In den letzten Jahren haben immer wieder einige Unternehmen aus Österreich Anleihen öffentlich platziert, die am Kapitalmarkt für Verwunderung sorgten. Bei den Anleihen handelt es sich um sogenannte Eigenemissionen. D.h. die Anleihen wurden nicht von einer Bank platziert.
Die EPH Group AG, Wien, begibt eine 7-jährige Anleihe im Volumen von bis zu 50 Mio. Euro. Die Anleihe hat einen Kupon von 10,00% p.a., die Zinszahlung soll monatlich erfolgen (ISIN AT0000A3XVE4). Die Anleihe kann ab heute gezeichnet werden.
Die Mittel aus der Anleiheemission sollen nach Unternehmensangaben insbesondere in die Weiterentwicklung bestehender Hotelprojekte fließen. Ein konkretes Beispiel ist das geplante exklusive Boutiquehotel am Tegernsee in Oberbayern, für das, wie gestern bekannt gegeben, nun eine Baugenehmigung vorliegt.
Parallel zur Anleiheemission plant die EPH Group, den Inhabern der Anleihen 2023/2030 (ISIN DE000A3LJCB4) und 2025/2032 (ISIN: DE000A3L7AM8) ein Umtauschangebot im Verhältnis 1:1 zu unterbreiten.
An der Börse Frankfurt werden aktuell (28.10.2026, 10:00 Uhr) für die EPH-Anleihe 2023/2030 Kurse von 60% zu 70% und für die EPH-Anleihe 2025/2032 Kurse von 35% zu 49% gestellt. Der letzte Kurs der EPH-Anleihe 2025/2032 wurde mit 35% festgestellt.
Aus Investorensicht macht wenig Sinn, eine neue Anleihe eines Unternehmens zum Preis von 100% zeichnen, wenn die Altanleihe bei 35% notiert.
Bei einer Bilanzsumme von 8,0 Mio. Euro weist die EPH Group im Jahresabschluss 2025 ein negatives Eigenkapital von über 4,1 Mio. Euro aus. Weiteres Fremdkapital macht da wohl wenig Sinn.
Der Abschlussprüfer GrantThornton sieht zudem wesentliche Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung.
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