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Eyb & Wallwitz: Der Anleihemarkt 2026 - Carry und Rolldown im Fokus

© pixabay

Zum Jahres­auftakt sehen sich die Anleihe­märkte mit einer viel­schichtigen Ausgangs­lage konfron­tiert. Nach deutlichen Bewegungen am langen Ende und einer spürbaren Verstei­lerung der Zinskurven rücken Strategien zur effizienten Nutzung des aktuellen Rendite­umfelds in den Vorder­grund. Dabei spielen Faktoren wie sinkende Inflations­erwartungen, attraktive Realrenditen und die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs eine zentrale Rolle, erklärt John Petersen, Portfolio­manager von Eyb & Wallwitz. 

Nach einem Jahr voller politischer und geldpolitischer Wendepunkte und fiskalischer Impulse startet der globale Anleihemarkt 2026 in einem komplexen Marktumfeld: Steile Zinskurven, attraktive Realrenditen und gleichzeitig enge Risikoprämien prägen das Bild.

In den USA senkte die Federal Reserve den Leitzins im Dezember nochmal um 25 Basispunkte auf 3,5–3,7%. Der Markt preist aktuell zwei weitere Zinsschritte für 2026 ein, doch diese könnten sich als umstritten erweisen, sollte sich die wirtschaftliche Aktivität stabilisieren. Arbeitsmarktdaten zeigen eine leichte Abschwächung, aber keinen Einbruch, während die Inflation zuletzt überraschend deutlich unter den Erwartungen lag. Dies erhöht die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs.

Japan sorgte für eine der auffälligsten Bewegungen: Die expansive Fiskalpolitik der neuen Regierung traf auf eine zurückhaltende Zentralbank, die trotz erhöhter Inflation größere Zinsschritte scheut. Dies nährte den Eindruck, dass die Verschuldung über Inflation abgebaut werden soll, was die Renditen am langen Ende deutlich steigen ließ.

In Europa wirkten sich falkenhafte Kommentare von EZB-Vertretern ähnlich aus, obwohl die makroökonomische Realität eher für eine vorsichtigere Haltung spricht. Die Folge: ein deutlicher Anstieg der Renditen über alle Laufzeiten hinweg.

Die Inflationserwartungen in Europa sind dagegen seit Monaten rückläufig, was die Realrenditen attraktiv erscheinen lässt, aber gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit reflationärer Trends mindert. Damit bleibt eine selektive Durationsposition sinnvoll, wenngleich strukturelle Fiskaldefizite und mögliche exogene Schocks am langen Ende Risiken bergen.

Unternehmensanleihen profitierten weiterhin von einem positiven Risikosentiment. Spreads liegen auf dem niedrigsten Niveau seit fünf Jahren, was das Potenzial für weitere Kompression begrenzt. Vor diesem Hintergrund rücken Strategien wie Carry und Rolldown in den Vordergrund, insbesondere bei Investment-Grade-Anleihen mit attraktiver Laufzeitenstruktur. Die steilen Staatsanleihekurven bieten hier zusätzliche Chancen. Gleichzeitig bleibt eine sorgfältige Titelselektion entscheidend, da die Risikoprämien sehr eng sind.

Aussichten für Anleger

Das laufende Jahr dürfte vor allem ein Carry- und – dank der steilen Zinskurven – auch ein Rolldown-Jahr werden. Auf der Higher-Beta-Seite wird 2026 hingegen ein Jahr der Selektion. Zwar können Nachranganleihen und High-Yield-Titel aufgrund ihres Renditeaufschlags weiterhin interessant sein. Insbesondere bei Nachranganleihen sollte jedoch sorgfältig geprüft werden, ob sich nicht attraktivere Alternativen im High-Yield-Bereich bieten, gerade wenn die Dispersion unter High-Yield-Emittenten zuletzt wieder gestiegen ist.

Über Eyb & Wallwitz

Die Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH ist einer der größten in Deutschland für die Finanzportfolioverwaltung zugelassener unabhängiger Verwalter mit Sitz in München und Frankfurt. Das 2004 gegründete Haus hat sich einerseits im Bereich diskretionärer Vermögensverwaltungsmandate (Wertpapierdepots und Spezialfonds) auf Family Offices und institutionelle Anleger und andererseits über hauseigene Publikumsfonds auf das institutionelle beziehungsweise semi-institutionelle Kundensegment spezialisiert.

www.fixed-income.org


 

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