YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Quo Vadis SFDR?

von Ophelie Mortier, Chief Sustainable Investment Officer von DPAM

Die Verordnung über nach­haltigkeits­bezogene Offen­legungs­pflichten (SFDR) wird überprüft. Dazu haben die Euro­päische Kommission und die Euro­päischen Auf­sichts­behörden (ESA) ihre Stand­punkte dargelegt. Ophelie Mortier, Chief Sustainable Investment Officer von DPAM, hat diese Ansichten untersucht. Wohin könnte sich die Verordnung entwickeln?

Die ESAs sehen Ver­besserungs­potenzial beim SFDR-Rahmen. Für Kleinanleger können Offenlegungen schwer verständlich sein. Sowohl ESAs als auch Kommission sind der Ansicht, dass Artikel 8 und Artikel 9 als „Gütesiegel“ für Nachhaltigkeit verwendet wurden, was das Risiko von Greenwashing und Fehlverkäufen birgt. Dieses Risiko soll gemindert werden durch:

•  Einführung eines Kategorisierungssystems und/oder eines Nachhaltigkeitsindikators für Finanzprodukte, um die Offenlegung zu vereinfachen und Nachhaltigkeitsprofile von Produkten für Kleinanleger verständlicher zu machen
•  Überprüfung der Definition von „nachhaltigem Investment“ gemäß Artikel 2(17) der SFDR und ihrer Wechselwirkung mit einem Kategorisierungssystem
•  Erweiterung der von der SFDR abgedeckten Produktpalette
•  Vereinfachung der relevanten Dokumentation
•  Verbesserung der Transparenz in Bezug auf nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Ebene der Finanzprodukte
•  Entwicklung eines Rahmens zur Bewertung der Nachhaltigkeitsmerkmale von Staatsanleihen

Was sind die wichtigsten Empfehlungen der ESAs an die Europäische Kommission:

1) Die Europäische Kommission könnte die Einführung eines Produktklassifizierungssystems in Betracht ziehen, das auf regulatorischen Kategorien und/oder Nachhaltigkeitsindikatoren basiert, um Verbrauchern die Auswahl nachhaltiger Produkte zu erleichtern.

Die Kategorien sollten einfach sein und klare objektive Kriterien oder Schwellenwerte enthalten. Nachhaltige Produkte sollten einen Mindest-„Nachhaltigkeitsschwellenwert“ einhalten. Für ökologisch nachhaltige Produkte sollte ein solcher Schwellenwert auf Investitionen in taxonomiekonforme wirtschaftliche Aktivitäten basieren.

Die nicht an der Taxonomie ausgerichteten Investmentkomponenten sollten zumindest das DNSH (does no significant harm)-Prinzip für ökologische und soziale Ziele und gute Unternehmensführung respektieren, vorausgesetzt, diese Konzepte werden präziser definiert als derzeit in der SFDR. Ohne entsprechende Spezifikationen könnte das DNSH-Prinzip die Vergleichbarkeit von Produkten erschweren und zur Rechtsunsicherheit beitragen. Um diese Kategorie produktübergreifend anwenden zu können, könnte die Nachhaltigkeit von Staatsanleihen bewertet werden.

Übergangsprodukte sollten sich auf Investments in Aktivitäten oder Vermögenswerte konzentrieren, die noch nicht nachhaltig sind, aber im Laufe der Zeit nachhaltiger werden. Die Anlagestrategien dieser Produkte könnten eine Mischung aus KPIs der EU-Taxonomie verwenden, um eine schrittweise Verbesserung der Umweltleistung, offengelegte Übergangspläne, Produkt-Dekarbonisierungsverläufe und die Minderung der wichtigsten nachteiligen Auswirkungen (Principal Adverse Impacts, PAIs) auf Produktebene aufzuzeigen. Es sollten spezifische und relevante Indikatoren entwickelt und in der SFDR ein Mindestmaß an Minderung festgelegt werden.

Darüber hinaus könnte diese Produktkategorie bestimmte Kriterien in Betracht ziehen, um sicherzustellen, dass ein Übergangsplan glaubwürdig ist. Die ESAs schlagen vor, dass ein realistischer Anteil der Investments zunächst den Anforderungen an Übergangsprodukte entspricht und im Laufe der Zeit zunimmt. Dieser Ansatz würde langfristige Produkte wie Pensionsfonds einschließen.

Transparenzverpflichtungen sollten kurz- und langfristige Ziele, einschließlich Zielvorgaben und Meilensteine, verdeutlichen.

2) Ein Nachhaltigkeitsindikator könnte sich auf ökologische Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit oder beides beziehen und Investoren die Nachhaltigkeitsmerkmale eines Produkts anhand einer Skala veranschaulichen.

3) Optionen für die Produktkategorisierung und/oder Nachhaltigkeitsindikatoren sollten von Verbrauchern getestet und konsultiert werden. Mit klaren Kategorien oder Indikatoren müssten Nachhaltigkeitsangaben nicht so detailliert und umfangreich sein.

4) Die Europäische Kommission sollte das Nebeneinander von „nachhaltigen Investments“ in der SFDR und Taxonomie-orientierten Investments in der EU-Taxonomie überdenken. Die EU-Taxonomie ist ein wissenschaftlich fundierter Maßstab für ökologische Nachhaltigkeit, während die SFDR eher prinzipienbasiert ist. Die Kommission sollte der Fertigstellung der EU-Taxonomie und ihrer Ausweitung auf die soziale Nachhaltigkeit Priorität einräumen.

5) Die ESAs empfehlen der Europäischen Kommission, dafür zu sorgen, dass die Nachhaltigkeitsangaben den unterschiedlichen Bedürfnissen der Anleger gerecht werden. Bei Verbesserungen sollten verschiedene Vertriebskanäle, auch digitale, berücksichtigt werden und die Konsistenz der Informationen sichergestellt werden. Die Kommission sollte nur wesentliche Informationen für Kleinanleger priorisieren, während professionelle Anleger von detaillierteren Informationen profitieren könnten.

6) Die Kommission könnte darüber nachdenken, ob sie andere Produkte in den Geltungsbereich der SFDR aufnehmen sollte, um harmonisierte Offenlegungen sicherzustellen.

7) Informationen über die wichtigsten Indikatoren für nachteilige Auswirkungen könnten für alle Finanzprodukte in Betracht gezogen werden, basierend auf einer Kosten-Nutzen-Analyse.

8) Die Kommission könnte die Einführung eines Rahmens zur Bewertung der Nachhaltigkeitsmerkmale von Staatsanleihen prüfen.

Der Schwerpunkt dieser Vorschläge zur Weiterentwicklung der SFDR liegt auf „nachhaltigen“ und „Übergangsprodukten“. Die unterschiedlichen Ansichten der nationalen Regulierungsbehörden deuten jedoch darauf hin, dass eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der SFDR noch in weiter Ferne liegt.


www.green-bonds.com – Die Green Bond-Plattform.
Foto: Ophelie Mortier © DPAM


 

Investment

von Marcio Costa, Senior Portfoliomanager, BANTLEON

Nach dem jüngsten massiven Rendite­anstieg ist das markt­tech­nische Bild für deutsche Bundes­anleihen und US-Treasuries weiterhin moderat negativ zu…
Weiterlesen
Investment

von John Lloyd, Global Head of Multi-Sector and Corporate Credit, und Tom Ross, Global Head of High Yield, Janus Henderson Investors

Die Ver­engung der Credit Spreads (die Rendite­differenz zwischen einer Unter­nehmens­anleihe und einer Staats­anleihe mit ähnlicher Laufzeit) ist…
Weiterlesen
Investment

von Chris Iggo, Chair of the Investment Institute bei BNP Paribas Asset Management

Heiß ist’s, und Aktien stiegen im Sommer auf neue Allzeit­hochs. Trotz aller Konjunktur­risiken wächst die Welt­wirtschaft. Die Unter­nehmens­gewinne…
Weiterlesen
Investment

von Sandy Pei, Senior Portfolio Manager bei Federated Hermes

Bei Invest­ments in China klaffen Wahr­nehmung und Realität derzeit oft aus­einander. Trotz Markt­unsicher­heiten zeigen sich die makro­öko­no­mischen…
Weiterlesen
Investment

von Rick de los Reyes, Leiter des Bereichs Rohstoffe und Portfoliomanager in der Global Equity Division bei T. Rowe Price

Historisch ge­sehen entwickelte sich der Gold­preis tenden­ziell umge­kehrt zu den Real­zinsen: Höhere Real­zinsen gingen in der Regel mit…
Weiterlesen
Investment

von Thomas Hanson, Portfoliomanager bei Aegon Asset Management

Das Ausmaß der Anleihe­emis­sionen großer Techno­logie­unter­nehmen und der Aufbau der dafür erforder­lichen Infras­truktur sind in den letzten zwei…
Weiterlesen
Investment
Portfolio-ETFs ge­winnen unter deut­schen Privat­anlegern zu­nehmend an Be­deutung, da die Nach­frage nach ein­fachen, breit gestreuten…
Weiterlesen
Investment

Börsennotierung umfasst die ersten globalen ETFs von Xtrackers für Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating und Hochzinsanleihen

Die DWS hat drei neue Xtrackers-Renten-ETFs auf­gelegt und er­weitert damit ihr Angebot im Bereich der fest­ver­zins­lichen Produkte. Die Auf­legung…
Weiterlesen
Investment
Industrie­aktien zeigten im zweiten Quartal eine solide Perfor­mance und hielten weitgehend mit dem Gesamt­markt Schritt. Der Sektor profi­tierte vom…
Weiterlesen
Investment

von Raphael Thuin, Head of Capital Market Strategies bei Tikehau

Unserer Ansicht nach ist Künst­liche Intelli­genz (KI) derzeit weiter­hin der mit Abstand wichtigste Treiber für die globalen Finanz­märkte. Die Art…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!