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18.10.19

Anleihen-Analyse: Saxony Minerals & Exploration – SME AG

Die Saxony Minerals & Exploration – SME AG, Halsbrücke (SME), ein 2012 gegründetes Rohstoffunternehmen mit mehreren erkundeten Lagerstätten in Deutschland für versorgungskritische Rohstoffe wie Wolfram und Fluorit, begibt eine Unternehmensanleihe (ISIN DE000A2YN7A3) im Volumen von bis zu 30 Mio. Euro, einer Laufzeit von 5,5 Jahren und einem Kupon von 7,750% p.a.

Anleger haben die Möglichkeit, die Anleihe via Kauforder am Börsenplatz Frankfurt vom 17.10.–29.10.2019 zu zeichnen. Zeitgleich erfolgt eine Privatplatzierung bei qualifizierten Anlegern.

In dem detailliert erkundeten Abbaugebiet im Erzgebirge verfügt die SME über beträchtliche Reserven für Wolfram, Fluorit und Zinn (proven und probable gemäß dem Industriestandard NI 43-101) mit einem Wert von über 700 Mio. Euro. Die Gesellschaft profitiert dabei von erheblichen Vorleistungen der ehemaligen Wismut AG (heute Wismut GmbH), die 120.00 Meter engmaschige Bohrungen durchführte und die für den Bergbau notwendige Infrastruktur bereits geschaffen hat.

Unternehmen / Bergwerk in Pöhla
Die SME AG ist ein deutsches Unternehmen, das im Bereich der Gewinnung von Rohstoffen tätig ist. Das Abbaugebiet befindet sich im Erzgebirge. SME verfügt über die bergrechtliche Bewilligung zur Gewinnung von Wolfram, Flussspat (Fluorit), Zinn, Indium, Nickel und weiteren Rohstoffen. Aktuell konzentriert sich das Unternehmen auf das Hauptprojekt in Pöhla mit dem Ziel des Abbaus von Wolfram und Fluorit, drei weitere Abbaustandorte befinden sich im Erkundungsstadium. Die Mittel aus der Anleiheemission sind nicht für die Entwicklung der weiteren Felder vorgesehen.

Das am weitesten fortgeschrittene Abbauprojekt Pöhla ist ein polymetallisches Abbaugebiet. Das Gebiet wurde bereits früher auf Rohstoffe von der damaligen Wismut AG exploriert. Es erfolgte aber kein Abbau von Wolfram Fluorit oder Zinn, die damals erhobenen Daten stehen heute der SME AG zur Verfügung. Der heutige Wert der historischen Erkundungen wird auf ca. 80 bis 100 Mio. Euro geschätzt.

Die SME kann im Bergwerk in Pöhla auf eine bestehende, nutzbare Infrastruktur und Stollen sowie in diesem traditionellen Erzabbaugebiet auf Erkundungsergebnisse aus engmaschigen Bohrungen von Wismut zurückgreifen. Zusätzlich hat die SME seit 2016 signifikant in die bestehende Bergbauinfrastruktur investiert, insbesondere in einen ersten Schacht sowie in eine Pilotaufbereitungsanlage, über die seit Sommer 2019 erste Roherze verarbeitet werden. Bis Anfang 2022 wird die Anlage auf einen kommerziellen Abbau mit einer jährlichen Kapazität von 400.000 Tonnen erweitert.

Dr.-Ing. Klaus Grund, Vorstand der SME AG: „Nicht zuletzt aufgrund der hohen Rohstoffgehalte werden wir kostenseitig zu den Top 25% der Wolfram-Minen weltweit gehören und dadurch extrem wettbewerbsfähig agieren können. Die deutsche Industrie gehört heute zu den weltweit größten Importeuren von Wolfram und Fluorit, die insbesondere in China, Mexiko, Vietnam und Russland abgebaut werden. Hier wollen und werden wir einen Beitrag zur Reduzierung der Importabhängigkeit leisten und dem Erzgebirge ein Stück seiner Bergbau-Tradition zurückgeben.“ Die SME AG konzentriert sich mit ihren Förderaktivitäten ausschließlich auf Deutschland und baut hier nach höchsten Standards und mit bestmöglicher Umweltverträglichkeit ab.

Umsatzpotenzial
Die SME AG geht von einer Lebensdauer des Wolfram- und Flussspatlagers von ca. 17 Jahren aus mit einer jährlichen Förderung von 900 t aufbereitetem Wolfram und 16.000 t Fluorit im Jahr 2022 (75% Auslastung) sowie 1.200 t Wolfram und 21.000 t Fluorit ab 2023 (100% Auslastung). Bei Vollauslastung (ab 2023) entspräche dies einem jährlichen Umsatz von 33 Mio. Euro für Wolfram und 9,5 Mio. Euro für Fluorit (Basis sind die durchschnittlichen Preise der letzten zwölf Monate). Bis zur vollen Inbetriebnahme plant SME bis 2021, das bei der Errichtung der Rampe übertage gebrachte Roherz über die Pilotanlage aufzubereiten.

Verwendung des Emissionserlöses
Mit den Mitteln aus der Anleihe sollen insbesondere die Abbauaktivitäten im Bergwerk Pöhla für die Rohstoffe Wolfram und Fluorit (auch als Flussspat bezeichnet) deutlich ausgebaut und in die kommerzielle Produktion überführt werden. Laut Wertpapierprospekt werden die Erlöse für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet.

Aus den Mitteln der Anleihe sollen gut 20 Mio. Euro in das Bergwerk in Pöhla investiert werden. Der weitere Emissionserlös dient vor allem als Liquiditätspuffer, sollten wider Erwarten zeitliche Verzögerungen bei der kommerziellen Skalierung des Abbaus oder der Aufbereitung auftreten. Die Rückführung der Anleihe im Jahr 2025 kann nach den Planungen des Unternehmens vollständig aus selbst geniertem Cashflow erfolgen.

Die für die erste und zweite Zinszahlung benötigten Mittel werden auf einem Treuhandkonto hinterlegt. Treuhänder ist MSW GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft. Die SME AG wird die für die erste und zweite Zinszahlung benötigten Mittel aus den Nettoerlösen bestreiten.

Stärken:
- detailliert erkundetes Abbaugebiet mit beträchtliche Reserven an Wolfram, Fluorit und Zinn
- SME verfügt bereits über die bergrechtliche Bewilligung zur Gewinnung der Bodenschätze
- Förderaktivitäten ausschließlich in Deutschland
- Infrastruktur (Straßen, Stromversorgung usw.) ist bereits vorhanden
- Liquiditätspuffer von 1/3 des Emissionsvolumens ist eingeplant

Schwächen:
- bislang nur minimale Umsätze, hohe Prognoseunsicherheit
- kein Mindestemissionsvolumen
- Gefahr der zeitlichen Verzögerung

Fazit:
Die SME AG kann im Bergwerk in Pöhla auf eine bestehende, nutzbare Infrastruktur und Stollen sowie auf Erkundungsergebnisse aus engmaschigen Bohrungen von Wismut zurückgreifen. Vorleistungen tragen maßgeblich zur Attraktivität des Projektes in Pöhla bei. Die Gesellschaft verfügt zudem über die notwendigen Genehmigungen und hat einen Liquiditätspuffer bei der Planung berücksichtigt. Das Projekt befindet sich dennoch in einem frühen Stadium, die Prognosen dürften daher mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet sein. Dem hohen Kupon stehen auch entsprechende Risiken gegenüber. Insgesamt erscheint die Anleihe für spekulativ orientierte Anleger interessant.

Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org


SME – Geschäftsentwicklung und Kennzahlen

 

2019e

2020e

2021e

2022e

2023e

2024e

2025e

Umsatz

-Wolfram

-Fluorit

209

162

47

1.255

971

284

1.255

971

284

31.370

24.271

7.098

41.826

32.362

9.464

41.826

32.362

9.464

41.826

32.362

9.464

EBITDA

-609

18

18

8.943

18.590

18.590

18.590

EBIT

-669

-43

-43

8.007

17.654

17.654

17.654

EBT

-1.057

-2.368

-2.368

5.682

15.329

15.329

16.879

ICR (EBITDA/ Zinslast)

Neg.

0,01

0,01

3,85

8,00

8,00

23,99

EK-Quote (inkl. Bilanzverlust)

18%

12%

5%

20%

43%

56%

100%

Net Debt/EBITDA

2,37

495,21

1.193,31

1,70

n.a.

n.a.

n.a.

Umsatz, EBITDA, EBIT und EBT in TEuro, Quelle: BankM Research

 

Eckdaten der SME-Anleihe

Emittent

Saxony Minerals & Exploration – SME AG

Kupon

7,750% p.a.

Volumen

bis zu 30 Mio. Euro

Zeichnungsfrist

17.10.–29.10.2019

Valuta

01.11.2019

Laufzeit

bis 01.05.2025

Status

nicht nachrangig, nicht besichert

ISIN / WKN

DE000A2YN7A3 / A2YN7A

Stückelung

1.000 Euro

Bookrunner

BankM

Selling Agent

GBR Financial Services

Internet

www.smeag.de

 

 

 


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