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14.01.20

Green Finance - Massiver Zuwachs bei grünen Finanzierungen

Das weltweit platzierte Volumen an nachhaltig verwendeten Finanzmitteln ist nach Berechnungen der Corporate Finance-Beratungsgesellschaft CAPMARCON im Jahr 2019 gegenüber der Vorperiode um 66% auf 229 Mrd. Euro gestiegen. Die international kontinuierlich steigende Investorennachfrage nach Geldanlagen in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz sowie „Sozialverträglichkeit“ hat in der gerade abgelaufenen Periode nochmals signifikant zugenommen. Die Emissionen öffentlicher und (halb-)staatlicher Adressen sind unverändert der Motor bei der Entwicklung von Green Finance. Auch Geschäftsbanken und andere Finanzdienstleister engagieren sich mehr und mehr mit grünen Begebungen. Allein die Realwirtschaft, in der nachhaltiges Wirtschaften überhaupt erst umgesetzt werden kann, verhält sich weiter zurückhaltend. Europäische Kreditnehmer sind führend bei der Begebung nachhaltiger Finanzinstrumente. Korrespondierend ist der Euro weltweit mit Abstand wichtigste Emissionswährung. Der grünen Pläne der Europäischen Union sollten diese Position nochmals stärken.

Emissionstätigkeit steigt deutlich
Die Zahl der Transaktionen stieg 2019 von 535 auf 760; zudem erhöhten durchschnittlich höhere Einzelvolumina und zunehmende „Jumbo-Transaktionen“ mit 1.000 Mio. Euro und mehr den Gesamtumfang grüner Finanzierungen. Die Zahl dieser Jumbo-Emissionen stieg von 23 auf 51.

In der Folge erreichte das weltweit ausstehende Volumen grüner Finanzierungen 628 Mrd. Euro, ein Plus gegenüber Dezember 2018 von fast 50%. Noch spielen Tilgungen eine eher geringe Rolle, im gerade abgelaufenen Jahr nur etwa 23 Mrd. Euro; doch bereits in diesem Jahr werden 35 Mrd. Euro zur Rückzahlung anstehen und im Jahr 2021 rund 54 Mrd. Euro.

Unter der Bezeichnung „Green Financing“ erfasst diese Auswertung alle Transaktionen zur Finanzierung nachhaltiger Projekte und Maßnahmen. Dazu gehören auch Vorhaben im sozialen/gesellschaftlichen Bereich, nicht ausschließlich Vorhaben im Umwelt- und vor allem Klimaschutz; allerdings stehen mit letzteren Themen mehr als 90% der Green Finance-Transaktionen in Zusammenhang.


Europäische Emittenten dominieren

Europäische Emittenten sind unverändert die größte Gruppe beim Einsatz nachhaltiger Finanzierungen. Im Jahr 2019 entfielen auf sie 52% des Volumens aller weltweit arrangierten Transaktionen. Zweitgrößte Gruppe sind nordamerikanische Adressen mit einem Anteil von 21%. Deutlich aufgeholt haben in den vergangenen Jahren Emittenten aus Asien; sie nahmen in der gerade abgelaufenen Periode 19% des Green Financing-Volumens auf. Spürbare Zuwächse gab es jüngst auch in Lateinamerika; dorthin gingen zuletzt 3% der nachhaltigen Mittel.

Innerhalb Europas dominiert Frankreich den Einsatz von Green Finance mit einem aufgenommenen Volumen von 12% aller global arrangierten Kredite. Auf dem zweiten Platz folgt Deutschland mit einem Anteil von 8%.


Euro-Emissionen dominieren
Vorherrschende Emissionswährung ist unverändert der Euro mit knapp 50% Anteil an den nachhaltigen Finanzierungen im Jahr 2019. Dies spiegelt die hier herausragende Stelle Europas. Rund 27% des Green Financing-Volumens sind in US-Dollar denominiert. Dritthäufigste Währung ist der Renminbi mit einem Anteil von 7%; seit dem Jahr 2016 sind chinesische Adressen – staatliche Emittenten, Banken und Unternehmen – sehr aktiv bei nachhaltigen Finanzierungen. Die schwedische Krone kommt bei Green Finance Dank der Aktivitäten schwedischer Kommunen und Immobilienunternehmen auf einen globalen Anteil von 5%.

Staatliche Emittenten noch führend
Auch im Jahr 2019 wurde der größte Teil nachhaltiger Finanzierungen von staatlichen Emittenten begeben: Zentralregierungen, Gebietskörperschaften, Kommunen nebst deren Sondervermögen sowie (halb-)staatlichen Emittenten wie Entwicklungsbanken und der Weltbank: Ihre gemeinsame grüne Kreditaufnahme erhöhte sich auf 83 Mrd. Euro, das entspricht 36% des gesamten Volumens. Zweitgrößte Gruppe sind Banken und andere Finanzdienstleister mit einem Anteil von knapp 29%.

Auf die private Realwirtschaft entfällt lediglich ein Anteil von einem Drittel. Dieses Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Zwar steigert auch die Realwirtschaft kontinuierlich ihre Aktivitäten im Green Financing; die „Lokomotiv-Funktion“ staatlicher Emittenten dauert aber fort. Auf europäischer Ebene liegt der Anteil der Realwirtschaft am Green Financing zwar leicht höher; wesentlich angestiegen ist er aber in den vergangenen Jahren ebenfalls nicht.

In Deutschland spielen öffentliche Kreditnehmer bislang keine Rolle, der Green Financing-Anteil der Realwirtschaft liegt aber dennoch deutlich unter dem europäischen und auch internationalen Niveau. Hier sind Förder- und Entwicklungsbanken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Geschäftsbanken die mit Abstand wichtigsten Emittenten nachhaltiger Finanzinstrumente. Allein Energie- und Industrieunternehmen nutzen hier Green Financing – in allen anderen Sektoren bislang ohne Relevanz.

Hohe Investorennachfrage
Am Markt ist eine signifikant steigende Nachfrage der Investoren nach grünen Anlagemöglichkeiten feststellbar. In den vergangenen Quartalen wurden zahlreiche Publikumsfonds und institutionelle Fonds für nachhaltige Geldanlagen aufgelegt. Infolge sind die grünen Platzierungen häufig deutlich überzeichnet.

EU-Pläne dürften Emissionsgeschäft beflügeln

Die Europäische Union verfolgt die Absicht, nicht nur die Unternehmen als Kapitalnehmer, sondern auch die Kapitalgeber dazu zu bringen, ihre Mittel verstärkt in nachhaltige Verwendungen zu lenken. Anleger und insbesondere institutionelle Investoren sollen ihre Investmentpläne grundsätzlich nachhaltiger gestalten und Mittel verstärkt in nachhaltigen Finanzinstrumenten anlegen.

Institutionelle Investoren sollen ihre Investmentstrategien künftig unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten entwickeln und ihre korrespondierenden Annahmen, Präferenzen und Erwartungen sowohl den Emittenten grüner Anleihen als auch ihren Kunden mitteilen.

Die EU will das Marktsegment Green Finance zügig und volumenstark entwickeln. In Deutschland sollten sich vor diesem Hintergrund attraktive Platzierungsmöglichkeiten für Emissionen aus dem Unternehmensbereich außerhalb des Finanzdienstleistungssektors ergeben. Dabei gibt es bereits heute für Kreditnehmer lukrative Platzierungsmöglichkeiten, besonders in Branchen wie Chemie, Nahrungsmittelherstellung, Metallverarbeitung, Logistik oder an Schnittstellen von Versorgung und Dienstleistung.

www.green-bonds.com
Grafik: Neugeschäft (Kreditaufnahme) Green Financing
Quelle: CAPMARCON (Ursprungsinformationen von Bloomberg und Thomson Reuters)



Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

Emittent Zeichnungsfrist Kupon Segment
Karlsberg Brauerei Umtausch: 03.09.-17.09.2020; Zeichnung: 21.09.-23.09.2020 4,25%-4,75% Open Market
SUNfarming 14.09.-12.11.2020 5,50% Open Market
Euroboden Umtausch: 12.10.-28.10.2020; Zeichnung: 02.11.-13.11.2020 n.bek. Open Market
PREOS Real Estate 2. Halbjahr 7,50% Open Market
BENO Holding 4. Quartal n.bek. n.bek.
12.06.2020, Neuemissionen

SIG kündigt Refinanzierung an

SIG Combibloc PurchaseCo S.à r.l., eine Tochtergesellschaft von SIG, hat die Preisfestsetzung für 450 Mio. Euro Senior Unsecured Notes mit Fälligkeit 2023 zu einem Kupon von 1,875% pro Jahr und 550... [mehr]
10.06.2020, Neuemissionen

RAG-Stiftung platziert Schuldverschreibungen umtauschbar in Aktien der Evonik Industries AG und kauft Umtauschanleihe mit Fälligkeit in 2021 zurück

Die RAG-Stiftung hält rd. 58,9% der insgesamt 466.000.000 auf den Namen lautenden Stückaktien (ISIN: DE000EVNK013) der Evonik Industries AG. Die RAG-Stiftung hat vier Schuldverschreibungen... [mehr]
09.06.2020, Neuemissionen

publity: Investor Call mit dem CEO Thomas Olek am 10.06. um 17.30 Uhr

Die publity AG (ISIN DE0006972508) emittiert eine 5-jährige Unternehmensanleihe mit einem Kupon von 5,50% (ISIN DE000A254RV3). Das öffentliche Angebot läuft voraussichtlich bis zum 17. Juni 2020 und... [mehr]
09.06.2020, Neuemissionen

Commerzbank begibt erfolgreich Additional-Tier-1-Anleihe

Erste Platzierung aus neuem Emissionsprogramm stößt auf großes Investoreninteresse, Volumen 1,25 Mrd. Euro, Kupon auf 6,125 % p.a.

Die Commerzbank AG hat die erste AT-1-Anleihe aus ihrem neuen Emissionsprogramm für zusätzliches Kernkapital (Additional-Tier-1-Kapital, AT 1) erfolgreich begeben. Die Anleihe hat ein Volumen von... [mehr]
08.06.2020, Neuemissionen

Commerzbank begibt Additional-Tier-1-Anleihe

Die Commerzbank AG wird die erste AT-1-Anleihe aus ihrem neuen Emissionsprogramm für zusätzliches Kernkapital (Additional-Tier-1-Kapital, AT 1) begeben. Die Anleihe soll ein Volumen von 1,25... [mehr]
04.06.2020, Neuemissionen

Aves One AG platziert Anleihe im Volumen von bis zu 30 Mio. Euro

Kupon 5,25% p.a., Laufzeit 5 Jahre

Die börsennotierte Aves One AG emittiert eine Unternehmensanleihe mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Emissionsvolumen von bis zu 30 Mio. Euro (ISIN DE000A289R74). Die Anleihe kann seit dem 1.... [mehr]
04.06.2020, Neuemissionen

„Wir haben stabile Einnahmen und eine solide Bilanz“, Thomas Olek, CEO, publity AG

Die publity AG bietet als erster Anleiheemittent nach dem Ausbruch der Coronapandemie eine neue Anleihe mit einem Volumen von bis zu 100 Mio. Euro, die öffentlich platziert wird. Die publity-Anleihe... [mehr]
03.06.2020, Neuemissionen

Wienerberger platziert fünfjährige Anleihe im Volumen von 400 Mio. Euro, Kupon 2,750%

Emission war zweieinhalbfach überzeichnet

Die Wienerberger AG hat die Emission einer neuen Anleihe mit einem Volumen von 400 Mio. Euro bei institutionellen Investoren erfolgreich abgeschlossen. Die Anleihe mit einer Stückelung von 100.000... [mehr]
02.06.2020, Neuemissionen

publity AG: 5,50%-Anleihe kann ab sofort gezeichnet werden

Zeichnungsfrist bis 17.06., Umtausch- und Mehrerwerbsangebot an Inhaber der Wandelanleihe 2015/2020 bis voraussichtlich 15.06.2020

Die 5,50%-Unternehmensanleihe 2020/2025 (ISIN DE000A254RV3) der publity AG kann ab heute gezeichnet werden. Das öffentliche Angebot in Deutschland und Luxemburg läuft voraussichtlich bis zum 17. Juni... [mehr]
02.06.2020, Neuemissionen

M&G Investments: Fluch und Segen boomender Bondemissionen

Die emsige Betriebsamkeit an den Primärmärkten für Unternehmensanleihen ist auf der einen Seite ein Zeichen für deren Resilienz. Allerdings droht durch die Liquiditätsflut aber auch eine... [mehr]
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