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22.02.21

„Das Geschäft brummt“, Fritz Homann, Homann Holzwerkstoffe GmbH

Die Homann Holzwerkstoffe GmbH begibt ihre dritte Unternehmensanleihe mit einer Laufzeit von 5,5 Jahren und einem Volumen von bis zu 60 Mio. Euro (ISIN DE000A3H2V19). Der Kupon liegt in einer Range von 4,50% bis 5,00%. Nach Ende der Angebotsfrist wird der endgültige Zinssatz und das endgültige Volumen auf Basis der erhaltenen Zeichnungsaufträge festgelegt und publiziert. Die Mittel aus der Anleiheemission werden zur frühzeitigen Refinanzierung der Homann-Anleihe 2017/22 verwendet. Homann arbeitet an der Kapazitätsgrenze und das Geschäft brummt, wie Geschäftsführer Fritz Homann im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE betont. Daran hat auch der erneute Lockdown bislang nichts geändert. Zurzeit läuft die Genehmigungsphase für das vierte Werk, das in Kürze in Litauen gebaut werden soll.

BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie die Mittel aus der Anleihe verwenden?

Homann: Mit der neuen Anleihe peilen wir ein Volumen von 60 Mio. Euro an. Das entspricht dem Volumen unserer bestehenden Anleihe 2017/22. Wir nutzen das Kapital, um die 2022 fällige Anleihe vorzeitig zurückzuzahlen. Wir wollten nicht bis zum letzten Tag warten, sondern frühzeitig refinanzieren und unser Fälligkeitenprofil optimieren.

BOND MAGAZINE: Wie lautet das Umtauschangebot für bestehende Investoren der Anleihe 2017/2022?

Homann: Zunächst einmal bedanken wir uns für das Vertrauen unserer bestehenden Anleiheinvestoren und möchten diese gerne in die nächste Wachstumsphase der Homann Holzwerkstoffe GmbH mitnehmen. Dafür bieten wir ihnen die Möglichkeit, zu attraktiven Konditionen ihre bestehende Anleihe im Verhältnis 1:1 in die neue Anleihe 2021/2026 umzutauschen sowie einen Zusatzbetrag in Höhe von 25,00 Euro je umgetauschter Schuldverschreibung zzgl. aufgelaufener Stückzinsen zu erhalten. Die Umtauschfrist läuft vom 10. Februar 2021 (0:00 Uhr MEZ) bis 25. Februar 2021 (18:00 Uhr MEZ).

BOND MAGAZINE: Ihre Produktionskapazitäten waren zuletzt voll ausgelastet. Hat sich durch den erneuten Lockdown daran etwas geändert?

Homann: Bisher ist die Auftragslage gut und auf hohem Niveau, sodass wir keinerlei Auswirkungen feststellen. Die zentrale Frage, die sich wohl alle stellen, ist, wie geht es weiter? Wenn unsere Prognose zutrifft, dass der Einzelhandel und damit auch die Möbelgeschäfte spätestens im April nach Ostern wieder öffnen, werden sich keine wesentlichen negativen Auswirkungen ergeben.

BOND MAGAZINE: Sie planen ein neues Werk in Litauen. Wie ist der Zeitplan für den Aufbau des neuen Werkes?

Homann: Wir haben vor Kurzem ein Grundstück mit einer Fläche von 77 ha in der Nähe von Vilnius erworben. Darauf können wir unser Werk errichten und einen Industriepark entwickeln. Wir wollen also nur einen Teil selbst nutzen. Auf dem Grundstück war zu Sowjet-Zeiten eine Großgärtnerei, in der Gurken und Tomaten angebaut wurden. Daher ist eine gewisse Infrastruktur vorhanden. Wir sind im Genehmigungsprozess.

BOND MAGAZINE: Wie lange wird es dauern, bis Sie die Genehmigung haben werden?

Homann: Das Projekt in Litauen läuft planmäßig. Diesen Mai sollen die Bauarbeiten für das neue Werk beginnen, die Inbetriebnahme ist für das zweite Halbjahr 2022 vorgesehen. Wir haben im Übrigen zuletzt bei der Errichtung unserer Produktionsstätte in Krosno/Polen bewiesen, dass wir derartige Erweiterungsinvestitionen punktgenau im Rahmen der geplanten Zeit- und Kostenplanungen umsetzen können.

BOND MAGAZINE: Die Coronazahlen sind in Litauen derzeit sehr hoch. Bei den Genehmigungen dürfte aber vieles digital funktionieren und es dürfte nicht zu Verzögerungen kommen, oder?

Homann: Wir haben bisher keine Verzögerungen. Durch unser gut funktionierendes Management vor Ort sind wir dort jederzeit handlungsfähig. Es ist nicht notwendig, dass deutsche oder polnische Mitarbeiter zurzeit häufig nach Litauen reisen. Der Genehmigungsprozess läuft digital. Mit den Bauarbeiten, die in Kürze anstehen werden, sind Firmen aus Litauen beauftragt. Daher sehen wir hier auch keine Beeinträchtigungen durch die Pandemie. Im Übrigen sind Geschäftsreisen nach wie vor möglich.

BOND MAGAZINE: Wie stark können Sie die Kapazität erhöhen? Werden Sie von dem Werk aus Ihre bisherigen Kunden beliefern oder auch neue Kunden?

Homann: Wir haben drei Werke, die voll beschäftigt sind, und planen jetzt das vierte Werk. Rein rechnerisch erhöht sich unsere Kapazität um rund 30%. Unsere Kunden möchten in den nächsten fünf Jahren um ca. 20% wachsen, das haben sie kommuniziert. Somit können wir das Wachstum unserer Kunden zeitnah mit einem hohen Servicegrad und Liefersicherheit bedienen.

BOND MAGAZINE: Es dauert einige Monate, bis die Serienproduktion in einem neuen Werk optimal läuft.

Homann: Ja, im zweiten vollen Geschäftsjahr nach der Inbetriebnahme fängt man an, deutlich positive Cashflows zu erwirtschaften. Wir starten in Litauen mit der Produktion 2022, 2023 läuft es dann vielleicht noch ein bisschen holprig. Ab 2024 sollten wir dann solide Cashflows erwirtschaften.

BOND MAGAZINE: Im Baltikum gibt es große Waldflächen, sodass die Rohstoffversorgung recht gut ist, oder?

Homann: Ja, die Rohstoffversorgung ist sehr gut. Etwa ein Drittel der Fläche Litauens besteht aus Wald. Das Grundstück ist auch nicht weit von der weißrussischen Grenze entfernt, sodass wir ggf. auch Holz aus Weißrussland importieren könnten.

BOND MAGAZINE: Wie wirkt sich der Bau des Werkes auf Ihre G+V und Ihre Bilanz aus?

Homann: Das Werk in Litauen läuft bilanziell über eine Tochtergesellschaft der Homanit Holding und damit der Homann Holzwerkstoffe und diese wird voll konsolidiert. Die Investition wird zu einem hohen Maß aus Eigenmitteln finanziert, es sind aber in Litauen auch lokale Fremdfinanzierungsbausteine geplant. Damit wird sich die Bilanzsumme erhöhen und auch die Verschuldung temporär ansteigen. Aber die Erträge aus dem Werk werden die gesamte Gruppe voranbringen. Wir erwarten ab 2023 erste Ergebnisbeiträge aus Litauen und dann ab 2024, wenn das Werk auf Hochtouren läuft, die vollen Ergebnisbeiträge.

BOND MAGAZINE: 2021 und 2022 werden sich Ihre Kennzahlen erst einmal verschlechtern?

Homann: Wir gehen davon aus, dass das EBITDA gruppenweit relativ stabil bleiben wird. 2022 – also in der Hochphase des Baus – werden wir in Litauen isoliert gesehen sicher negativ sein. Das geht gar nicht anders. Der Rest der Gruppe läuft sehr erfreulich.

BOND MAGAZINE: Wo sehen Sie die Homann Holzwerkstoffe GmbH am Laufzeitende der Anleihe in fünfeinhalb Jahren?

Homann: Das Risiko für die Anleiheinvestoren ist jetzt schon sicherlich deutlich niedriger, als dies 2012 bei der ersten Anleihe war. Wir sind in den letzten Jahren gut vorangekommen – unsere Kennzahlen haben sich deutlich verbessert. In den kommenden fünfeinhalb Jahren wollen wir die sehr gute Entwicklung unsere Unternehmensgruppe weiter vorantreiben und einen Umsatz von 400 Mio. Euro erreichen, der uns erlaubt, Ergebnisse und Cashflows weiter zu steigern.

BOND MAGAZINE: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, https://www.fixed-income.org/

Eckdaten zur Homann Holzwerkstoffe-Anleihe 2021/2026

Emittent

Homann Holzwerkstoffe GmbH

Kupon

4,50%–5,00% p.a.

Umtauschfrist

10.02.–25.02.2021

Zeichnungsfrist

01.03.–04.03.2021 (vorzeitige Schließung möglich)

Zielvolumen

bis zu 60 Mio. Euro (mit Aufstockungsoption auf 80 Mio. Euro)

ISIN / WKN

DE000A3H2V19 / A3H2V1

Unternehmensrating

BB- stabil (durch Creditreform Rating, Stand Oktober 2020)

Stückelung

1.000 Euro

Laufzeit

bis 12.09.2026 (5,5 Jahre)

Vorzeitige Rückzahlung

siehe Wertpapierprospekt

Covenants

u.a. Beschränkung von Ausschüttungen, Vorhalten eines Liquiditätsbestands, Einhaltung einer Verschuldungsgradkennzahl; nähere inhaltliche Einzelheiten hierzu sind den Anleihebedingungen zu entnehmen

Listing

Open Market

Ausgabe-/Valutatag

12.03.2021

Sole Lead Manager

IKB Deutsche Industrie Bank AG

Internet

https://www.homann-holzwerkstoffe.de/




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