YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

US-Staatsverschuldung bleibt im Verhältnis zum BIP zu hoch

von Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

Abbildung 1: Gegenseitige Zölle auf Importe in die USA von Handelspartnern © Insight Investment

Mit der Veröffent­lichung der jüngsten US-Zoll­ankün­digungen beginnt sich ein klareres Bild von den Konturen des künftigen US-Handels­regimes abzu­zeichnen. Allerdings ist es nicht ausge­schlossen, dass die kürzlich angekündigten Zollsätze noch angepasst werden, da die Länder trotz des unbe­rechenbaren Ver­handlungs­stils von Präsident Trump um Verein­barungen mit den USA ringen. Derzeit sind die größten offenen Fragen der Handel zwischen den USA und China, wo die Gespräche noch andauern. Wichtig ist, dass China aufgrund seiner Vorherrschaft bei Selten­erdmetallen über erheblichen Einfluss auf die USA verfügt. Daher halten wir eine Rückkehr zu den hohen Zöllen, die beide Seiten nach dem „“Liberation Day“ eingeführt haben, für unwahr­scheinlich.

Im Vergleich zum Rest der Welt ist Großbritannien mit einem Mindestzollsatz von 10% auf Waren gegenüber anderen Ländern, die Handelsüberschüsse mit den USA erzielen, etwas im Vorteil. Dementsprechend unterliegen die EU, Japan und Südkorea dem weltweiten Mindestzollsatz von 15%, der für Volkswirtschaften mit Handelsüberschüssen gilt. Die Schweiz hat mit 39% den höchsten Zollsatz unter den großen Volkswirtschaften, die nicht von politischen Streitigkeiten geprägt sind, wie beispielsweise Brasilien mit 50%. Für Länder mit Abkommen gibt es einige Ausnahmen, darunter das USMCA-Abkommen mit Kanada und Mexiko. Insgesamt unterscheidet sich das Zollniveau jedoch nicht wesentlich von dem am 2. April angekündigten und bleibt deutlich über dem Vorjahresniveau.

Für die Zukunft ist mit weiteren Zollerhöhungen für bestimmte Waren wie Arzneimittel und Halbleiter zu rechnen. Die Marktteilnehmer scheinen diese Änderungen derzeit als strukturelle Anpassung zu betrachten, an die sie sich anpassen müssen. Diese Reaktion könnte die politischen Entscheidungsträger dazu ermutigt haben, den aktuellen Kurs in Bezug auf die Zölle beizubehalten. Zwar haben sich die Vertrauensindikatoren kurzfristig erholt, doch werden die höheren Zölle einen Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben, der aufgrund von Lagerbestandsanpassungen im kommenden Jahr seinen Höhepunkt erreichen dürfte, und als regressive Steuer wirken, die das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte leicht dämpfen wird.

Auswirkungen auf die Einnahmen

Um die Zweckmäßigkeit des neuen, handelsfreundlichen Zollregimes der USA zu beurteilen, müssen wir uns mit zwei Fragen auseinandersetzen: Erstens, wie hoch sind die Einnahmen, die die US-Regierung voraussichtlich aus den Zöllen erzielen wird? Zweitens, wie stehen diese Einnahmen im Vergleich zu den Auswirkungen des kürzlich vom Kongress verabschiedeten Haushaltsgesetzes? Was die Einnahmen betrifft, so hat die Einführung der Zölle zu einem deutlichen Anstieg der Zolleinnahmen geführt. Die monatlichen Einnahmen stiegen von 8,7 Milliarden US-Dollar im Juli des Vorjahres auf 29 Milliarden US-Dollar zum 30. Juli. Zur Veranschaulichung: Bis zum 30. Juli dieses Jahres haben die USA 126 Milliarden US-Dollar an Zöllen eingenommen und damit den Gesamtbetrag von 98 Milliarden US-Dollar aus dem gesamten Vorjahr übertroffen.

Nach Angaben des Yale Budget Lab zeigt die Grafik die prognostizierte Zunahme der Einnahmen im Vergleich zu den früheren Zollsätzen unter Berücksichtigung dynamischer Effekte wie Handelsverlagerungen.

Infolgedessen werden die Zölle zwischen 2026 und 2035 durchschnittlich zusätzliche Einnahmen in Höhe von 0,74% des BIP generieren, die sich unter Berücksichtigung dynamischer Effekte auf 0,62% verringern. Dieser Betrag gleicht etwa die Hälfte der fiskalischen Auswirkungen des One Big Beautiful Bill Act (OBBBA) aus, da die Ausgabenpläne des Gesetzes zu einer Erhöhung der fiskalischen Kosten führen könnten. Infolgedessen wird das US-Haushaltsdefizit in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich durchschnittlich etwa 6,5% des BIP betragen, was bedeutet, dass die US-Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP auf einem untragbaren Kurs bleiben wird.

www.fixed-income.org 


 

Investment

von Joel Frick, Investment Lead, BENDURA BANK AG

Das erste Quartal 2026 fühlte sich an wie ein ganzes Jahr - und das ist keine Metapher. Grönland, Venezuela, Iran: Innerhalb von drei Monaten hat sich…
Weiterlesen
Investment

von April LaRusse, Head of Investment Specialists bei Insight Investment

Der Konflikt im Iran hat 20% der welt­weiten Ölver­sorgung unter­brochen, indem er den Transit durch die Straße von Hormus blockiert hat. Obwohl die…
Weiterlesen
Investment
Das Land­gericht München I hat den Ange­klagten wegen Beihilfe zum ver­suchten Betrug in 261 tat­einheit­lichen Fällen und falscher uneid­licher…
Weiterlesen
Investment

Durchschnittsmarge für Bestandsfinanzierungen beträgt 169 bp, für Projektentwicklungen 262 bp

Unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern zeigt sich im ersten Quartal 2026 eine gedämpfte Stimmung. Das geht aus dem neuen BF.…
Weiterlesen
Investment
Aberdeen Invest­ments hat den abrdn SICAV I - Global En­hanced Yield Bond Fund aufgelegt. Der Fonds bietet einen differen­zierten Ansatz für…
Weiterlesen
Investment

von Charlotte Peuron, Portfolio Manager Thematic Equities, Crédit Mutuel Asset Management

Der Angriff des Iran auf Katars Gas­anlagen hat sich umfas­send aus­gewirkt und einen neuen Ausverkauf risiko­reicher Anlagen ausgelöst. In Phasen…
Weiterlesen
Investment

von Torje Gundersen, Head of Tactical Asset Allocation (TAA) bei DNB Asset Management

In Norwegen haben sich die Markt­erwar­tungen hinsicht­lich der künftigen Zinssätze gewandelt: Statt Zins­senkungen werden nun zwei Zins­erhö­hungen…
Weiterlesen
Investment

von Noah Barrett, Research Analyst, Janus Henderson Investors

Die Nachricht von einem zwei­wöchigen Waffen­still­stand zwischen dem Iran und den USA wurde von den Märkten positiv aufge­nommen und schürte die…
Weiterlesen
Investment
Um 12:00 Uhr beginnt ein 30-minütiges Webinar der Deutsche Börse zum Thema „Breit gestreut in Anleihen - aktiv gemanagt oder passiv per ETF?“Anleihen…
Weiterlesen
Investment

von John Kerschner, Global Head of Securitized Products, Janus Henderson Investors

Die aktuell ver­öffent­lichten VPI-Daten fielen so gut aus, wie ange­sichts des durch den Iran-Konflikt bedingten Anstiegs der Energie­preise zu…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!