Nach einem für Lokal- und Hartwährungsanleihen überdurchschnittlich gutem vergangenen Jahr starteten Emerging-Markets (EM)-Assets auch 2026 erneut stark. Wir sehen weiterhin ein gutes Umfeld für diese Anlageklasse.
Erstens unterstützen die technischen Faktoren das Umfeld. Staaten haben seit Jahresbeginn 83 Mrd. USD an Anleihen begeben – der stärkste Jahresauftakt in der Historie. Und der Markt absorbiert das Angebot geräuschlos. Bemerkenswert ist, dass ein ungewöhnlich hoher Anteil von High-Yield-Emittenten Anleihen begeben haben – das bestätigt die breite globale Nachfrage nach EM-Risiko.
Zweitens ziehen die Zuflüsse an. EM-Kredite verzeichnen die höchsten wöchentlichen Mittelzuflüsse seit Juni 2024.
Drittens bieten EM-Spreads weiterhin einen Aufschlag gegenüber US-Krediten. Zudem bleibt die absolute Rendite im ungünstigsten Fall (Yield to Worst) immer noch nahe ihrem langfristigen Durchschnitt.
Wir bevorzugen weiterhin EM-Lokalwährungsanleihen – hier sehen wir den attraktivsten Wert. EM-Zinsen handeln mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber US-Zinsen. Die Realrenditen in EM bleiben hoch, während die meisten EM-Zentralbanken ihre Lockerungszyklen pausiert haben. Gleichzeitig sinkt die Inflation im EM-Durchschnitt weiter. Wir erwarten weitere Zinssenkungen erst, sobald sich die Disinflation verfestigt.
Im Ergebnis bleiben auch die strukturellen Fundamentaldaten intakt. In weiten Teilen der EM verbessern sich die fiskalischen und außenwirtschaftlichen Positionen. Der schwächere USD dürfte EM-Volkswirtschaften zusätzlich stützen.
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