YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

AT1-Anleihen sollen wie Aktien werden / hilft das Europas Banken?

Raffaele Prencipe © DPAM

Die EZB möchte die Verlust­absorp­tion von Addi­tional Tier 1 (AT1)-Anleihen erhöhen. Den Weg dorthin skizziert Raffaele Prencipe, Fixed-Income-Portfolio­manager von DPAM: In der Finanzkrise wurden viele Banken staatlich gerettet. Anleihe­gläubiger mussten nur begrenzt einstehen. Je nach Land, Bank und sogar Anleihe waren die nach­rangigen Anleihen unter­schiedlich geregelt. Vertrag­liche oder gesetzliche Klauseln für die Umwand­lung in Eigenkapital oder Abschrei­bungen fehlten. Die Europäische Kommission konnte Banken, die staatliche Beihilfen ab einem bestimmten Mindestmaß erhielten, lediglich für einige Jahre verbieten, Tier-1- und Tier-2-Instrumente zu kündigen. In einigen Fällen wurden Kupons gestundet. Der Kapitalbetrag wurde selten abgeschrieben, auch wenn es freiwillige Umwandlungen in Aktien oder neue Anleihen gab.

Mit der Einführung von Basel III (2011) sollten Instrumente eine Bestimmung zur Umwandlung oder Abschreibung enthalten oder es ein Gesetz geben, das dies im Falle der Uneinbringlichkeit erlaubt. Außerdem sollten bestehende Anleihen mit einem Step-up-Kupon, die nicht gekündigt wurden, ihren Status als regulatorisches Kapital verlieren. Die T1-Spreads engten sich innerhalb von drei Monaten von 700 auf 400 ein.

Im Juni 2013 setzte die EU Basel III um und schaffte die noch geltende Terminologie für AT1-Instrumente in der Eigenkapitalrichtlinie IV. Die bestehenden Anleihen wurden zwischen 2014 und größtenteils 2017 großzügig behandelt.

Im Dezember 2015 gab die Europäische Bankenaufsichtsbehörde eine Stellungnahme ab, wonach die Anforderungen der Säule 2 (P2R) unterhalb der Puffer liegen müssen. Nachdem die Deutsche Bank einen hohen Verlust gemeldet hatte, gab es Befürchtungen, dass sie Couponzahlungen auslassen müsste.

Im Jahr 2016 wurden Bail-in-Befugnisse für den Einheitlichen Abwicklungsausschuss und die nationalen Abwicklungsbehörden geschaffen. Im Jahr 2017 löschte der SRB die T2- und AT1-Anleihen der Banco Popular. 2023 verabschiedete die Schweizer Regierung eine Notverordnung, um AT1-Anleihen auch dann zu löschen, wenn sich die Bank nicht in einem Abwicklungsprozess befand.

Aktuell: Wie geht’s nach dem EZB-Vorschlag weiter?
Trotz des nun vorliegenden Vorschlags dürfte Europa dem Beispiel Australiens kaum folgen. Down under ist man dabei, AT1-Anleihen aus dem Bankenkapitalrahmen auslaufen zu lassen. In einer Welt des geopolitischen Wettbewerbs würde es den europäischen Banken allerdings schaden, wenn sie mehr Eigenkapital einsetzen müssten.

Wahrscheinlicher wird man dem Schweizer Beispiel folgen, die einen gesetzlichen Abschreibungstrigger einführt, wenn eine Bank unbesicherte, öffentliche Notfall-Liquiditätshilfen erhält. Außerdem werden die Tests für Kupons und Kündigungen strenger.

Die Regulierungsbehörden wollen, dass Additional Tier 1-Kapital eher wie Eigenkapital behandelt wird. Allerdings können Dividenden erhöht werden, um frühere Streichungen auszugleichen. Bei Kupons geht das nicht.

www.fixed-income.org


 

Investment
Michael Vander Elst, Head of Emer­ging Markets Fixed Income bei DPAM, sieht Latein­amerika als gut posi­tioniert für lang­fristiges Wachs­tum,…
Weiterlesen
Investment

von Arif Husain, Head of Global Fixed Income und CIO bei T. Rowe Price

Während die Unruhen im Nahen Osten und der Opti­mismus hinsicht­lich künst­licher Intelligenz die Märkte weiterhin antreiben, ist die erste…
Weiterlesen
Investment

von Leonardo Basile, Portfoliomanager bei Eurizon

Die vergan­genen drei Monate waren an den Kapital­märkten vor allem von zwei Faktoren geprägt: geo­poli­tischen Spannungen und dem starken Anstieg der…
Weiterlesen
Investment

von Jill Hirzel, Senior Investment Specialist bei Insight Investment

Die EZB hat heute in einer einstim­migen und weithin erwar­teten Entschei­dung die Zinsen ange­hoben. Die EZB hat ihre Prog­nosen revidiert, die…
Weiterlesen
Investment

von Filippo Alloatti, Head of Financials (Credit) bei Federated Hermes

Die EZB hat mit einer Zins­er­höhung um 25 Basis­punkte die Erwar­tungen bestätigt und den Haupt­refinan­zierungs­satz auf 2,25% angehoben. Die…
Weiterlesen
Investment
Sam Vereecke, CIO Fixed Income bei DPAM, beurteilt das aktuelle Markt­geschehen. Seine Kern­aussagen sind:•  US-Schuldenquote könnte binnen zehn…
Weiterlesen
Investment

von Massimo Spadotto, Head of Fixed Income bei Eurizon

Nach dem jüngsten Energie­preis­schock im Nahost-Kontext zeigte sich die Neube­wertung geo­politischer Risiken an den europä­ischen Anleihe­märkten…
Weiterlesen
Investment

von Cathy Braganza, Senior-Portfoliomanagerin bei Insight Investment

Anleger betrachten Unsicher­heit zu­nehmend nicht mehr als vorüber­gehende Störung, sondern als beständiges Merkmal des Anlage­umfelds nach der…
Weiterlesen
Investment

von Matt Bance, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

Gold gehörte in den letzten Jahren zu den Spitzen­per­formern, gestützt durch eine starke Kombination aus Zentral­bank­käufen, geopolitischer…
Weiterlesen
Investment

Konsolidierung im europäischen Verteidigungssektor stellt nach der außergewöhnlichen Neubewertungsphase eine kaufenswerte Pause in einem mehrjährigen…

Nach einem Jahr­zehnt der Unter­investi­tionen im Vergleich zu den USA holt die EU nun auf. Die Verteidi­gungs­aus­gaben als Anteil am BIP steigen…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!