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Silber hat immer noch Potenzial

von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group

© Kevin Schneider from Pixabay

Nachdem Gold in den vergan­genen Jahren etliche andere Anlage­klassen bei der Rendite deutlich über­troffen hat, startete 2025 Silber eine rasante Aufhol­jagd. Doch selbst nach dem kräftigen Silber­preis­anstieg in diesem Jahr muss noch nicht Schluss sein. Silber ist nämlich derart gefragt, dass es auch 2026 noch im Preis steigen kann.

Mit solch einer Perfor­mance haben zu Jahres­beginn wohl nur sehr wenige Inves­toren gerechnet! Gemeint ist die Ent­wicklung von Silber, das sich im Jahres­verlauf nicht nur besser entwickelt hat als Gold, mit einer Notierung von rund 66 Dollar je Feinunze erreichte Silber in der zweiten Dezemberhälfte sogar noch einen neuen Rekordstand. Seit Jahresanfang ist der Silberpreis an der Börse bereits um rund 120 Prozent gestiegen. So deutlich ging es für das Metall schon seit 46 Jahren nicht mehr aufwärts. Wie sich der Kurs 2026 entwickeln wird, ist zwar naturgemäß ungewiss. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Silber immer noch Potenzial hat, ist so gering nicht. Der Reihe nach.

Angebot kann mit Nachfrage nicht Schritt halten

Dass Silber 2025 an den Edelmetallbörsen so richtig durchstartete, kommt natürlich nicht von ungefähr. Der Hauptgrund: Die Nachfrage übersteigt das Angebot wohl deutlich. Aktuelle Prognosen des Silver Institute und des Londoner Edelmetall-Beratungshauses Metals Focus zufolge, dürfte die Nachfrage das Angebot um etwa 95 Millionen Unzen übersteigen. Fällt 2025 die Nachfrage tatsächlich höher aus als das Angebot, wäre es bereits das fünfte Jahr in Folge mit einem Angebotsdefizit.

Lange wurde die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage durch frei verfügbare Silberbestände in den Tresoren von Händlern und Banken geschlossen. Doch diese Reserven sind seit Mitte 2019 stark geschrumpft. Das sorgte zwischen 2020 und 2024 dafür, dass der Silberpreis sukzessive von unter 20 Dollar in den Bereich von 30 Dollar je Feinunze anstieg. 2025 nahm die Silberrally dann richtig Fahrt auf, weil weder Minenproduktion noch Recycling mit der dynamischen Nachfrageentwicklung Schritt halten konnten. Denn: Silber fällt vor allem als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle wie Kupfer und Blei an.

Industrie hat einen hohen und wahrscheinlich steigenden Bedarf

Dass der Silberkurs sich seit vielen Monaten – kurze Kursdellen inklusive – derart robust präsentiert, hat auch mit einzigartigen Materialeigenschaften zu tun, die vor allem in moderner Technologie unentbehrlich sind. Kein Metall leitet Strom und Wärme besser, bietet bessere Lichtreflexion, wirkt antimikrobiell und ist zugleich so form- und dehnbar, dass es sich hervorragend verarbeiten lässt. Diese Eigenschaften sind nicht nur für die Schmuckherstellung interessant, sondern in Zukunftstechnologien wie Solarzellen, Mikrochips, Elektrofahrzeugen und medizinischen Geräten unverzichtbar.

Als wesentlicher Treiber erweist sich dabei in jüngster Zeit primär der Ausbau der Solarkapazitäten. Während die Solarindustrie 2015 lediglich rund sechs Prozent der gesamten Silbernachfrage stellte (rund 60 Millionen Unzen), dürfte ihr Anteil 2025 auf etwa 17 Prozent oder 190 Millionen Unzen gestiegen sein. Silber ist also im Gegensatz zu Gold nicht nur Edel-, sondern vor allem auch Industriemetall; in etwa 60 Prozent der Nachfrage geht auf die industrielle Fertigung zurück.

Schwacher US-Dollar und niedrige Zinsen stützen Silber zusätzlich

Neben der wachsenden Industrienachfrage wird Silber aber auch für Anleger zunehmend attraktiv und wie Gold als sinnvolle Depotergänzung zum Schutz vor Inflation und globalen Krisen betrachtet. Allein im November beliefen sich die Nettozuflüsse auf 16 Millionen Unzen und machten damit die Nettoabflüsse von 13 Millionen Unzen im Oktober wieder wett. Insgesamt summierte sich die Nettonachfrage zwischen Anfang Januar und Ende November auf gut 110 Millionen Unzen.

Rückenwind erhält Silber auch von der Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank. Weil Silber genau wie Gold keine laufenden Zinszahlungen bietet, gewinnt Silber im Fahrwasser sinkender Anleihezinsen an Attraktivität. Zudem belebt günstigeres Geld in der Regel die Konjunktur – und könnte über eine steigende industrielle Nachfrage den Preis zusätzlich stützen. Gleichzeitig wirken die sinkenden Leitzinsen in den USA tendenziell inflationär und belasten den Außenwert des US-Dollars. Und: Da Silber rund um den Globus fast ausschließlich in Dollar gehandelt wird, gewinnt das Metall bei einem schwächelnden Dollar für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum an Attraktivität.

Zentrale Preistreiber für Silber bleiben auch 2026 intakt

Da die meisten makroökonomischen und geopolitischen Faktoren, die die breit angelegte Silberrallye in diesem Jahr gestützt haben, auch in den kommenden zwölf Monaten Bestand haben dürften, erscheint ein kräftiger Kursrückgang nicht allzu wahrscheinlich. Zumal auch die fundamentalen Angebots- und Nachfragefaktoren bei Silber weiterhin intakt bleiben und preisunterstützend wirken dürften. So deutet derzeit etwa nicht allzu viel darauf hin, dass der Silberbedarf seitens der Industrie zurückgehen könnte. Im Gegenteil: Schätzungen von Analysten gehen davon aus, dass der Silberbedarf durch Solarenergie, Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, Rechenzentren und künstliche Intelligenz weiter zunimmt. Zugleich bleibt Silber auch im Verhältnis zu Gold für Anleger attraktiv, weil Silber schlicht und ergreifend deutlich erschwinglicher ist. Kurzum: Zwar kann auch Silber jederzeit kräftig und nachhaltig unter Druck geraten, doch allzu wahrscheinlich erscheint dieses Szenario derzeit nicht.

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