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Japanische Anleihen: Chance zum Handeln?

von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

François Rimeu © Crédit Mutuel Asset Management

Langfristige japa­nische Staats­anleihen wurden in den letzten drei Jahren von Anlegern vernach­lässigt. Tatsächlich sind die Renditen für 10-jährige Anleihen von 0,5% im Jahr 2023 auf heute 2,15% gestiegen. Daher ist die Frage berechtigt: Sollte man nun wieder in diesen Markt einsteigen?

Aktuell attrak­tivere Bewertung
Jüngste Studien schätzen Japans poten­zielles Wachstum auf etwa 0%[1], während die Realrendite der an die Inflation gebundenen 10-jährigen japa­nischen Staats­anleihen (JGBi) bei 0,45% liegt, also über dem potenziellen Wachstum. Theoretisch sollte der Realzins um dieses potenzielle Wachstum schwanken, sodass ein leichter Puffer vorhanden ist. Im Vergleich dazu liegen die 10-Jahres-Realzinsen in der Eurozone bei etwa 0,8% für ein potenzielles Wachstum von etwa 1%. In den USA liegen sie bei etwa 1,8% für ein potenzielles Wachstum von etwa 2%. Das Verhältnis ist daher für japanische Anleihen günstiger, die heute nicht mehr besonders teuer erscheinen.

Aktuelles Umfeld und neue Regierung sind Risiko
Da die Bank of Japan (BOJ) für das Geschäftsjahr 2026 ein Wachstum zwischen 0,8% und 1% erwartet, dürfte die Konjunktur dennoch über dem potenziellen Wachstum bleiben. Dies spricht für die Beibehaltung der Realzinsen, insbesondere nach dem Sieg von Sanae Takaichi bei den letzten Parlamentswahlen. Der Haushalt, den die Premierministerin verabschieden möchte, liegt 6% über dem vorherigen. Künstliche Intelligenz (KI), Verteidigung und Halbleiter gelten als investitionsbedürftig. Außerdem schlägt sie vor, die Lebensmittelsteuer für zwei Jahre auszusetzen. Dieses Programm, das vom Markt bereits eingepreist ist, dürfte den Anstieg der japanischen Zinsen im Januar erklären.

Makrodynamik könnte dovishe Geldpolitik unterstützen
Auch wenn die Wachstumsprognosen für 2026 zufriedenstellend sind, ist der Trend für Japan nicht besonders günstig. Das BIP für das vierte Quartal 2025 überraschte negativ (0,1% gegenüber erwarteten 0,4%), ebenso wie die Einzelhandelsumsätze im Dezember (-2% gegenüber erwarteten -0,5%). Diese enttäuschende makroökonomische Entwicklung könnte den Inflationsdruck begrenzen und somit den japanischen Anleihemarkt stützen.

Inflation auf gutem Kurs
Entwicklungen bei der Inflation (insbesondere Lohninflation) sind die Hauptfaktoren, die die BOJ beobachtet. In beiden Punkten ist der Trend eher günstig. Die Inflation hat kürzlich mit einem Rückgang überrascht und nähert sich wieder der 2%-Marke. Die Lohninflation zeigt einen ähnlichen Trend. Es ist anzumerken, dass die japanischen Inflationsswaps derzeit bei etwa 1,75% liegen, was im Vergleich zum beobachteten 10-Jahres-Durchschnitt der Inflation als hoch angesehen wird.

Eine attraktive abgesicherte Rendite
Japanische Anleihen bieten derzeit eine währungsgesicherte Rendite, die höher ist als die anderer G7-Staatsanleihen. Sollte die BOJ nicht wesentlich über die Markterwartungen gehen (zwei Zinserhöhungen im Jahr 2026 für einen Endzinssatz von etwa 1,5% im Jahr 2027), dürften internationale Investoren und zumindest inländische Anleger vom japanischen Markt angelockt werden.

Das Schlimmste hinsichtlich der japanischen Zinsen dürfte hinter uns liegen. Die Bewertungen können als attraktiv betrachtet werden. Die Wachstums-Inflations-Dynamik entwickelt sich in die richtige Richtung, und die (währungsgesicherte) Rendite ist attraktiver als in anderen Regionen. Unserer Ansicht nach gibt es keinen Grund mehr, sich von japanischen Staatsanleihen fernzuhalten.

Quelle: Bloomberg, Zahlen vom 17.02.2026
www.fixed-income.org 

 

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