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Schroders: Schwellenländeranleihen überzeugen weiterhin

von Abdallah Guezour, Head of Emerging Market Debt and Commodities bei Schroders

Abdallah Guezour © Schroders

Die Zuflüsse in Schwellen­länder­anleihe­fonds bleiben robust, gestützt durch nach wie vor attraktive Renditen, einen schwächeren US-Dollar und die Fort­setzung stabiler politischer Rahmen­be­dingungen in den meisten Schwellen­ländern. Diese Bedingungen dürften es mehreren Zentral­banken der Schwellen­länder ermög­lichen, ihre Geld­politik im Jahr 2026 glaub­würdig weiter zu lockern.

Obwohl die Spreads für Staats- und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern auf einem historisch niedrigen Niveau liegen, weisen die meisten Emittenten weiterhin recht solide Kreditkennzahlen auf, wodurch Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern ihre Preisstabilität bewahren und weiterhin hohe Erträge generieren können.

Wir haben kürzlich eine vorsichtigere Haltung hinsichtlich der Aussichten für die von US-Zinsen eingenommen und die Gesamtbewertung auf „neutral“ herabgestuft, wie in der untenstehenden Scorecard dargestellt. Diese Anpassung spiegelt die anhaltende Stärke der US-Wirtschaftstätigkeit und das Risiko wider, dass die US-Zinsstrukturkurve nochmals steiler werden könnte. Das gilt insbesondere, wenn die Märkte beginnen, die mögliche Umsetzung jenes geldpolitischen Mixes (niedrigere Leitzinsen bei gleichzeitiger quantitativer Straffung), der offenbar vom neu nominierten Vorsitzenden der US-Notenbank befürwortet wird, stärker zu antizipieren.

Obwohl wir nicht vollständig überzeugt sind, dass ein solcher geldpolitischer Mix in einem Umfeld fiskalischer Dominanz umsetzbar ist, besteht weiterhin das Risiko, dass er zunächst verfolgt wird. Erst im weiteren Verlauf könnte er letztlich aufgrund von Marktzwängen infrage gestellt werden. Wahrscheinlich wird eine regulatorische Neuausrichtung notwendig sein, um Geschäftsbanken gegebenenfalls dazu zu ermutigen, das Angebot an US Staatsanleihen aufzunehmen und so das Risiko eines massiven Liquiditätsentzugs zu verringern.

Trotz dieser Unsicherheiten hinsichtlich des künftigen Kurses der US-Geldpolitik: Uns stimmt die Tatsache zuversichtlich, dass Schwellenländer-Assets seit mehreren Monaten unter Beweis stellen, dass sie gut gerüstet sind, um verschiedene exogene Schocks zu bewältigen. Unsere jüngsten Bewertungen der fundamentalen, quantitativen, technischen und sentimentbezogenen Faktoren sind in der Scorecard zusammengefasst. So schneiden auf US-Dollar lautende Hochzinsanleihen aus Schwellenländern, Anleihen in Lokalwährung sowie Schwellenländer-Währungen weiterhin sehr positiv ab und das trotz einer gewissen Eintrübung bei der Bewertung von Hartwährungsanleihen und bei den Wechselkursbewertungen der Schwellenländer.

Die positiven Aussichten sind insbesondere auf folgende Faktoren zurückzuführen:

Die weltweite Konjunktur bleibt stabil, was ein günstiges Umfeld für Schwellenländeranlagen schafft. Darüber hinaus sind die Wachstumsprognosen für die USA zwar wieder deutlich gestiegen, doch liegt das Wachstumsgefälle zwischen den Schwellenländern und den USA im Durchschnitt immer noch auf einem Niveau, das in der Vergangenheit ausreichte, um Kapitalflüsse in Schwellenländeranlagen aufrechtzuerhalten und in vielen Fällen sogar neue Kapitalflüsse anzuziehen.

Darüber hinaus erweisen sich die Exporte der Schwellenländer trotz höherer US-Handelszölle als robuster als erwartet. Diese Widerstandsfähigkeit der Schwellenländer ist auf die Aussichten auf neue Handelsabkommen zurückzuführen, wobei Indien als jüngstes Land eine Vereinbarung mit den USA getroffen hat, sowie auf die Ausweitung des intraregionalen Handels der Schwellenländer und die anhaltende Umleitung der globalen Lieferketten. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass die globalen Handelsaktivitäten trotz einiger vorübergehender Einbrüche auf einem relativ hohen Niveau bleiben.

Die Inflationstendenzen bleiben in den meisten Schwellenländern moderat, gestützt durch gedämpfte Lebensmittel- und Energiepreise und den starken disinflationären Druck, der nach wie vor von China ausgeht und sich auf mehrere Schwellenländer auswirkt, insbesondere auf diejenigen mit geringeren Handelsbarrieren oder begrenzten Exportüberschneidungen mit China.

Die die meisten Schwellenländer haben entweder einen anhaltenden Inflationshöhepunkt erreicht oder sind zu Beginn des Jahres 2026 fest in eine starke disinflationäre Phase des Zyklus eingetreten. Angesichts dieser Trends erscheinen die Leitzinsen der Schwellenländer nach wie vor übermäßig restriktiv, was in allen Regionen erheblichen Spielraum für eine weitere geldpolitische Lockerung schafft. Dieses Umfeld ist besonders günstig für lokale Anleihen aus Schwellenländern. Das trifft besonders auf Länder zu, in denen die Schuldendynamik beherrschbar ist und die Realrenditen im Verhältnis zu den fiskalischen Risikoprämien weiterhin überhöht sind.

Zwar zeichnen sich in einigen Hartwährungs- und Devisenmärkten erste Anzeichen einer Überbewertung ab, doch angesichts der soliden Kreditkennzahlen der Schwellenländer bereitet uns dies keine übermäßige Sorge. Dazu zählen erhebliche externe Puffer, eine deutlich geringere Abhängigkeit von kurzfristigem ausländischem Kapital und die derzeit noch frühe Phase der Erholung der Kapitalzuflüsse in Schwellenländer. Darüber hinaus haben unsere aktiv verwalteten EMD-Portfolios Gewinne in einigen weniger attraktiven Hartwährungsanleihemärkten mitgenommen und zugunsten mehrerer lokal denominierter Anleihemärkte mit hohen Realrenditen wie Brasilien, Mexiko, Südafrika, Ungarn, Ägypten, Nigeria und der Türkei umgeschichtet.

www.fixed-income.org 

 

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