Die EPH Group AG führt eine Kapitalerhöhung durch, um die Entwicklung der Hotelpipeline voranzutreiben und rasch auf neue Chancen im Markt reagieren zu können. Zudem soll die Bilanzstruktur gestärkt werden, wie Vorstand Alexander Lühr im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE berichtet. Die Gesellschaft konzentriert sich auf die Entwicklung von Hotelprojekten. Nach Erreichen der Baureife werden die Projekte in der Regel verkauft. Mittelfristig sieht Lühr Potenzial für drei bis vier Exits pro Jahr.
BOND MAGAZINE: Sie machen aktuell eine Kapitalerhöhung. Wie wollen Sie das Kapital verwenden?
Lühr: Wir führen eine Kapitalerhöhung im Volumen von bis zu 10,3 Mio. Euro durch. Hierfür werden bis zu rund 143.000 neue Aktien zum Preis von 72,00 Euro je Aktie ausgegeben. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis 26. Juni 2026. Aktuell umfasst unsere Pipeline neun Projekte, davon sieben in Österreich und zwei in Deutschland. Mit dem Kapital aus der Kapitalerhöhung möchten wir vor allem die Planungs- und die Genehmigungsprozesse weiter vorantreiben. Zudem prüfen wir selektiv weitere Akquisitionsmöglichkeiten und wollen auf neue Chancen im Markt rasch reagieren können. Auch die Bilanzstruktur soll damit gestärkt werden.
BOND MAGAZINE: Wie ist der aktuelle Stand bei Ihren Projekten?
Lühr: Mit dem Projekt in Tirol sind wir auf der Zielgeraden. Auch unser Projekt in Niederösterreich befindet sich in der Fertigentwicklung. Bei den Projekten in Kärnten erwarten wir zeitnah das Erreichen wichtiger Meilensteine. Unsere Projekte in Oberbayern entwickeln sich ebenfalls planmäßig, dort rechnen wir in den kommenden Monaten mit wichtigen Fortschritten im Genehmigungsprozess. Mittelfristig streben wir drei bis vier Exits pro Jahr an.
BOND MAGAZINE: Bei unserem letzten Gespräch sagten Sie, dass Sie auch Hotels im Bestand halten möchten. Was ist daraus geworden?
Lühr: Unser Fokus liegt klar auf der Projektentwicklung. Wir sichern geeignete Grundstücke, entwickeln die Projekte bis zur Baureife, führen die Genehmigungsprozesse durch und gewinnen renommierte Hotelbetreiber für die jeweiligen Standorte. Anschließend veräußern wir die vollständig genehmigten und baureifen Projekte. Als Käufer kommen insbesondere institutionelle Investoren, Family Offices und spezialisierte Immobilienfonds in Frage. Diese können die Projekte anschließend realisieren.
Durch die Entwicklung bis zur Baureife schaffen wir erheblichen Mehrwert. Unser Ziel ist es, auf Projektebene Entwicklermargen von rund 50 % zu erzielen. Bei besonders attraktiven Projekten sehen wir zusätzliches Potenzial.
Gleichzeitig schließen wir nicht aus, ausgewählte Projekte selbst umzusetzen. Wenn ein Projekt besonders attraktiv ist, wir von seinem Potenzial überzeugt sind und die Finanzierung gesichert werden kann, prüfen wir auch eine Eigenrealisierung.
BOND MAGAZINE: Sie streben also auf Projektebene Entwicklermargen von rund 50 % an?
Lühr: Ja, das ist unser Ziel. Gleichzeitig ist das Projektentwicklungsgeschäft natürlich mit Risiken verbunden. Wesentliche Meilensteine sind insbesondere die Genehmigungsprozesse und die erfolgreiche Weiterentwicklung der einzelnen Projekte. Deshalb betrachten wir jedes Projekt individuell.
BOND MAGAZINE: Das Genehmigungsrisiko lässt sich durch Vorabstimmungen mit den Behörden und entsprechende Vertragsstrukturen aber deutlich reduzieren, oder?
Lühr: Ja genau. Wir arbeiten zudem bei vielen Projekten mit der aufschiebenden Bedingung der Baugenehmigung. Der Kauf ist damit an den Erhalt des Baubescheids geknüpft. Dadurch begrenzen wir unser Risiko erheblich. Zwar entstehen uns Kosten für Architektenleistungen, Planung und Projektentwicklung, im Verhältnis zum potenziellen Projektwert sind diese aber überschaubar.
Ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäftsmodells ist zudem das Land-for-Equity-Modell. Dabei zahlen wir den Kaufpreis für Grundstücke ganz oder teilweise durch die Ausgabe von Aktien. Damit reduzieren wir die Kapitalbindung, stärken unsere finanzielle Flexibilität und schonen die Liquidität. Gleichzeitig partizipieren die Grundstückseigentümer sowohl an der weiteren Wertentwicklung ihres eingebrachten Grundstücks als auch an der EPH Group AG insgesamt.
BOND MAGAZINE: Lassen sich alle Verkäufer darauf ein oder bevorzugen manche den Kaufpreis in bar?
Lühr: Das ist sehr unterschiedlich. Wir stellen aber fest, dass viele Verkäufer dem Modell offen gegenüberstehen, weil sie dadurch an der weiteren Entwicklung ihres Grundstücks beteiligt bleiben. Für uns ist das eine interessante Lösung, weil wir weniger Kapital binden und mehr Mittel in die Entwicklung unserer Projekte investieren können.
BOND MAGAZINE: Bei unserem letzten Gespräch hatten Sie auch von der Pure Place Hospitality, einem innovativen Golf- und Freizeitresort-Konzept, gesprochen. Wie weit ist das Projekt mit luxuriösen mobilen Lodges südlich von Wien vorangeschritten?
Lühr: Das Projekt befindet sich weiterhin in Entwicklung. Wie bei allen Projektentwicklungen sind laufend Abstimmungen und Prüfungen erforderlich, die Einfluss auf den zeitlichen Ablauf haben. Wir arbeiten jedoch unverändert an der Weiterentwicklung des Projekts und werden über das Erreichen konkreter Meilensteine sehr gerne informieren, sobald wir diese erreichen.
BOND MAGAZINE: Sie haben gesagt, dass Sie zeitnah mit Exits rechnen.
Lühr: Wir haben eine Pipeline mit neun Projekten in Österreich und Deutschland. Unser Projekt in Niederösterreich befindet sich bereits in der Fertigentwicklung und auch in Kärnten erwarten wir zeitnah das Erreichen wichtiger Meilensteine. Mit dem Fortschritt der Projekte steigt auch das Potenzial für weitere Exits aus unserer Pipeline.
Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org
Eckdaten der EPH-Kapitalerhöhung
| Emittentin | EPH Group AG |
| Transaktion | Barkapitalerhöhung |
| Zeichnungsfrist | 21.05.-26.06.2026 |
| Angebotspreis je Aktie | 72,00 |
| Max. Anzahl neuer Aktien | 142.858 |
| Maximales Emissionsvolumen | 10.285.776 Euro |
| ISIN | AT0000A34DM3 |
| WKN | A3EGG4 |
| Internet | www.eph-group.com |
