Der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. hat am Dienstag (24.3.) die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2025/2026 bekanntgegeben. In der Hinrunde (1. Juli bis 31. Dezember 2025) erzielte Königsblau einen Konzernjahresüberschuss von 2,5 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 6,6 Mio. Euro) und liegt damit im prognostizierten Korridor für die Saison. Der Umsatz betrug 83,5 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 95,0 Mio. Euro). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der geringeren Anzahl von Sonderveranstaltungen in der VELTINS-Arena im Vergleich zur Hinrunde 2024/2025.
„Das Ergebnis ist absolut im Rahmen unserer Erwartungen“, so Christina Rühl-Hamers, Mitglied des Vorstands und zuständig für den Bereich Finanzen. „Im Veranstaltungsgeschäft haben wir 2025 wieder ein normales Jahr erlebt, das zeigt der Vergleichszeitraum 2023. Erfreulich ist, dass sich die angekündigte Trendwende im Sponsoring in den Zahlen widerspiegelt. Angestoßene Veränderungen wirken sich im Merchandise ebenfalls positiv aus.“ In den Bereichen Sponsoring (20,4 Mio. Euro, Vorjahreszeitraum: 18,2 Mio. Euro) und Merchandising (11,2 Mio. Euro / Vorjahreszeitraum: 9,4 Mio. Euro) legten die Umsatzerlöse zu. Auch im dritten Jahr 2. Bundesliga erwirtschaftet Schalke 04 also in vielen Bereichen signifikant über Ligaschnitt.
Finanzielle Stabilisierung des S04 erfolgreich fortgesetzt
Bei einem Verbleib im Unterhaus ist die Prognose im Geschäftsjahr 2025/2026 ein ausgeglichenes Konzernjahresergebnis bis hin zu einem Konzernjahresgewinn im einstelligen Mio.bereich. Für den Fall eines sportlichen Aufstiegs in die Bundesliga prognostiziert der S04 wiederum einen Konzernjahresfehlbetrag im niedrigen einstelligen Mio.bereich bis hin zu einem ausgeglichenen Ergebnis – insbesondere aufgrund aufstiegsbedingter Aufwendungen.
„Wir konnten unseren finanziellen Stabilisierungskurs im Berichtszeitraum konsequent fortschreiben”, so Rühl-Hamers. „In der Hinrunde haben wir sehr erfolgreich unsere neue Anleihe 2025/2030 herausgegeben sowie die auslaufenden Alt-Anleihen vorzeitig und komplett refinanziert. Außerdem konnten wir unter anderem zwei landesverbürgte Darlehen im Restvolumen von mehr als 25,4 Mio. Euro vollumfänglich zurückführen. Das alles sind sehr wichtige Bausteine unserer finanziellen Neuausrichtung.“
Sportliche Schlagkraft und wirtschaftliche Stabilität
Der S04 hat sowohl den 2018 geschlossenen Konsortialkredit für Infrastrukturmaßnahmen auf dem Berger Feld als auch das 2020 in Anspruch genommene Corona-Darlehen vorzeitig gekündigt und zum 31. Dezember 2025 vollständig zurückgezahlt. Möglich machte den Abbau der Verbindlichkeiten die erfolgreiche Platzierung der neuen Unternehmensanleihe 2025/2030 mit einem Volumen von 90 Mio. Euro. „Die Entlastung von diesen landesverbürgten Krediten verschafft dem FC Schalke 04 deutlich mehr Planungssicherheit“, erklärt Rühl-Hamers. „Wir befinden uns nun in einer neuen Situation, die so vor einem Dreivierteljahr nicht zu erwarten war. Entsprechend werden wir die kommenden Monate nutzen, um auf dieser Basis eine neue mittelfristige Finanzstrategie zu erarbeiten.“ Top-Priorität genieße nach wie vor, ein schlagkräftiges Budget für den Sport bereitzustellen. Dabei plant der Club beim Blick auf die aktuelle Tabellenkonstellation selbstverständlich zweigleisig.
Aufgrund des Konzernhalbjahresüberschusses reduziert sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag von 99,1 Mio. Euro (Stand 30. Juni 2025) auf 96,6 Mio. Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sind im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/2026 stichtagsbedingt von 110,8 Mio. Euro auf 116,4 Mio. Euro gestiegen. Der S04 geht von einem konstanten Niveau zum Ende des Geschäftsjahres 2025/2026 aus.
Nettoeigenkapitalregel der DFL erfüllt
Der Verein sei auf einem guten Weg, so Rühl-Hamers und nennt ein wichtiges Beispiel: „Dank unserer Anstrengungen im Gesamtverein werden wir die Eigenkapitalregel der DFL auch für 2025 erfüllen – das gibt uns Sicherheit für die nächste Saison.“
Grundlage ist die im Dezember 2025 von der DFL-Vollversammlung beschlossene Anpassung der Lizenzierungsordnung, die neben einer jährlichen auch eine Dreijahresbetrachtung umfasst – in diesem Fall 2023 bis 2025. Die Eigenkapitalregel gilt auch dann als erfüllt, wenn sich die negative Nettoeigenkapitalposition über einen Zeitraum von drei Jahren im geforderten Umfang verbessert und sich dabei in keinem der drei Jahre gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hat.
Stadionanteile an Genossenschaft verkauft
Ein positives Signal für 2026 ist der jüngste Verkauf von Stadionanteilen im Wert von 7,5 Mio. Euro an die Fördergenossenschaft Auf Schalke eG. „Die Transaktion stärkt die Eigenkapitalbasis des Vereins und eröffnete uns zugleich die Möglichkeit, Anteile an der Stadiongesellschaft von den Stadtwerken zurückzuerwerben, die der Verein vor vielen Jahren veräußert hat. So behalten wir die Kontrolle und können bei einem Gewinn der Stadionbeteiligungsgesellschaft von zusätzlichen Ausschüttungen profitieren”, erklärt Rühl-Hamers. Wirksam wird die Ziehung der Call-Option zum Ende des laufenden Jahres.
Rühl-Hamers wirbt für die weitere Zeichnung von Anteilen an der Genossenschaft: „Jürgen Gerdes hat es in seiner neuen Rolle als Vorstandsvorsitzender der eG gut zusammengefasst: Je mehr Mitglieder bei der Auf Schalke eG mitmachen, umso stärker wird auch der Verein – und das sogar schon in diesem Sommer.“
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