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Jetzt von der Volatilität des Goldpreises profitieren? Edelmetalle: extreme Spekulation und solide Fundamentaldaten

von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

© Pixabay

Gold und Edel­metalle stehen seit einigen Tagen auf­grund der außer­gewöhn­lichen Preis­schwan­kungen im Fokus: Ein Anstieg von 25% zwischen Jahres­ende und dem 28. Januar, gefolgt von einem Ein­bruch bei Gold um mehr als 13%. Noch schlechter sieht es für Silber aus, das nach einem Anstieg von mehr als 60% ein Drittel seines Wertes verloren hat. Sind diese Schwan­kungen ein Symptom für stark ausge­prägte Speku­lationen mit Edel­metallen? Auf jeden Fall. Deuten sie auf weitere Rückgänge hin? Das werden wir nun ana­lysieren.

Unserer Ansicht nach wird der Goldpreiseanstieg (in geringem Maße auch der Silberpreisanstieg) durch mehrere Faktoren beeinflusst, von denen einige wichtiger sind als andere.

Der entscheidende Faktor scheint die seit der Corona-Krise und dem Russland-Ukraine-Krieg fortgesetzte expansive Fiskalpolitik zu sein. Diese Politik, die ursprünglich mit einer akkommodierenden Geldpolitik einherging, hat zu einer Inflation geführt, die noch nicht vollständig auf das Zielniveau der Zentralbanken zurückgegangen ist, und damit zu einem Wertverlust ihrer Währungen. Es ist daher folgerichtig, dass Gold, das den reinsten Ersatz für eine Währung mit unelastischem Angebot darstellt, in vollem Umfang von dieser Politik profitiert hat. Dabei steigt nicht nur der Wert von Gold, sondern gleichzeitig verlieren auch die wichtigsten Währungen (USD, EUR usw.) an Wert. Wird dieses Phänomen bald ein Ende finden? Angesichts des französischen Haushaltsdefizits, des deutschen Konjunkturpakets, des Wunsches nach neuen Konjunkturmaßnahmen in Japan und natürlich der Politik der Trump-Regierung erscheint uns dies unwahrscheinlich.

Die aktuell unsichere geopolitische Lage ist ein weiterer Faktor, der den Goldpreis stützt. Auch hier sprechen die jüngsten Entwicklungen unserer Meinung nach nicht für einen Preisrückgang. Allein im Januar hat die US-Regierung mehr oder weniger eindeutige Drohungen in Richtung Grönland, Venezuela, Kanada und den Iran ausgesprochen. Niemand weiß, was die Zukunft bringt, aber es gibt weiterhin Risiken in Bezug auf Taiwan, die US-Zwischenwahlen und natürlich Russland.

Diese verschiedenen Faktoren sorgen für Kapitalflüsse von großen Zentralbanken, die ihre Devisenreserven diversifizieren. Dabei handelt es sich nicht um massive Dollarverkäufe, sondern vielmehr um schrittweise Käufe, die sich auf andere Reservewährungen verlagern. Gold ist dabei die naheliegendste Option.

Ein letzter Faktor, der erwähnenswert ist, betrifft Industriemetalle wie Kupfer. Das derzeitige Angebotsdefizit bei bestimmten Metallen, die für die ökologische und digitale Transformation benötigt werden, wirkt sich negativ aus. Angesichts der langen Vorlaufzeiten für die Umsetzung neuer Minenprojekte dürfte sich dieses Ungleichgewicht in den kommenden Jahren noch verstärken.

In dem beschriebenen Umfeld ist es logisch, dass auch diese Metalle an Wert gewinnen. War der Anstieg der Gold- und Silberpreise in den letzten zwei Monaten nachhaltig? Eindeutig nein. Wir glauben jedoch, dass die seit drei Jahren bestehenden Katalysatoren weiterhin Bestand haben und dass der jüngste Rückgang letztlich gesund ist, da er dazu beiträgt, die spekulativsten Investitionen zu eliminieren.

Bergbauunternehmen: die großen Gewinner steigender Goldpreise
Im Jahr 2025 stieg der Goldpreis um mehr als 65%. Im gleichen Zeitraum legte der Edelmetallsektor um 155% (in US-Dollar) zu, was die Wertsteigerung von Goldminenunternehmen unterstreicht. Die Aufwärtsdynamik des zugrunde liegenden Vermögenswerts in Verbindung mit einem disziplinierten Management, das nun robuste freie Cashflows und höhere Aktionärsrenditen erzielt, weckt erneut das Interesse der Anleger, da diese Anlageklasse eine strategische Ergänzung zu physischem Gold darstellt.

Mit Blick auf das Jahr 2026 bleibt unser Szenario trotz der Volatilität dieses Marktes für Unternehmen weiterhin sehr positiv. Wir schätzen die durchschnittlichen Gesamtkosten (AISC) für unsere Portfoliounternehmen auf 1.700 bis 1.800 US-Dollar pro Unze, wobei der Anstieg hauptsächlich auf höhere Lizenzgebühren (in Prozent des Goldverkaufspreises) zurückzuführen ist. Unsere Annahmen für den durchschnittlichen Goldpreis im Jahr 2026 bleiben unverändert: Wir gehen von neuen Rekordhöhen für Gold aus und erwarten einen Durchschnittspreis von rund 4.500 US-Dollar pro Unze (gegenüber 3.441 US-Dollar im Jahr 2025).

Unter diesen Annahmen steigen die Margen der Goldminenunternehmen weiter an. Dadurch können die Unternehmen ihre Investitionen (Exploration und Projektentwicklung, die für die künftige Produktion unerlässlich sind) erhöhen, ohne die Renditen für die Aktionäre zu schmälern oder ihre Bilanzen zu schwächen. Dies stellt einen positiven Wachstumszyklus für die Gewinne dar. Angesichts des für dieses Jahr erwarteten Gewinnwachstums bleiben die aktuellen Bewertungen angemessen.

www.fixed-income.org 

 

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