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Anleger sehen US-Dollar nicht mehr als sicheren Hafen

von Arif Husain, Head of Fixed Income bei T. Rowe Price

Arif Husain (Quelle: T. Rowe Price)

Im Gegensatz zu meiner Einschätzung der US-Staats­anleihen – hier bin ich so überzeugt wie seit Jahren nicht mehr, da fast alle Faktoren stimmen – ist mein Ausblick für den US-Dollar differen­zierter. Wie bei US-Staats­anleihen ist auch beim Dollar der Zeit­horizont wichtig. Kurzfristig, mit Blick auf den Sommer, können wir nach dem starken Abverkauf im April mit einer Erholung des Dollar rechnen. Währungs­trends ent­wickeln sich jedoch in der Regel über viel längere Zeiträume. Langfristig ist in den nächsten Jahren mit einem schwächeren US-Dollar zu rechnen, was Chancen bietet, durch Währungs­positionen Alpha zu generieren.

Im Gegensatz zu hochwertigen Staatsanleihen ist der US-Dollar keine Anlageklasse. Er ist eine Währung, die im Spannungsfeld verschiedener starker Einflüsse steht, welche die globalen Finanz-, Rohstoff- und Handelsmärkte miteinander verbinden. Diese Einflüsse interagieren und bilden komplexe Dynamiken, die sich von den typischen Treibern einer Anlageklasse unterscheiden. Einige davon sind bereits heute zu beobachten und prägen die längerfristige Entwicklung der Währung. Trotz der Erholung des US-Dollars im Mai glaube ich, dass die Sonderstellung der USA ihren Höhepunkt wahrscheinlich überschritten hat. Ich würde sogar behaupten, dass der Anfang vom Ende kam, als die westlichen Länder als Reaktion auf Russlands Einmarsch in die Ukraine Finanzsanktionen gegen Russland verhängten und den Zugang zum US-Dollar-basierten internationalen Zahlungssystem einschränkten. Wenn man die Reservewährung einschränkt und in Frage stellt, wird die Welt nach Alternativen suchen.

Deutschlands wegweisende Konjunkturausgaben dürften die Wirtschaft der Eurozone ankurbeln, und China verstärkt langsam seine geld- und fiskalpolitischen Impulse, um den negativen Auswirkungen der US-Zölle entgegenzuwirken. Die US-Wirtschaft dürfte hinter diesen Märkten zurückbleiben, was die Nachfrage nach Dollar verringern wird. Der Produktivitätsboom in den USA, der durch die massive Steigerung der Schieferöl- und Gasförderung sowie durch seine Führungsrolle im Bereich der künstlichen Intelligenz gestützt wurde, hat sich (vorerst!) wohl abgeflacht.

Die Fähigkeit eines Landes, unternehmerisch denkende Vorreiter anzuziehen, ist ein weiterer langfristiger Faktor für die Währungsnachfrage. US-Unternehmen an der Spitze des technologischen Wandels – wie die „Magnificent Seven“, die den US-Aktienmarkt jahrelang beflügelt haben – ziehen ausländische Investitionen und die Nachfrage nach US-Dollar an. Die Politik der Trump-Regierung könnte die Attraktivität der USA als Ziel für Einwanderer, die weltweit als Vordenker gelten, verringern.

Welche Faktoren den US-Dollar stützen
Eine Reihe von Faktoren stützt weiterhin den US-Dollar. Zinsunterschiede können Wechselkurse beeinflussen. Unter sonst gleichen Bedingungen fließen mehr Gelder in ein Land mit höheren Zinsen als in ein Land mit niedrigeren Zinsen, was die renditestärkere Währung stärkt.

Renditevorteil der USA 
Betrachtet man die nominalen Renditen der USA im Vergleich zu anderen hochwertigen Staatsanleihen weltweit, so haben die USA einen Vorteil. Anfang Juni lag die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bei etwa 4,44% und damit deutlich über den 2,53%, die deutsche 10-jährige Staatsanleihen boten. Inflationsbereinigt sinkt die verfügbare Rendite – die Rendite 10-jähriger inflationsgeschützter US-Staatsanleihen (TIPS) lag Anfang Juni bei nur 2,09%, aber das war immer noch deutlich höher als die reale Rendite in Deutschland. inflationsgeschützte 10-jährige US-Staatsanleihen (TIPS) Anfang Juni nur 2,09% –, aber immer noch deutlich über der realen Rendite in Deutschland. Da die USA einem stärkeren Inflationsdruck ausgesetzt sind als Europa, ist eine Zinssenkung durch die Fed weniger wahrscheinlich, was die Zinsdifferenz weiter stützt.

Nachfrage nach chinesischen Importen bleibt hoch
Ich gehe davon aus, dass die US-Nachfrage nach chinesischen Importen weiterhin hoch bleiben wird, nachdem beide Länder Anfang Mai eine 90-tägige Aussetzung der höheren Zölle angekündigt haben. Dies würde den Zufluss von US-Dollar nach China verlängern und wahrscheinlich vorübergehend verstärken, die das Land dann wieder in US-Vermögenswerte zurückfließen lassen müsste.

Längerfristige negative Faktoren für den Dollar überwiegen 
Wie werden sich die negativen und positiven Faktoren entwickeln? Ich gehe davon aus, dass die positiven Faktoren in den nächsten Monaten allmählich nachlassen werden. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 dürften die längerfristigen negativen Faktoren, die den US-Dollar belasten, überwiegen und einen strukturell negativen Trend für den US-Dollar einleiten, der Jahre andauern könnte. Wie der Abschwung des US-Dollars während des Ausverkaufs von Risikoanlagen im April gezeigt hat, betrachten Anleger den Dollar nicht mehr als sicheren Hafen in Zeiten weit verbreiteter Marktturbulenzen. Dies ist ein Symptom für die längerfristigen negativen Faktoren für den Greenback. Die jüngste positive Korrelation zwischen dem US-Dollar und Risikoanlagen ist ein wichtiger Faktor für die Portfoliokonstruktion und Diversifizierung.

www.fixed-income.org 


 

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