Anzeige

Anzeige
10.10.19

Ein volatiler Reposatz ist noch lange kein Zeichen für eine drohende Krise / BNY Mellon Investment Management

Der US-Reposatz fand selten so viel Aufmerksamkeit wie in letzter Zeit. Grund dafür war der kurzfristige Anstieg des Reposatzes am 17. September auf 10 Prozent. Solch einen Zuwachs gab es seit der Finanzkrise nicht mehr. Vincent Reinhart, Chefökonom von Mellon, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management, glaubt jedoch nicht, dass das Finanzsystem vor einer Systemkrise steht:

„Repogeschäfte ermöglichen Banken schnellen Zugriff auf Liquidität. Dabei kauft eine Geschäftsbank von einer anderen Bank Wertpapiere mit der Vereinbarung, diese am nächsten Tag zurückkaufen. Der Anstieg des Reposatzes kann somit ein Zeichen sein, dass Banken einander keine Kredite mehr gewähren. Das wiederum heizt Spekulationen über ein mögliches systemisches Problem im Finanzsystem an – wie damals während der Finanzkrise. Befinden sich die Banken also in Schwierigkeiten?

Wir glauben das nicht. Vielmehr ist der Anstieg wohl auf eine Reihe zufälliger Ereignisse zurückzuführen. Nachdem die Fed dem Bankensystem ein Jahrzehnt lang reichlich Liquidität zugeführt hat, reduzierte sie ihr Portfolio in den letzten zwei Jahren schrittweise und damit ihre Reserven. Zudem flossen dem US-Finanzministerium Mitte September Steuereinnahmen in Milliardenhöhe zu, ebenso wie der Erlös aus einigen großen Bond-Auktionen. Dadurch schwoll die Bilanz der Zentralbank um 200 Milliarden US-Dollar an; im Umkehrschluss wurde den Geschäftsbanken im ungefähr gleichen Umfang Liquidität entzogen. Die Banken wiederum wollten größere Reserven halten als die Fed bereitstellte. Weil diese auf dem Geldmarkt nicht zu bekommen waren, stieg der Reposatz steil an.

Kürzlich hat der Fed-Präsident Jerome Powell konstatiert, dass es unklar sei, in welchem Umfang Liquidität von der Zentralbank zur Verfügung gestellt werden muss, um den Reposatz auf stabilem Niveau zu halten. Das ist allerdings keine Neuigkeit, denn die Suche nach der richtigen Balance zwischen Angebot und Nachfrage folgt für die Fed seit jeher zu einem gewissen Maß auch dem Prinzip von Versuch und Irrtum.

Die derzeitige Volatilität zeigt deutlich, dass die Zentralbank die Situation wohl falsch eingeschätzt hat, obwohl sie das Problem relativ schnell erkannte und dem Bankensystem vorübergehend 75 Milliarden Dollar zur Verfügung stellte. Dieser Betrag wurde inzwischen deutlich erhöht.

Die zehn Jahre seit der Finanzkrise sind indes einzigartig an den Finanzmärkten, weil die US-Notenbank das Bankensystem mit Liquidität flutete und dadurch die Schwankungsbreite des Reposatzes deutlich einengte. Vor der Finanzkrise war die Bilanzsumme der Fed deutlich kleiner und die Notenbank wesentlich zurückhaltender bezüglich der dauerhaften Bereitstellung von Liquidität. Sprunghafte Veränderungen des Reposatzes waren damals üblich, ebenso wie kurzfristige Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquidität. Die Notenbank stellte dem Repomarkt pro Jahr über rund 200 Tage Liquidität zur Verfügung.

Historisch gesehen ist das Vorgehen der Zentralbank also nicht außergewöhnlich, und bis sich die Fed dazu entschließt, die Reserven dauerhaft zu erhöhen, wird sie dem Repomarkt auch weiterhin Liquidität zur Verfügung stellen.

Dass die Fed das richtige Maß auf Anhieb findet, ist allerdings nicht garantiert. Deshalb sollten sich Anleger darauf einstellen, dass die Volatilität am Repomarkt weiter zunimmt.“

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Vincent Reinhart © BNY Mellon Investment Management
)




11.08.2020, Investment

Kommentar: Kommt die Inflation?

Manfred Schlumberger, Leiter Portfoliomanagement StarCapital befasst sich in seinem aktuellen Kommentar mit den Faktoren, die zu einer Inflation führen könnten: „Aktuell besteht unter... [mehr]
10.08.2020, Investment

J.P. Morgan Asset Management: Wann kommt die Inflation?

Zahlreiche Experimente des „Gelddruckens“ endeten in der Historie sehr inflationär - warum ist es derzeit anders?

Es ist wie das Warten auf Godot: Die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken seit der Finanzkrise hat bei vielen Anlegern zu Inflationssorgen geführt. Doch der Durchschnitt der Inflation seit... [mehr]
10.08.2020, Investment

Allianz Capital Partners´ erster globaler Infrastrukturfonds hat erstes Closing

Allianz Global Diversified Infrastructure Equity Fund (AGDIEF) für institutionelle Anleger erreicht erstes Closing mit Investitionszusagen von mehr als 600 Mio. Euro

Allianz Global Investors (AllianzGI) hat heute das erste Closing des Allianz Global Diversified Infrastructure Equity Fund (AGDIEF) bekanntgegeben. Der Fonds wurde Anfang dieses Jahres von Allianz... [mehr]
07.08.2020, Investment

Immer mehr Schulden sind nicht die Lösung

von Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income und Harry Richards, Fondsmanager im Fixed Income-Team bei Jupiter Asset Management

Versuchen Regierungen und Notenbanken, Schuldenprobleme mit noch mehr Schulden zu beheben? Geld- und finanzpolitische Interventionen geben den Börsen Auftrieb, während zugleich die Wirtschaftsdaten... [mehr]
06.08.2020, Investment

Chart of the Week: Entwicklung der US-amerikanischen und europäischen High Yield-Märkte

Das Anleiheteam des Investmentmanagers Federated Hermes zeigt im „Chart of the Week“ die Entwicklung der US-amerikanischen und europäischen High Yield-Märkte auf. Diese Woche steht die... [mehr]
06.08.2020, Investment

An den Märkten bricht die Stunde der Wahrheit an

Kommentar von Hermann Ecker, Portfoliomanager bei der Bayerische Vermögen Management AG

Die Aktienmarktrally des zweiten Quartals 2020 wird in die Geschichte eingehen. Selten hielt die Dynamik an den Märkten so lange an und war es so einfach, mit einem Investment in einen Index hohe... [mehr]
05.08.2020, Investment

Unigestion: Jetzt den Fuß etwas vom Gas nehmen und Chancen nach einer möglichen Korrektur wahrnehmen

Nach der zurückliegenden Rally an den Aktienmärkten hält Guilhem Savry, Head of Macro and Dynamic Allocation im Cross-Asset-Team des schweizerischen Vermögensverwalters Unigestion, jetzt die Zeit für... [mehr]
04.08.2020, Investment

DWS erweitert ESG-Angebot um ETF für kurzlaufende Anleihen nachhaltig wirtschaftender Unternehmen

Xtrackers II ESG EUR Corporate Bond Short Duration UCITS ETF wird seit dem 3. August 2020 an der Deutschen Börse gehandelt

Mit dem neuen Xtrackers II ESG EUR Corporate Bond Short Duration UCITS ETF reagiert die DWS auf die steigende Nachfrage nach kurzlaufenden Unternehmensanleihen aus dem Euroraum und auf den steigenden... [mehr]
31.07.2020, Investment

BNY Mellon Investment Management: Unternehmensanleihen kaufen, wenn die Kanonen donnern

Seit dem Markteinbruch im Frühjahr, unter dem vor allem Schwellenländer- und Hochzinsanleihen stark litten, haben sich viele Anleihesegmente wieder deutlich erholt. Die makro-ökonomische Lage bleibt... [mehr]
30.07.2020, Investment

EMD-Hartwährung trotz jüngster Rallye attraktiv

Die Credit-Spreads der Schwellenländer bieten immer noch Investitionsmöglichkeiten

Seit ihrem Zehnjahreshoch im März und April 2020 haben sich die Credit Spreads der Schwellenländer wieder deutlich verengt. Die schnelle Trendwende wurde durch das Erreichen des Tiefpunkts bei den... [mehr]
News 1 bis 10 von 4433
<< Erste < zurück 1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 vor > Letzte >>
Anzeige
Neue Ausgabe jetzt online!



Aktuelle Ausgabe
kostenlos herunterladen