Morgen entscheiden sich in den USA die Midterm-Wahlen. Das Thema KI könnte dabei mehr als nur eine Nebenrolle spielen. Man diskutiert, ob der in der US-Bevölkerung gewachsene Widerstand gegen den beispiellosen Ausbau der KI-Infrastruktur zum Stolperstein für die Republikaner wird. PIMCOs US-Politikexpertin Libby Cantrill stellt die Gegenfrage: Inwiefern können die Zwischenwahlen den KI-Ausbau überhaupt bremsen?
Libby Cantrill, Head of Public Policy bei PIMCO:
„Wir sehen durchaus ein Risiko für den Ausbau der KI-Infrastruktur, insbesondere in Form von Rechenzentren. Allerdings kommt es nicht aus Washington. Zumindest nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre.
Trump wird bereit sein, jedes Gesetz, das den KI-Ausbau bremsen könnte, per Veto zu stoppen. Solange er im Weißen Haus sitzt, liegen die eigentlichen Risiken auf Ebene der Bundesstaaten. In 36 davon wird am 3. November ein neuer Gouverneur gewählt, hinzu kommen Tausende Kommunalwahlen. Und die Stimmung gegenüber Rechenzentren ist ausgesprochen schlecht.
Gerade unter den Gouverneurskandidaten machen viele gezielt Wahlkampf gegen Rechenzentren und fordern ein vollständiges Moratorium. Ob es tatsächlich so weit kommt, bleibt abzuwarten.
Im Endeffekt rechnen wir damit, dass die politische Lage den KI-Ausbau zunehmend erschwert und die Kosten für die beteiligten Unternehmen steigen. Kapitalgeber wie PIMCO müssen daher bei der Auswahl von Finanzierungen deutlich selektiver vorgehen und die politische Entwicklung genau verfolgen.
Auf die politische Stimmung folgt oft die Regulierung. Und wir erwarten, dass die Regulierung für Rechenzentren künftig deutlich ungünstiger ausfallen wird.“
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