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„Die Anleihemittel sollen vollständig in erneuerbare Energielösungen in Deutschland fließen“, Markus Voigt, CEO, AREAM Group

Markus Voigt, CEO © AREAM Group

Die Anleihemittel der Aream Infrastruktur Finance GmbH sollen vollständig in erneuerbare Energie­lösungen in Deutschland fließen. Konkret geht es um die Entwicklung, den Bau und den Betrieb u. a. von Energie­speicher­lösungen mit oder ohne Photovoltaik- oder Windenergie­anlagen, EEG-Innovations­projekten, gewerblichen Aufdach­anlagen, Bioenergie­anlagen sowie Energie­infrastruktur wie Umspannwerken, erläutert AREAM Group-CEO Markus Voigt im Gespräch mit GREEN BONDS. Für die Umsetzung zieht man auch Entwicklungskooperationen, Unternehmens­beteiligungen und den Erwerb von Pipelines in Betracht. Die Emittentin Aream Infrastruktur Finance GmbH hat sich zudem bereits Projektrechte im Wert von 1,5 Mio. Euro von der Mutter­gesellschaft AREAM Group SE zusichern lassen.

GREEN BONDS: Wie sind die Eckpunkte Ihrer neuen Anleihe?

Voigt: Unsere neue Anleihe ist gemäß Second Party Opinion von EthiFinance als Green Bond klassifiziert. Das Emissionsvolumen liegt bei bis zu 10 Mio. Euro und der Kupon beträgt über die Laufzeit von fünf Jahren 7,25% p.a. bei halbjährlicher Auszahlung. Als besondere Schutzrechte für die Investoren haben wir in den Anleihebedingungen eine Veräußerungsbegrenzung für Vermögensgegenstände, eine Negativverpflichtung, eine Transparenzverpflichtung, eine Positivverpflichtung sowie ein Sonderkündigungsrecht für die Anleger bei einem Drittverzug festgelegt. Unser Aream Green Bond 2025/2030 kann online über unsere Webseite unter ww.aream.de/ir gezeichnet werden. Die Anleihe wird voraussichtlich ab dem 17. März 2026 im Open Market der Deutsche Börse AG (Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse) gelistet sein.

GREEN BONDS: Wie wollen Sie die Mittel aus der Anleiheemission verwenden?

Voigt: Die Anleihemittel sollen vollständig in erneuerbare Energielösungen in Deutschland fließen. Konkret geht es um die Entwicklung, den Bau und den Betrieb u. a. von Energiespeicherlösungen mit oder ohne Photovoltaik- oder Windenergieanlagen, EEG-Innovationsprojekten, gewerblichen Aufdachanlagen, Bioenergieanlagen sowie Energieinfrastruktur wie Umspannwerken. Für die Umsetzung ziehen wir auch Entwicklungskooperationen, Unternehmensbeteiligungen und den Erwerb von Pipelines in Betracht. Diese strategische Mittelverwendung ermöglicht unseren Anlegern und uns, einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit in Deutschland zu leisten.

GREEN BONDS: Bei der Mittelverwendung sind Sie also sehr flexibel?

Voigt: Innerhalb des klar definierten Rahmens der grünen Mittelverwendung besitzen wir definitiv einen gewissen Gestaltungsspielraum. Damit tragen wir vor allem dem umfassenden Leistungsvermögen der AREAM Group als Erneuerbare-Energien-Plattform Rechnung, mit dem wir die verschiedenen Herausforderungen der Solarbranche bereits seit 20 Jahren erfolgreich meistern. Durch die vielschichtige Mittelverwendung können wir unser Know-how optimal als Hebel einsetzen, um einen echten Mehrwert für die Umwelt und unsere Anleger zu schaffen. Wir haben diese Balance aus operativer Flexibilität und konkreter Mittelbindung also ganz bewusst gewählt. Denn sie erlaubt uns, opportunistisch sowie marktorientiert zu handeln und gleichzeitig die Erwartungen von Investoren, die in ein grünes, zweckgebundenes Produkt investieren, vollends zu erfüllen. 

GREEN BONDS: Auf Infrastrukturprojekte stürzen sich aktuell auch Private Equity-Investoren, oder?

Voigt: Es ist richtig, dass auch Private-Equity-Investoren starkes Interesse an Infrastrukturprojekten zeigen – allerdings in einer ganz anderen finanziellen Größenordnung, sodass wir uns da überhaupt nicht ins Gehege kommen. Trotzdem bestätigt diese Nachfrage letztlich die hohe Attraktivität dieser Assetklasse. Hier profitieren wir sicherlich davon, dass wir als AREAM Group einen großen Teil unserer Wertschöpfung bereits in der Projektentwicklung ansiedeln, wo regulatorisches Fachwissen, Netzanschlussmanagement, Planungsrecht und lokale Stakeholder-Kommunikation entscheidend sind. Gerade bei komplexen Technologien wie Hybrid-PV mit BESS oder bei Projekten, die Innovationsausschreibungen erfordern, schafft unsere In-house-Projektentwicklung einen echten Mehrwert, den opportunistische Kapitalgeber nicht gleichwertig bieten können. 

GREEN BONDS: Bei der Laufzeit von 5 Jahren können Sie vermutlich mehrere Projekte nacheinander finanzieren, oder?

Voigt: Die Anleihelaufzeit eröffnet uns in der Tat die Möglichkeit, mehrere Projekte nacheinander zu finanzieren oder gleichzeitig in verschiedene Projektphasen zu investieren, wobei das Timing der Rückflüsse und der Entwicklungszyklus zu berücksichtigen sind. Denn Projektentwicklungszeiten variieren erheblich je nach Technologie und Genehmigungsstand: Freiflächen-PV- und BESS-Projekte können je nach Privilegierung und Planungsstatus zwischen zwölf und 36 Monaten bis zum Baureife-Status dauern, bei Windprojekten sind die Zeiträume in der Regel länger. Vor diesem Hintergrund wurde die Anleihelaufzeit bewusst so festgelegt, dass wir einerseits Projekte in späteren Entwicklungsstadien beschleunigen, um sie in der Regel bei Baureife zu verkaufen, und andererseits kleinere oder modulare Vorhaben nacheinander entwickeln und monetarisieren. Die Möglichkeit, ausgewählte Projekte zu halten und Erträge aus dem Betrieb zu generieren, gibt uns zusätzliche attraktive Optionen.

GREEN BONDS: In welcher Form bringt die AREAM Group Eigenkapital in die Emittentin ein?

Voigt: Die Emittentin Aream Infrastruktur Finance GmbH hat sich bereits Projektrechte im Wert von 1,5 Mio. Euro von der Muttergesellschaft AREAM Group SE zusichern lassen und baut damit auf einer soliden Basis auf. Zusätzlich besteht seitens der AREAM Group eine Ersatzverpflichtung. Damit kann die Emittentin auf einer soliden Grundlage aufbauen, da es sich um konkrete Vermögenswerte handelt, die unmittelbar in die Entwicklung eingebracht werden können und dadurch schneller zur Wertschöpfung beitragen. Für die potenziellen Anleger des Aream Green Bonds 2025/2030 bedeutet dieses Commitment der Muttergesellschaft, dass sie nicht in ein leeres Vehikel investieren, sondern in eine Gesellschaft, die von Beginn an über gesicherte Projektzugänge verfügt. Die Ersatzverpflichtung verstärkt diesen Aspekt, da sie eine dauerhafte initiale Unterlegung der Anleihe gewährleistet.

GREEN BONDS: Wie möchten Sie die Anleihe am Laufzeitende zurückzahlen?

Voigt: Die Tilgung der Anleihe erfolgt plangemäß am 4. November 2030 zu 100% des Nennwerts. Wir beabsichtigen, unseren Green Bond über den Verkauf von Projektrechten oder Projektgesellschaften im Energieinfrastruktur-Bereich zurückzuzahlen. Bei Bedarf käme auch eine teilweise Refinanzierung in Frage.

GREEN BONDS: Die Aream Solar Finance GmbH hat im letzten Jahr eine Anleihe begeben. Wie hat sich die Gesellschaft bisher entwickelt?

Voigt: Die Schwestergesellschaft Aream Solar Finance GmbH hat sich seit der erfolgreichen Emission ihres Green Bonds 2024/2029 positiv entwickelt. Mit den Anleihemitteln wurde im November 2024 ein weiterer Solarpark in Entwicklung erworben, der die bestehenden Projektrechte im Wert von rund 1,4 Mio. Euro sinnvoll ergänzt. Das neue Projekt umfasst mindestens 68 MWp sowie einen Batteriespeicher und soll voraussichtlich noch 2025 den Ready-to-Build-Status erreichen. Damit verfügt die Aream Solar Finance GmbH derzeit über eine Pipeline mit einer Zielkapazität von rund 140 MWp. Die Projektentwicklung des neuen Solarparks verläuft erfolgreich, da Genehmigungsfähigkeit und Bebauungsplan bereits gesichert und somit zentrale Hürden überwunden sind. Parallel dazu wird der Batteriespeicher integriert, um den wirtschaftlichen und ökologischen Wert des Projekts zu steigern. Dieser planmäßige Fortschritt bestätigt, dass die Green-Bond-Mittel wie vorgesehen in substanzielle Werte überführt werden – so wie es auch beim neuen Green Bond 2025/2030 der Aream Infrastruktur Finance GmbH vorgesehen ist.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.green-bonds.com

Eckdaten des Aream Green Bonds 2025/2030

EmittentinAream Infrastruktur Finance GmbH
FinanzinstrumentGreen Bond (klassifiziert gemäß SPO von EthiFinance)
Statusnicht nachrangig, nicht besichert
Kupon7,25% p.a.
Zinszahlunghalbjährlich
Angebotsfristbis 18.08.2026 über www.aream.de/ir
Valuta04.11.2025
Laufzeitbis 04.11.2030 (5 Jahre)
ISIN/WKNDE000A4DFWA7 / A4DFWA
Stückelung1.000 Euro
Ausgabepreis/Rückzahlungspreis100% 
Anwendbares Rechtdeutsches Recht
Listingvoraussichtlich ab 17.03.2026 im Open Market (Freiverkehr)
Financial AdvisorLewisfield Deutschland GmbH
Internet/Wertpapierprospektwww.aream.de/ir

Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

Emittent

Zeichnungsfrist

Kupon

Green Bond

LEEF Blattwerk

bis 26.02.2027

7,250%

nicht formal

GEPVOLT

bis 02.12.2026

8,000%

nicht formal

reconcept Windenergie Deutschland

21.05.2026-20.05.2027

7,250%

nicht formal

FCR Immobilien

02.04.2026-30.03.2027

6,250%

nein

EVERYIELD

01.06.-26.06.2026

9,000%

nicht formal

POB (Wandelanleihe)

05.06.-24.06.2026

10,000%

nein

Arteus Energy

12.06.2026-11.06.2027

7,750%

nicht formal

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