Anzeige

Anzeige
07.10.19

Legg Mason: „Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries könnten in der nächsten schwachen Wachstumsphase auf null fallen“

Der Vergleich dürfte den amerikanischen Währungshütern nicht gefallen – Gary Herbert, Portfolio Manager und Head of Global Credit bei der Legg Mason-Tochter Brandywine Global, zieht ihn dennoch: „Die heutige Fed erinnert mich sehr an den stets wohlmeinenden aber unbeholfenen Laurel aus den Laurel und Hardy-Filmen, während der aktuelle Anleihemarkt für mich den Hardy spielt. Unglücklicherweise handelt es sich dabei jedoch nicht um eine Schwarz-Weiß-Komödie, sondern um ein Schauspiel live und in Farbe, das jeder mitverfolgen kann.“

Den Vergleich zieht Herbert auch deshalb, weil es in der Tat eine schöne Bescherung sei, die wir gerade miterleben. „Ende September haben wir eine Fed gesehen, die – nachdem sie historische Ankäufe von US-Treasuries und Hypothekenverpflichtungen über die gesamte Laufzeitstruktur getätigt hat, um Renditen zu beeinflussen sowie für eine robustere Erholung der Wirtschaft zu sorgen – mir nichts, dir nichts zurück an den Kapitalmarkt kommt, um für Fonds und Finanzinstitute mit hohem Risiko/Eigenkapital-Verhältnis Tages- und Laufzeitfinanzierungen bereitzustellen – so viel zu freien und uneingeschränkten Märkten“, analysiert Herbert.

Auch die quantitative Lockerung bewertet der Portfoliomanager kritisch: „Eingeführt wurde QE in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Damals war es ein Versuch des japanischen Premier Takahashi Korekiyo endlich die japanische Wirtschaft anzukurbeln. Angemessen qualifiziert und letztendlich akademisch betäubt vom Wirtschaftswissenschaftler Ben Bernanke wurde QE zur akzeptierten geldpolitischen Doktrin – natürlich nur für den Notfall.“ Ein solcher „Notfall“ kam, das erwartete Wachstum und der starke Wirtschaftsaufschwung blieben indes aus – dafür müsse man nur den durchschnittlichen Amerikaner oder besser den Japaner oder Europäer fragen, bei denen das geldpolitische Experiment wesentlich weiter getrieben wurde und entsprechend härter zugeschlagen habe. „Der Versuch aus der quantitativen Lockerung auszusteigen kann man wohl am besten damit vergleichen, Farbe beim Trocknen zuzusehen. Und soweit ich weiß, gab es in der Vergangenheit kein einziges Beispiel dafür, dass ein solcher Ausstieg reibungslos verlief“, argwöhnt Herbert.

Für Herbert ist die Diskussion um die quantitative Lockerung sowie ihre schwache und fadenscheinige logische Grundlage auch deshalb von Bedeutung, weil er davon ausgeht, dass die Renditen zehnjähriger US-Treasuries in der nächsten schwachen Wachstumsphase auf null fallen könnten. Er gibt außerdem zu bedenken, dass Japan und auch einige Volkswirtschaften in Europa bereits auf einem solchen Renditeniveau angekommen seien und fragt, wie sehr sich die USA von diesen Wirtschaftszonen unterscheidet? „Die USA haben ebenfalls eine niedrige Geburtenrate, eine alternde Bevölkerung, eine schwächer werdende Produktivität sowie mittlerweile einen immer höheren Schuldenberg“, fasst er die Lage zusammen. „Die Politik der quantitativen Lockerung wird damit buchstäblich zum ‚Hotel California‘: Auschecken ist jederzeit möglich, wirklich gehen kann man jedoch nicht.“

Die Gründe für den Bruch bei den Tagesfinanzierungen bewertet Herbert als vielschichtig – unter anderem sei die Präferenz für liquide Reserven der großen Geschäftsbanken dafür verantwortlich. Unbestritten sei auch, dass die Fed mal wieder dazu genötigt wurde, ihre Bilanz auszuweiten, nur dieses Mal in einer wirtschaftlich recht starken Phase: Die Gehälter steigen und die Arbeitslosenquote ist auf einem Rekordtief. Vor diesem Hintergrund, betont Herbert, sei es nicht völlig absurd, zu glauben, zehnjährige US-Staatsanleihen könnten um 200 Basispunkte fallen, sobald die Wirtschaft in die Tiefen einer normalen Rezession abtaucht. „Anleger sollten sich entsprechend auf noch tiefere Renditen bei Staatsanleihen einstellen“, mahnt Herbert. In der Tat eine schöne Bescherung!

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Gary Herbert
© Legg Mason)



23.06.2021, Investment

Norwegen: Erste Zinserhöhung wahrscheinlich schon im September

Marktkommentar von Svein Aage Aanes, Leiter des Fixed Income Teams bei DNB Asset Management

Die makroökonomische Entwicklung in den nordischen Ländern verbessert sich nun deutlich. In allen nordischen Ländern wird die Wirtschaft wieder angekurbelt und die Zahl der Covid-Fälle geht zurück.... [mehr]
22.06.2021, Investment

3 Gründe für einen starken Euro

Marktkommentar von Tobias Stöhr, Börsenexperte bei Spectrum Markets

In den vergangenen zwölf Monaten hat der Euro unter dem Strich gegenüber dem US-Dollar gewonnen. Obwohl es Phasen des Rückgangs gab, insbesondere seit Januar dieses Jahres, ist der Euro noch immer... [mehr]
22.06.2021, Investment

Jerome Powells Drahtseilakt: Zeit für ein Ende der Finanzspritzen?

von Olivier de Berranger, CIO bei LFDE

Es ist nun knapp über ein Jahr her, dass die Fed – konfrontiert mit einer in vielerlei Hinsicht beispiellosen Krise – den Markt mit Liquidität flutete. Kurz vor Beginn des Sommers versucht sich die... [mehr]
22.06.2021, Investment

„Die Renditen können auf beiden Seiten des Atlantiks stärker steigen“, Maria Luisa Matarrelli, Eurizon

Maria Luisa Matarrelli, Head of Developed and Emerging Government Bonds and Forex bei Eurizon, erwartet hinsichtlich der Inflation in den Sommermonaten eine Entspannung und für das 4. Quartal einen... [mehr]
21.06.2021, Investment

Inflation: „vorübergehendes“ Dilemma – oder?

Standpunkt von Deborah A. Cunningham, CFA bei Federated Hermes

Die Auffassung der Fed von „vorübergehend“ könnte zu lang sein. Als die Federal Reserve vor einigen Monaten zum ersten Mal den Begriff „transitorisch“ einführte, um die aufkeimende Inflation zu... [mehr]
18.06.2021, Investment

Triodos IMpact Check - Der fragwürdige Boom hellgrüner Fonds

von Hans Stegeman, Chief Investment Strategist, Triodos Investment Management

Laut dem BVI ist das für deutsche Kunden verwaltete Vermögen nachhaltiger Fonds von Januar bis März dieses Jahres um ganze 107 Milliarden Euro auf einen neuen Höchststand von 254 Milliarden Euro... [mehr]
18.06.2021, Investment

Anleihen: Reflation nutzen statt fürchten!

von Gurpreet Gill, Macro Strategist, Global Fixed Income, bei Goldman Sachs Asset Management

Eines der brisantesten Themen an den Finanzmärkten ist zurzeit der so genannte Reflationshandel. Notenbanken und Regierungen haben beschlossen, die Ausgaben und die Wirtschaftsleistung nach der... [mehr]
17.06.2021, Investment

Die Qual der Wahl..., ...sagt der Volksmund

Kapitalmarkt-Standpunkt von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG

Nach dem von Kritikern beklagten multiplen Staatsversagen bei der professionellen Bekämpfung der Pandemie steht eine neue Herausforderung bevor. Die Bundestagswahl. Eine neue Herausforderung? Nein,... [mehr]
17.06.2021, Investment

Attraktive Verbindung: nachhaltige und finanzielle Rendite

von Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland, Swisscanto Asset Management International S.A.

Jahr für Jahr weist der Marktbericht des Forum Nachhaltige Geldanlagen enorme Zuwächse des Segments in der D-A-CH-Region aus. So auch im aktuellen Bericht 2021, der dem deutschen Markt ein Plus von... [mehr]
15.06.2021, Investment

Federated Hermes - Was Anleihen antreibt: Bulle versus Bär

von Anna Chong, Senior Credit Analyst bei Federated Hermes

Das Jahr 2021 war durchaus volatil für die Wertentwicklungen von Vermögensanlagen, bedingt durch ein inflationäres Marktumfeld. Rohstoffe, Aktien und Hochzinsanleihen sind gestiegen – aber... [mehr]
News 1 bis 10 von 4667
<< Erste < zurück 1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 vor > Letzte >>
Anzeige
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen