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„Aufträge, die wir jetzt annehmen betreffen schon das Geschäftsjahr 2024“, Dr. Adndreas Aufschnaiter, MS Industrie AG

Die MS Industrie AG konnte im Geschäftsjahr 2022 und im ersten Quartal 2023 den Umsatz und das Ergebnis deutlich steigern. Der Auftragsbestand ist heute teilweise auf Rekordniveau. Aufträge, die das Unternehmen jetzt annimmt, betreffen schon das Geschäftsjahr 2024, wie Vorstand Dr. Andreas Aufschnaiter im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert.

BOND MAGAZINE: Wie ist Ihre aktuelle Geschäftsentwicklung?

Dr. Aufschnaiter: Im letzten Geschäftsjahr erreichte der MS Industrie Konzern ein testiertes Umsatzvolumen von rund 206 Mio. Euro und damit eine Steigerung von über 25% im Vergleich zu 2021. Die Einnahmen beliefen sich auf 216,27 Mio. Euro. Es wurde ein Nettogewinn von 1,18 Mio. Euro erwirtschaftet. Eine klare und deutliche Trendumkehr, denn 2021 gab es noch einen Nettoverlust von 4,0 Mio. Euro. Der absolute Trend aus dem Jahr 2022 wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen, prozentual folglich mit einer entsprechenden Abflachung. Aktuell erwarten wir für 2023 ein Umsatzvolumen von über 235 Mio. Euro. Auftragseingänge und Umsätze haben sich sehr erfreulich entwickelt. Da sind wir sehr zufrieden. Das zeigen auch unsere gerade veröffentlichten nicht testierten Geschäftszahlen für das I. Quartal 2023. Der Umsatz legte im ersten Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28% auf rund 60 Mio. Euro zu - die leicht höhere Betriebsleistung um 25%. Der Rohertrag liegt im I. Quartal bei 29 Mio. Euro - damit fast ein Fünftel höher als vor einem Jahr.

BOND MAGAZINE: Wie passen die beiden Sparten Powertrain und Ultrasonic zusammen?

Dr. Aufschnaiter: Teile und Systeme, die wir im Bereich MS Powertrain liefern, kommen vorwiegend in schweren Antriebslösungen zum Einsatz. Das sind für den Transport auf der Straße die schweren LKW-Motoren, welche heute mit Diesel oder Gas und perspektivisch auch mit Wasserstoff oder E-Fuels betrieben werden. Fast alle großen und bekannten Hersteller von LKWs und Nutzfahrzeugen greifen auf die Technologie unserer Powertrain-Sparte zurück. Es gibt auch so genannte „off-highway“-Anwendungen, die beispielsweise in schweren Baufahrzeugen, Notstromaggregaten aber auch in hybriden Antriebsformen im PKW-Bereich zum Einsatz kommen. Das Segment MS Ultraschall wiederum untergliedert sich in drei Teilbereiche: Sondermaschinen, Serienmaschinen und Systeme / Komponenten. Unsere Sondermaschinen mit rund 80% Umsatzanteil liefern wir hauptsächlich an die weltweite PKW- und PKW-Zulieferindustrie. Damit werden sämtliche Kunststoffteile am und im Auto hergestellt, vom Stoßfänger über Instrumententafeln bis zu Türverkleidungen. Unser Geschäft lebt also von der Modell- und Variantenvielfalt sowie der Zunahme an leichten Kunststoffteilen und nicht von Anzahl verkaufter Autos. Genau hierin sieht man die „Produktnähe“, die man nicht unbedingt auf den ersten Blick vermuten würde. Beide Segmente sind u. a. im Automobilbereich tätig – aber interessanterweise, auch für Investoren, nicht voneinander abhängig. Bei MS Ultraschall gibt es noch den Teilbereich „Serienmaschinen“. Hier geht es in erster Linie um das Verschweißen diverser Kunststoffteile über alle Branchen hinweg. Das ist ein wichtiger Baustein für die Medizintechnik, Elektronik- und Haushaltsgeräteindustrie. Wir liefern zudem technologisch anspruchsvolle Ultraschall-Systeme und -Komponenten an andere Maschinenbauer, damit dort Folien oder Vliesstoffe („Nonwovens“) auf großen Anlagen verarbeitet werden können. Zu den Kundenbranchen zählen hier vorwiegend die Verpackungs- und Hygieneartikelindustrie.

BOND MAGAZINE: Wie zukunftsfähig ist der Bereich Powertrain?

Dr. Aufschnaiter: MS Powertrain hat einen wichtigen LKW-Ankerauftrag für Nutzfahrzeug-Ventiltriebsysteme bis Ende 2031 gesichert – mit einer Verlängerungsoption bis ins Jahr 2035. Diese Art der Ventiltriebe ist bereits heute für einen nachhaltigen und klimaneutralen Antrieb, beispielsweise mit Wasserstoff oder E-Fuels geeignet bzw. vorgerüstet. Unsere Nutzfahrzeug-Ventiltriebsysteme sind somit ein wichtiger Bestandteil der ökologischen Verkehrswende. Mit diesem langfristigen Auftrag beläuft sich das Vertragsvolumen allein der Einheit MS Powertrain auf mehr als 1,3 Mrd. Euro. Auch der Bundesregierung ist klar, dass sich der Güterverkehr im kommenden Jahrzehnt vervielfachen wird. Der vieldiskutierte Ausbau von Autobahnen findet deswegen nicht so sehr wegen des Privatverkehrs statt. Das Schienennetz ist auch völlig überlastet. Für den Transport von Gütern ist der Langstrecken-/Schwerlastverkehr nötig, der nicht mit batterieelektrischen LKWs erfolgen kann. Die Haltbarkeit und Kraft reichen in der Realität nicht aus. Deswegen wird es weiterhin LKW-Motoren geben müssen, die mit Wasserstoff oder E-Fuels betrieben werden müssen.

BOND MAGAZINE: Weshalb gehen Sie jetzt wieder stärker in die USA?

Dr. Aufschnaiter: Dieser Schritt betrifft das Segment MS Powertrain, welches wir bis März 2019 in den USA bis zum Verkauf an den Marktbegleiter Gnutti Carlo Inc. bereits über viele Jahre betrieben hatten. Einerseits erwarten unsere Kunden in den USA eine größere Nähe mit lokaler Wertschöpfung, andererseits sehen wir in unserer Nische der hochpräzisen und flexibel automatisierten Bearbeitung sehr große Chancen im NAFTA-Raum, bei weitem nicht nur in der LKW-Industrie. Die Produktionskosten, speziell bei energieintensiven Arbeitsgängen, sind aktuell und auch perspektivisch in den USA sehr attraktiv. Unabhängig davon waren wir in den letzten Jahren durchgängig mit unserer Sparte MS Ultraschall im Bundesstaat Michigan mit Vertrieb, Produktion sowie Service und Ersatzteilgeschäft vertreten.

BOND MAGAZINE: In welchem Volumen haben Sie im letzten Jahr die neue Anleihe platziert.

Dr. Aufschnaiter: Die im Oktober 2022 gestartete MS Anleihe ist momentan mit knapp 4,0 Mio. Euro platziert. Sie wurde als ergänzender Baustein auf der Passivseite mit dem Ziel der Wachstumserleichterung designt, daher auch die Ausgestaltung als „bis zu“-20 Mio. Euro-Anleihe. Leider war der Zeitpunkt der Begebung der Anleihe nicht ganz optimal. Dennoch sind wir der Meinung, dass wir ein rundes und gutes Produkt für unsere Investoren bieten. 6,25 Prozent für eine „Mittelstandsanleihe“ ist ein ordentlicher Zinssatz, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Anleihe mit einem Grundstück in den USA besichert ist. Da wir börsennotiert sind, unterliegen wir selbstverständlich einer hohen Transparenz. Wie ernst wir dies nehmen, sieht man u.a. daran, dass wir vor wenigen Tagen unsere nicht testierten Geschäftszahlen für das I. Quartal 2023 veröffentlicht haben. Davon profitieren auch unsere Anleihe-Anleger.

BOND MAGAZINE: Wie geht es mit der Platzierung weiter?

Dr. Aufschnaiter: In den nächsten Wochen, nach Pfingsten, werden wir noch einmal verstärkt unser Geschäftsmodell und die Vorteile der Anleihe im persönlichen Gespräch bei Vermögensverwaltern, Family Offices, Fondsmanagern und Pensionskassen vorstellen. Wir sind von unserem Geschäftsmodell überzeugt, denn es funktioniert langfristig. Das zeigt auch wie langfristig unsere Verträge geschlossen werden. Unser Know-How ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen und kann nicht ohne Weiteres von Mitbewerbern kopiert werden. Das spiegeln auch unsere soliden Geschäftszahlen wider.

BOND MAGAZINE: Welchen Ausblick können Sie geben?

Dr. Aufschnaiter: Wir wollen organisch wachsen. Die letzten drei Krisenjahre – bis Mitte 2022 – konnten wir erfolgreich bewältigen. Unser Auftragsbestand ist heute teilweise auf Rekordniveau. Aufträge, die wir jetzt annehmen betreffen schon das Geschäftsjahr 2024. Damit sind wir – trotz einer weltweiten Verunsicherung – in der Lage, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Im Bereich Ultraschall liegt der Fokus auf der Markteinführung der neu entwickelten Systeme für Verpackungs- und Nonwovens-Anwendungen. Ich möchte nicht zu technisch werden. Durch veränderte Recycling-Verordnungen wird es gerade für das Segment MS Ultraschall zu einer deutlichen Veränderung bei Lebensmittelverpackungen kommen. Auch ein Zukunftsmarkt für den wir gut gerüstet sind.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, https://www.fixed-income.org/
Foto: Dr. Andreas Aufschnaiter © MS Industrie AG


 

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