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25.10.09

Corporate Bonds an der Deutschen Börse – Unternehmensanleihen – ein zunehmend wichtiger Bestandteil der Finanzierung

von Dr. Martin Steinbach, Edda Vogt, Deutsche Börse AG

Private Equity, Public Equity und Fremdkapital sind keine Gegensätze, sondern Komponenten eines individuellen Finanzierungsmixes. Jedes Unternehmen braucht eine Kapitalstruktur, die genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ein wichtiger Weg dahin ist der an die Börse, der viele Vorteile bringt. Börsennotierte Unternehmen wachsen in der Regel nicht nur schneller, sie reagieren auch stabiler auf konjunkturelle Schwankungen.

Wahl zwischen zwei Segmenten.
In Europa gibt es zwei Zugänge zum Kapitalmarkt: EU-regulierte und von den Börsen selbst regulierte Märkte. Je nach Marktsegment gelten auch für Unternehmen, die Anleihen platzieren, unterschiedliche Transparenzanforderungen. Der Open Market, ehemals Freiverkehr, ist offen für Unternehmen, die ihre Corporate Bonds bei geringen formalen Pflichten schnell, unkompliziert und kostengünstig in den Handel einbeziehen lassen wollen. Sie müssen geringe Einbeziehungsvoraussetzungen erfüllen, z.B. über eine ISIN verfügen und frei handelbar sind. Es fallen keine Einbeziehungsfolgepflichten an. Unternehmensanleihen im Regulierten Markt erfüllen europäische Anforderungen. Wesentliche Zulassungsanforderungen sind u.a. ein gebilligter Prospekt, ein Handelsregisterauszug und die Satzung des Emittenten. Im Regulierten Markt gibt es außerdem eine Reihe von Folgepflichten: Emittenten von Corporate Bonds, die hier ihren Heimatmarkt haben, müssen z.B. innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Geschäftsjahres einen Jahresfinanzbericht in den elektronischen Bundesanzeiger einreichen. Zudem haben sie für Anleger relevante Informationen zur Anleihe, z.B. in Bezug auf die Rückzahlung oder Zinszahlung, in Form von Ad-hoc-Meldungen zu veröffentlichen.

Nationale und internationale Anleger.
Entscheidend bei der Platzierung einerUnternehmensanleihe sind neben den nationalen auch zunehmend internationale Investoren. Damit spielt die Anbindung der Handelsplattform an Investoren eine zentrale Rolle. Die Deutsche Börse plant, noch in diesem Jahr den Handel von Unternehmensanleihen auf Xetra zu ermöglichen. An die Handelsplattform Xetra sind über 250 Teilnehmer in 19 Ländern – dazu gehören alle großen Banken und Wertpapierhäuser – und mehr als 4.700 zugelassene Händler angeschlossen. Der Zugang zum Xetra-Handelssystem ist standortunabhängig. Bond-Emittenten profitieren dabei von einem globalen Netzwerk an Investoren. So stammen über 65% des Handelsvolumens von internationalen Investoren. Zudem verfügt der von der Deutschen Börse organisierte Kapitalmarkt über eine starke nationale Platzierungskraft bei privaten und institutionellen Investoren – den sogenannten „Equity home bias“.

Umfassende Betreuung.
Die Deutsche Börse unterstützt Unternehmen vor und nach der Bond-Emission. Bevor Börsenaspiranten die Vorteile einer Börsennotierung für sich nutzen können, steht eine Reihe organisatorischer, steuerlicher und juristischer Entscheidungen an, die weit reichende Konsequenzen haben können. Grund genug, diesen strategischen Schritt genau zu planen. Die Deutsche Börse Listing Partner bieten professionelle Begleitung für Untenehmen auf der Suche nach Fremdkapital. Zu ihnen zählen Emissionsbanken und -berater, Rechtsanwälte, Steuerberater und IR-Agenturen – sie bringen viel Erfahrung aus dem Kapitalmarkt mit und bieten qualifizierte Beratung. Auch mit dem Investor Guide unterstützt die Deutsche Börse Unternehmen bei der Pflege der Beziehungen mit Investoren. Per Internet werden rund 2.200 Adressen und Kontaktdaten institutioneller Investoren und Vermögensverwalter aus 29 Länden zur Verfügung gestellt. Ein zusätzlicher Online-Service ermöglicht die Analyse des Investitionsgebarens spezieller institutioneller Anleger.

Für jeden etwas – Handel mit Unternehmensanleihen an der Börse Frankfurt
Neue Popularität.
2009 erlebten Unternehmensanleihen eine überraschende Renaissance bei Investoren – trotz der Kursperformance von rund 18%, die Aktien gemessen am marktbreiten HDAX seit Jahresbeginn absolviert haben. Vor allem die Nachfrage nach Corporate Bonds ist angestiegen, und etliche Unternehmen konnten erfolgreich Neuemissionen am Rentenmarkt platzieren. Zwei Gründe machen Marktbeobachter für diese Entwicklung aus: Im Rahmen der Finanzkrise und der sehr niedrigen Zinsen weltweit haben sich die Spreads – die Risikoaufschläge gegenüber den sichereren Staatsanleihen bester Bonität – stark ausgeweitet. Hohe Renditen machten Unternehmensanleihen für Anleger interessanter. Gleichzeitig blieb das Sentiment der Investoren gegenüber Aktien trotz der Kursgewinne eher negativ, insbesondere viele Institutionelle waren nach allgemeinem Konsens in Aktien unterinvestiert und bei der Hausse „nicht dabei“. Da boten sich Anleihen als Alternative mit fester Verzinsung an.

Liquider Handel.
Etwa 800 Unternehmensanleihen werden derzeit an der Börse Frankfurt gehandelt, teilweise hochliquide, so dass Anleger jederzeit Anteile kaufen und auch wieder verkaufen können. Fünf verschiedene Skontroführer, die im Wettbewerb zueinander stehen, stellen fortlaufend An- und Verkaufspreise. Beispielsweise sind in der meistgehandelten Anleihe, einem bis 2016 laufenden Papier von Lufthansa, in den vergangenen drei Monaten gut 47,2 Mio. Euro umgesetzt worden. Gleich drei Papiere von Thyssen Krupp folgen auf Rang zwei bis vier mit einem Gesamtvolumen von gehandelten 97,8 Mio. Euro.

Breites Angebot.
Neben der hohen Liquidität macht auch das in qualitativer Hinsicht breite Angebot den Handel mit Unternehmensanleihen über die Deutsche Börse attraktiv. Für jede Risikoneigung ist etwas dabei. Beispielsweise bietet eine bis 2013 laufende Anleihe von General Electric Capital eine Rendite von 3,83% bei einem Moody’s-Rating von AAA, während eine Schuldverschreibung des Ziegelproduzenten Wienerberger bei knapp 12% rentiert, wofür Anleger allerdings ein Rating von Baa2 in Kauf nehmen müssen. Spekulationsorientierte Anleger versuchen besonders mit Anleihen von Unternehmen in wirtschaftlichen Schieflagen Kursgewinne zu erzielen, die Aktien an Risiken bzw. Chancen nicht nachstehen. Für renditeorientierte Anleger ist mit nahezu 100 Stück auch das große Angebot an nachrangigen Anleihen interessant, die die schlechtere Bonität mit einer höheren Verzinsung ausgleichen. Seit Sommer 2009 werden etliche Anleihen vor ihrer Valuta über die Börse angeboten. Anleger können sich also Neuemissionen, die sie besonders interessieren, von Anfang an ins Depot legen.

Ein für Privatanleger wichtiger Aspekt sind die Mindestanlagesummen. Denn während sich Emissionen mit einer Stückelung von 50.000 Euro eher an Profis richten, liegt die kleinste Investitionssumme bei zahlreichen Unternehmensanleihen im Bereich von 1.000 bis 5.000 Euro.

Schneller, liquider, günstiger.
Noch in diesem Jahr ist geplant, für eine Auswahl besonders liquider Unternehmensanleihen den Handel auf Xetra anzubieten. Market Maker gewährleisten die Handelbarkeit. Die Veröffentlichung der Handelsdaten sowie aller wichtigen Stammdaten der verfügbaren Anleihen auf boerse-frankfurt.de erleichtert Investoren die Anlageentscheidung. Fundiertes Know-how und eine Hotline ergänzen den Service. Unternehmern bietet die Deutsche Börse zudem einschlägige Informationen und Kontaktmöglichkeiten im Internet über das Listing Center: deutsche-boerse.com/listing.


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