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04.10.21

„Im ersten Halbjahr haben wir das höchste EBITDA der Firmengeschichte erwirtschaftet“, Modestas Sudnius, CEO, und Maris Kreics, CFO, Eleving Group (vormals Mogo Finance)

Die Eleving Group, vormals Mogo Finance, plant die Emission einer Anleihe, die u.a. zur Refinanzierung der 9,50%-Anleihe 2018/22 Anleihe (ISIN XS1831877755) verwendet werden soll. Die Gesellschaft hat im ersten Halbjahr 2021 ein Rekord-EBITDA von 28,2 Mio. Euro erwirtschaftet, wie CEO Modestas Sudnius und CFO Maris Kreics im Interview mit dem BOND MAGAZINE betonen. Nach der Anleiheemission ist mittelfristig auch ein IPO eine Option, wie Beide betonen, doch dies sei eine Entscheidung der Gesellschafter.

BOND MAGAZINE: Wie ist die aktuelle Geschäftsentwicklung?

Modestas Sudnius: 2020 war für uns alle ein herausforderndes Jahr. In vielen Ländern gab es ein Zahlungsmoratorium. Unser Geschäft war im April und Mai letzten Jahres deutlich von Covid beeinflusst. Es gab aber schon im dritten Quartal eine deutliche Erholung, als die Menschen zurück an ihre Arbeitsplätze gegangen sind. Die Zahlungsmoral ist gut. Natürlich gab es bei einigen Kreditnehmern Anpassungen, die monatlichen Zahlungen wurden beispielsweise verringert. Das hat sehr gut funktioniert. Ein Großteil des Kreditportfolios hat zum Jahresende gut performt. Notleidende Kredite haben wir verkauft. Wir sind dann gut ins Jahr 2021 gestartet und haben uns auf das weitere Wachstum konzentriert. Das Wachstum haben wir, anders als in der Vergangenheit, nicht geographisch vorangetrieben, sondern mit den bestehenden Produkten in den Märken, in denen wir tätig sind. Wir sind mit dem bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2021 und den Kennzahlen sehr zufrieden. Die Kreditvergabe ist wieder auf einem normalen Niveau. Im ersten Halbjahr haben wir das höchste EBITDA der Firmengeschichte erwirtschaftet. Im vergangenen Jahr waren wir in 19 Märkten aktiv und haben uns aus fünf Märkten, in denen wir noch nicht so lagen aktiv waren, zurückgezogen. Wir sind jetzt in 14 Ländern aktiv.

BOND MAGAZINE: Aus welchen Märkten haben Sie sich zurückgezogen?

Sudnius: Wir haben die Gebrauchtwagenfinanzierungen im Balkan eingestellt, in Nord-Mazedonien, Albanien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Auch in Kasachstan haben wir keine neuen Finanzierungen vergeben. Während der ersten Covid-Welle war das Geschäft natürlich auch nicht ganz einfach. Wenn die Kfz-Zulassungsstellen geschlossen sind, werden nicht viele Gebrauchtwagenfinanzierungen nachgefragt. Wir haben uns dann darauf konzentriert, die Kosten zu senken und Liquidität zu generieren.

BOND MAGAZINE: In Deutschland sind die Gebrauchtwagenpreise deutlich gestiegen. Denn aufgrund des Engpasses bei Chips haben Neuwagen teils extrem lange Lieferzeiten, daher werden jetzt viele Gebrauchtwagen nachgefragt, die z.B. ein Jahr alt sind. Ist das in den Ländern, in denen Sie aktiv sind, ähnlich?

Sudnius: Wir finanzieren sehr viel ältere Gebrauchtwagen, die im Schnitt 13 Jahre alt sind. Aber wir sehen auch in unseren Märkten, dass die Nachfrage höher ist als das Angebot und die Gebrauchtwagenpreise sind leicht gestiegen. Im letzten Jahr war es, wie bereits erläutert, sehr schwer, Autos zuzulassen. Die Nachfrage ist jetzt aber wieder zurück auf dem normalen Niveau. Im Baltikum und in fast allen Ländern, in denen wir aktiv sind, werden Gebrauchtwagen aus Westeuropa – Deutschland und Belgien importiert. Während des Lockdowns war das auch nur sehr eingeschränkt möglich.

BOND MAGAZINE: Steigt die Nachfrage auch deshalb, weil aufgrund von Covid viele Menschen nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchten?

Sudnius: Das ist schwer zu sagen, da im Moment einfach das Angebot an Fahrzeugen relativ niedrig ist. Die Nachfrage nach Gebrauchtwagenfinanzierungen hängt von mehreren Faktoren ab. Im ersten Halbjahr 2021 haben wir das bisher höchste EBITDA erwirtschaftet. Letztendlich ist es schwer zu sagen, weshalb Fahrzeuge und die Finanzierungen nachgefragt werden. Wir haben auch unsere Aktivitäten ausgeweitet. Beides hat wohl zum Wachstum beigetragen.

BOND MAGAZINE: Lassen Sie uns auch über die nicht so positiven Themen sprechen. Sie sind in Armenien und Weißrussland aktiv. Wie ist die Entwicklung in diesen Märkten?

Sudnius: In Armenien war Krieg und die politische Situation ist schwierig. Wir haben die Kreditvergabe nicht komplett eingestellt, aber die Aktivitäten weitgehend eingefroren. Das Kreditportfolio ist von 15 Mio. Euro 2019 auf unter 10 Mio. Euro zurückgegangen. Es gab wieder Neuwahlen und die Nachfrage nach Finanzieren ist wieder gestiegen. Es gibt natürlich noch Auswirkungen des Krieges. Aber wir vergeben besicherte Kfz-Finanzierungen und sind kaum betroffen. Wir wollen das Geschäft in Armenien weiter vorantreiben, wir arbeiten in Armenien profitabel und hatten keine großen Ausfälle.

In Weißrussland haben wir eine sehr gute Kundenbasis. Wir möchten auch in Weißrussland die Aktivitäten weiterführen. Das Kreditportfolio wächst nicht, ist aber stabil. Wir hoffen natürlich, dass sich die politische Situation in Weißrussland stabilisiert. Wir spüren keine großen Auswirkungen auf unser Geschäft, aber wir sind natürlich auf verschiedene Szenarien vorbereitet.

BOND MAGAZINE: Sie haben umfirmiert und heißen jetzt Eleving Group. Weshalb haben Sie umfirmiert?

Sudnius: Es gibt mehrere Gründe. Der Brand Mogo Finance bleibt bei Kfz-Finanzierungen erhalten. Das können Sie überall hier in Lettland sehen. Aber als Firmengruppe haben wir verschiedene Brands. Für die Finanzierung von hochwertigen Fahrzeugen haben wir beispielsweise den Brand Primero. Aber auch bei Konsumentenkrediten haben wir verschiedene Brands. Wir unternehmen auch mehr im Bereich ESG. Wir haben erstmals als Gruppe einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und werden die Aktivitäten im Bereich ESG verstärken.

BOND MAGAZINE: Aber weshalb Eleving?

Sudnius: Der Begriff ist von elevate abgeleitet. Wir möchten eine Stufe nach der anderen erreichen. Wir bieten aber auch unseren Kunden die Möglichkeit, mobil zu sein. Viele unserer Kunden waren vorher nicht mobil. Wir finanzieren jetzt auch Moped-Taxis in Kenia. Die Kreditnehmer hatten zuvor kein Einkommen und können jetzt Geld verdienen. Wir möchten uns weiter entwickeln und unsere Kunden können sich mit uns weiterentwickeln.

BOND MAGAZINE: Sie planen die Emission einer neuen Anleihe. Es gibt auch schon länger Gerüchte über einen möglichen Börsengang. Was ist da dran?

Kreics: Wir haben aktuell die Refinanzierung der Anleihe im Fokus.

BOND MAGAZINE: Ja, aber für Bondinvestoren ist eine höhere Eigenkapitalquote auch nicht schlecht.

Sudnius: Wir konzentrieren uns zunächst auf die Refinanzierung der Anleihe. Danach kann es möglicherweise eine Eigenkapitalfinanzierung geben. Aber das ist eine Entscheidung unserer Gesellschafter.

BOND MAGAZINE: Eigenkapitalfinanzierung heißt IPO, oder?

Sudnius: Das kann ich nicht sagen. Ein IPO ist sicher eine Möglichkeit, es gibt auch andere Möglichkeiten. Aber ich glaube nicht, dass unsere Gesellschafter verkaufen werden, sondern das weitere Wachstum mit uns realisieren möchten.

BOND MAGAZINE: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, https://www.fixed-income.org/
Foto: Maris Kreics und Modestas Sudnius im Gespräch mit Christian Schiffmacher (v.l.n.r.)



Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

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Credicore Pfandhaus über Unternehmenswebsite und Börse Frankfurt 8,00% Open Market
SUNfarming über Umweltfinanz 5,00% Open Market
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MS Industrie Juli (Private Placement) n.bek. n.bek.
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