Anzeige

Anzeige
Anzeige
25.09.19

Interessenverband Kapitalmarkt KMU sieht existenzbedrohende Benachteiligung des börsennotierten Mittelstandes

Gesetzesfehler führt beim Handel der Aktien zukünftig bei börsennotierten Mittelständlern zu regelmäßigen unsinnigen Grunderwerbsteuerzahlungen

„Das geplante Gesetz stellt den börsennotierten Mittelstand in Deutschland in Frage. Es handelt sich um einen klassischen Gesetzesfehler – wohl eher unbeabsichtigt als tatsächlich gewollt. Während überall in Europa zu Recht die Initiative der Kapitalmarktunion gepredigt wird und die Kapitalmarktfinanzierung von Mittelständlern erleichtert werden soll, wird in Deutschland wohl der börsennotierte Mittelstand durch nicht nachvollziehbare Steuergesetze zusätzlich zur Kasse gebeten. Dies führt zu einer starken Benachteiligung gegenüber Großunternehmen und dem Mittelstand im Ausland. Das ist unsinnig“, so der Präsident des Interessenverbandes Kapitalmarkt KMU und Partner der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft Ingo Wegerich.

Eigentliches Ziel des geplanten Gesetzes ist die Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen in der Grunderwerbsteuer. Gegenwärtig sind Veräußerungen von inländischen Immobilienbeteiligungen steuerfrei, solange nicht mindestens 95 Prozent der Anteile innerhalb von fünf Jahren übertragen werden. Das geplante Änderungsgesetz sieht nunmehr eine Absenkung der Schwelle auf 90 Prozent und eine Verlängerung der Frist auf 10 Jahre vor. Darüber hinaus sollen zukünftig aber auch Anteilseignerwechsel an Kapitalgesellschaften mit inländischem Grundbesitz erfasst werden. „Besteuert wird die Gesellschaft, die wegen des Anteilseignerwechsels grunderwerbssteuerrechtlich nicht mehr als dieselbe Kapitalgesellschaft anzusehen ist“, so die Gesetzesbegründung.  
Die Aktiengesellschaften im Streubesitz befürchten nun, künftig regelmäßig Grunderwerbssteuer zahlen zu müssen, nur weil ihre Aktien an der Börse umgeschlagen werden. Aufgrund allein der Börsenumsätze in 2018 müssten danach eine Vielzahl von DAX-Unternehmen Grunderwerbsteuer auf ihren gesamten inländischen Immobilienbesitz zahlen. Der Bundesrat schlägt nun vor, Kapitalgesellschaften, die an einem organisierten Markt zugelassen sind, auszunehmen. Danach würde die Regelung allein die im Freiverkehr gelisteten börsennotierten Mittelstandsunternehmen treffen und benachteiligen.

Der Interessenverband kapitalmarktorientierter KMU e.V. stellt fest:

-  Der Erwerb von Aktien börsennotierter Kapitalgesellschaften hat keinen missbräuchlichen Gestaltungszweck – die Unternehmen nutzen die Börse, um Innovationen und Wachstum zu finanzieren und Arbeitsplätze zu schaffen.
-  Die Missbrauchsnorm muss auf den Zweck der Anteilsübertragung abstellen. Der Zweck des Kaufes börsennotierter Aktien erfolgt nicht missbräuchlich zur Vermeidung von Grunderwerbsteuer. Er ist auf das Erzielen langfristiger Erträge aus Dividenden und Kurssteigerungen ausgerichtet, die insbesondere für die Altersvorsorge genutzt werden.
-  Die Identifikation der Personen im Aktienbesitz aufgrund der Besonderheiten des Börsenhandels ist nicht möglich. Somit bleibt allein ein Abstellen auf den Handelsumsatz, was nicht sachgerecht ist:
-  Börsennotierte Unternehmen (auch im Freiverkehr) müssen grundsätzlich ausgenommen werden (dies ist etwa in Frankreich vorgesehen):
-  Auch Freiverkehrsemittenten unterliegen wie Emittenten eines organisierten Marktes den Regelungen der Marktmissbrauchsverordnung – Marktmissbrauch in Form von Insidergeschäften und Marktmanipulation wird verhindert. Eine Differenzierung nach Marktsegmenten ist insoweit nicht sachgerecht und benachteiligt den börsennotierten Mittelstand.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Rechtsanwalt Ingo Wegerich @ Interessenverband kapitalmarktorientierter KMU e.V.)



16.04.2021, Investment

Value oder nicht value?

von Maxime Lefebvre (CFA) und Romain Ruffenach, Fondsmanager des Echiquier Value Euro

Haushaltspolitik. Ein Ausdruck, der in den vergangenen, vom Kapitalismus geprägten Jahren wenig im Trend lag, setzt dieser doch eher auf das Prinzip „Laissez-faire“. Dennoch geht die durch die... [mehr]
15.04.2021, Investment

Sutor Bank: Stimmungswechsel am Anleihenmarkt? Erstmals seit mehr als 2 Jahren mehr Hoch- als Herabstufungen - Vorsicht bleibt Trumpf

Zahl der Herabstufungen hat deutlich abgenommen, erst bei Ebbe nach der Geldflut der Notenbanken zeigt sich wahres Ausmaß

Steht der Anleihenmarkt vor einem Stimmungswechsel? Zum ersten Mal seit Dezember 2018 haben in den vergangenen Wochen die Hochstufungen die Herabstufungen bei den Anleihen-Ratings weltweit überwogen.... [mehr]
15.04.2021, Investment

BayernInvest und BlackRock starten neuen Private Debt Fonds

Attraktive Renditen trotz Zinstief: Institutionelle Anleger können ab sofort in einen neuen europäischen Private Debt Fonds investieren. Die BayernInvest startet mit BlackRock als Fondsmanager den... [mehr]
15.04.2021, Investment

Gibt es eine grüne Blase?

von Guillaume Brisset, Fondsmanager des Clartan Ethos ESG Europe Small & MidCap

Die ESG-Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Asset Managements geworden. Durch die jüngst in Kraft getretene EU-Offenlegungspflicht für die... [mehr]
15.04.2021, Investment

Impf-Optimismus bringt Fluggesellschaften höhere Anleiherenditen

Marktkommentar des PGIM Fixed-Income-Teams

US-Hochzinsanleihen verzeichneten in der vergangenen Woche einen Anstieg von +0,59% inmitten des Optimismus über die Normalisierung nach der Impfung und die erwartete wirtschaftliche Erholung.... [mehr]
14.04.2021, Investment

Vontobel lanciert zwei nachhaltige Anleihefonds

Vontobel erweitert sein Angebot an ESG-Anleihefonds um zwei neue Produkte – einen Impact-Fonds mit grünen Anleihen („Green Bonds“) sowie einen nachhaltigen Fonds mit Schwellenländeranleihen – und... [mehr]
13.04.2021, Investment

6 bis 9 Prozent Rendite für nordische High Yields erwartet

von Svein Aage Aanes, Leiter des Fixed Income Teams bei DNB Asset Management

Inflationsängste, turbulente Aktienmärkte und der Renditeanstieg bei langlaufenden Anleihen bewegen derzeit Anleger. Relativ unberührt davon entwickelt sich der nordische Markt für Hochzinsanleihen.... [mehr]
13.04.2021, Investment

Mumm kompakt - Schneller steigende Zinsen nach US-Inflationssprung?

von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel

Die in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehenden US-Inflationsdaten für März werden voraussichtlich einen deutlichen Anstieg anzeigen. Die Erwartungen liegen bei 2,5 Prozent Preisniveauanstieg im... [mehr]
12.04.2021, Investment

Aktien: Nicht nur auf Bondrenditen schauen, sondern Blick ganzheitlich fassen

Die Renditeentwicklung an den Anleihenmärkten hat in den vergangenen Wochen für Furore gesorgt. Vor allem die US-Renditen sind ein Top-Thema und stehen eindeutig im Mittelpunkt des Interesses. Auch... [mehr]
09.04.2021, Investment

Wahlkampf

Kapitalmarkt-Standpunkt von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG

„Einen Brückenlockdown“ möchte er nun, der CDU-Vorsitzende und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Und rotiert in seinen Bemühungen „Papi“ zu werden mal eben so um 180 Grad von seiner bis-herigen... [mehr]
Anzeige
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen