mehr]
07.06.2019, Investment

Geldpolitik: EZB hält an Nullzinspolitik fest

Marktkommentar von Mondher Bettaieb, Head of Corporate Credit bei Vontobel Asset Management

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hielt sich bei der gestrigen Sitzung alle geldpolitischen Optionen offen. Die Zentralbank hob die Wachstumsprognose für die Europäische... [mehr]
06.06.2019, Investment

M&G Investments zur EZB-Entscheidung: Kleineres Kaliber statt großer Bazooka

Kommentar von Dr. Wolfgang Bauer, Fondsmanager im Anleiheteam bei M&G Investments, zur heutigen Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank: „EZB-Präsident Mario Draghi zückte heute nicht... [mehr]
05.06.2019, Investment

State Street verstärkt Daten- und Analyseangebot im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG)

State Street Corporation gibt die weitere Verbesserung der internetbasierten Plattform des Unternehmens, ESGX®, bekannt, mit der Kunden die Risiken ihrer Portfolios unter den Gesichtspunkten Umwelt,... [mehr]
Anzeige
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen