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30.09.11

Anleihen-Check: Procar Automobile - zeichnen

Deutschlands größter BMW-Händler möchte weiter wachsen

Procar Automobile, Deutschlands größter BMW-Händler, emittiert eine Anleihe im mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf. Die Gesellschaft hat ein BBB Rating von der Creditreform Rating Agentur. Die Anleihe kann bis zum 11. Oktober gezeichnet werden. Mit einem Kupon von 7,75% hat die Gesellschaft den höchsten Kupon von allen Mittelstandsanleihen, die ein Investment Grade-Rating haben.

Mit 18 Standorten in Nordrhein-Westfalen (Ruhrgebiet, Bergisches Land und Köln) ist die Gesellschaft größter BMW-Händler mit den Marken BMW und Mini in Deutschland. Mit dem Rolls-Royce-Autohaus in Köln ist die Gesellschaft zudem der größte Rolls-Royce-Händler in Kontinentaleuropa. Zudem verfügt die Gesellschaft über ein Händlerzentrum für Gebrauchtwagen und ein „Jungwagen“-Outlet.

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Veranstaltungshinweis:
Unternehmer-Workshop „Chance für den Mittelstand“
in Hamburg, München, Berlin, Frankfurt
Veranstalter: BOND MAGAZINE, Close Brothers Seydler Bank, Creditreform Rating Agentur, Deutsche Börse, Norton Rose
www.bond-conference.com
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Strategisches Ziel ist es, die starke Marktposition auszubauen und gleichzeitig die Profitabilität und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Vor diesem Hintergrund wird Procar die Mittel aus der Unternehmensanleihe schwerpunktmäßig zum Erwerb neuer bzw. Ausbau bestehender Standorte sowie zur vollständigen oder teilweisen Refinanzierung von Darlehen verwenden. Der Neubau von Standorten eröffnet zudem die Möglichkeit, größere und bessere Werkstätten zu errichten und damit das margenstarke After-Sales-Geschäft (Service und Teilevertrieb) voranzutreiben. Gerade in diesem Bereich konnte Procar den Umsatz im letzten Geschäftsjahr um 20,7 Mio. Euro steigern.

Die Procar-Firmengruppe ist in den letzten Jahren insbesondere durch Übernahmen deutlich gewachsen. Die Gesellschaft verfügt über 18 BMW/Mini-Standorte im Ruhrpott, dem Bergischen Land und in Köln. Da es in Köln keinen weiteren BMW/Mini-Händler gibt, verfügt Procar dort über ein exklusives Vertriebsgebiet. Die Gesellschaft bietet zudem den Vertrieb von Automobil- und Motorradteilen, KFZ-Zubehör und Motorradkleidung an. Darüber hinaus ergänzt Procar das Angebot durch die Beratung über und Vermittlung von verschiedenen Versicherungs- und Finanzprodukten. Insgesamt ist, wie bei allen Neuwagenhändlern, das After Sales-Geschäft (z.B. Reparaturen) deutlich margenstärker als der Verkauf von Fahrzeugen. Durch eine komplexer werdende Technik, verbunden mit speziellen Werkzeugen und Diagnosegeräten, haben Markenhändler deutliche Wettbewerbsvorteile gegenüber freien Werkstätten.

Durch die große Zahl von Betriebsstätten, die regional sehr eng beisammen liegen, kann Procar deutliche Synergieeffekte nutzen, wie z.B. einen gemeinsamen Fahrzeugpool oder eine bessere Auslastung von spezialisierten Mitarbeitern.

Optimaler Modellzyklus
Die Modellpolitik von BMW/Mini hat laut Ratingbericht erheblichen Einfluss auf den Markterfolg von Procar. Und der Modellzyklus ist zurzeit fast optimal: Die BMW-Modellreihen 1er und 5er sind neu. Auch die Mini-Familie wurde mit Clubman und Countryman deutlich ausgebaut. Das Mini Coupé wurde gerade auf der IAA vorgestellt. Am 11. Februar 2012 kommt zudem der neue 3er BMW auf den Markt. Desweiteren konnte Rolls-Royce als einziger Hersteller von Luxusfahrzeugen den Absatz in den vergangenen Jahren ganz deutlich steigern, was in erster Linie auf den Markterfolg des neuen Einsteigermodells „Ghost“ zurückzuführen ist.

Procar mit überdurchschnittlichem Markterfolg
Die Procar-Gruppe erreichte im Jahr 2010 in Bezug auf die verkauften Einheiten einen Marktanteil in ihrem Marktgebiet von 11,94% (Audi: 11,74%, Mercedes: 10,71%). Insgesamt lag BMW/MINI in den ersten elf Monaten 2010 in Deutschland mit einem Marktanteil von 9,1% hinter Mercedes mit 9,8% (ohne Smart) und vor Audi mit 7,7%.

Finanzen/Geschäftsentwicklung
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010 wies die Procar Automobile Finanz-Holding GmbH & Co. KG (Konzern) bei Umsatzerlösen von 399,03 Mio. Euro (Vj. 371,59 Mio. Euro) ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 4,61 Mio. Euro (Vj. -0,85 Mio. Euro) aus. Der Konzernjahresüberschuss belief sich auf 3,66 Mio. Euro (Vj. 1,27 Mio. Euro). Damit konnte die Procar ihre Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um rd. 7,4% steigern und lag beim Konzernjahresüberschuss deutlich über dem Vorjahreswert. Da jedoch die Tochtergesellschaft Procar Automobile GmbH & Co. KG, Köln, erst ab dem 01. Januar 2009 in den Konzernabschluss einbezogen wurde, ist ein Vorjahresvergleich nur eingeschränkt aussagekräftig. Die neu erworbenen Standorte trugen sowohl zu einem Umsatzwachstum als auch zu einem verbesserten operativen Ergebnis bei. So haben die Betriebe Köln West mit 15,9% und Köln Süd mit 11,3% vor dem Standort Bochum mit 7,6% die größten Umsatzanteile im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielen können.

Die Procar-Gruppe hat eine Eigenkapitalquote von 14,3%. Größter Kreditgeber ist die BMW Bank, die eine Fahrzeugfinanzierungslinie von 81,3 Mio. Euro zur Verfügung stellt. Das Kapital steckt jedoch in erster Linie im Umlaufvermögen. Positiv wird im Ratingbericht das „sehr detaillierte und hervorragend entwickelte Berichtswesen“ hervorgehoben.

Tab. 1: Geschäftsentwicklung der Procar-Gruppe

 

GJ 2010/11

(9 Monate zum 30.06.2011)

GJ 2009/10

GJ 2008/09

Umsatz

369,6

399,0

371,6

Betriebsergebnis

6,4

7,8

5,0

Finanzergebnis

-2,5

-3,2

-5,9

Ergebnis vor Steuern

3,9

4,6

-0,9

Netto-Ergebnis

3,3

3,7

1,3

nach IFRS, Angaben in Mio. Euro


Fazit:
Procar hat im eigenen Vertriebsgebiet einen überdurchschnittlichen Marktanteil. Durch die zentrale Bevorratung von Fahrzeugen und die bessere Auslastung von spezialisierten Mitarbeitern gibt es deutliche Synergien für die Firmengruppe. Zudem ergeben sich durch die immer komplexer werdende Technik deutliche Wettbewerbsvorteile gegenüber freien Werkstätten. Im margenstarken After Sales-Geschäft konnte die Gesellschaft den Umsatz allein im letzten Geschäftsjahr um 20,7 Mio. Euro steigern. Mit 7,75% bietet Procar den höchsten Kupon aller Mittelstandsanleihen, die ein Investment Grade-Rating haben. Die Gesellschaft ist zudem ausschließlich auf den deutschen Markt (NRW) konzentriert. Insgesamt ist die Procar-Anleihe ausgesprochen interessant.

Christian Schiffmacher

Tab. 2: Eckdaten der Procar-Anleihe

Emittent

Procar Automobile Finanz-Holding GmbH & Co. KG

WKN/ISIN:

A1K0U4 / DE000A1K0U44

Kupon

7,75%

Zeichnungsfrist:

28.09.-11.10.2011

Erstnotiz:

14.10.2011

Laufzeit:

14.10.2016

Zinszahltag:

04.10.

Emissionsvolumen:

bis zu 30 Mio. Euro

Stückelung:

1.000 Euro

Listing:

mittelstandsmarkt (Börse Düsseldorf)

Unternehmensrating:

BBB (durch Creditreform Rating Agentur)

Covenants:

Kontrollwechsel, Negativverpflichtung (für Kapitalmarktprodukte), Drittverzugsklausel

Internet:

www.procar-automobile.de


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