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„In den nächsten drei Jahren möchten wir eine EBIT-Marge von 15% erreichen“, Dr. Werner Frantsits, Vorstandsvorsitzender, SANOCHEMIA Pharmazeutika AG

Die SANOCHEMIA Pharmazeutika AG emittiert eine Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A1G7JQ9) im Volumen von 15 Mio. Euro, die vorwiegend für die Internationalisierung des Vertriebs verwendet werden soll. Im Gespräch mit dem fixed-income.org erläutert der Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Frantsits die Strategie.

BOND MAGAZINE: In welchen Bereichen ist SANOCHEMIA tätig?

Dr. Frantsits: Die SANOCHEMIA ist ein Spezialpharmaunternehmen. Wir sind in den Geschäftsfeldern Human- und Veterinärpharmazeutika, in der Produktion, bzw. Auftragsproduktion, sowie in der Forschung und Entwicklung tätig. Genauer gesagt entwickeln und produzieren wir Wirkstoffe, Arzneimittel und Diagnostika. Der Fokus liegt auf Indikationen mit hohen therapeutischen Ansprüchen, wie etwa der Neurodegeneration, also beispielsweise Alzheimer, im Bereich Schmerz und in Teilbereiche der Onkologie. Darüber hinaus sind wir im Gebiet der Diagnostik auf bildgebende Verfahren spezialisiert.

BOND MAGAZINE: Sie forschen also selbst und produzieren auch für Dritte?


Dr. Frantsits: Ja, die Produktion für Dritte macht etwa 15-20 Prozent im Arzneimittelbereich aus. In der Auftragsproduktion von Wirkstoffen liegt der Anteil sogar bei rund 50 Prozent aus.

BOND MAGAZINE: Welche Trends sehen Sie im Pharmamarkt?


Dr. Frantsits: Die großen internationalen Player gehen immer mehr dazu über, kleine Unternehmen mit einer gut gefüllten Produktpipeline zu übernehmen – gesucht sind Know-how und Produkte. Dieser Trend bietet für kleinere Unternehmen aber auch große Chancen: So konnten wir in der Vergangenheit den Wirkstoff Galantamin an ein großes Pharmaunternehmen lizensieren. An dieser Strategie arbeiten wir weiter.

BOND MAGAZINE: Und wie wollen Sie die Mittel aus der Anleiheemission verwenden?

Dr. Frantsits: Die Mittel sollen vorwiegend für die Internationalisierung unseres Vertriebs verwendet werden. Wir wollen in allen weltweit wichtigen Märkten vertreten sein – insbesondere in den sogenannten Pharmerging Markets, also pharmazeutischen Wachstumsmärkten. Interessant sind insbesondere Korea, die Philippinen, Russland, aber auch Mittel- und Südamerika. Zudem möchten wir mit Teilen des Emissionserlöses unsere Entwicklungsprojekte schneller realisieren – insbesondere im Bereich Blasenkrebsdiagnostik und -Therapie. Aber auch Kontokorrentkredite, die vergleichsweise hoch verzinst sind, möchten wir zurückführen.

BOND MAGAZINE: Wie ist Ihr Vertrieb in den von Ihnen genannten Ländern organisiert?

Dr. Frantsits: In diesen Ländern suchen wir uns Vertriebspartner mit länderspezifischem Know-how, die exklusiv als Vertriebspartner bei diesen Produkten für uns tätig werden. Dabei setzen wir auf Partner, die auch andere Produkte, z. B. für Radiologen, anbieten –  angefangen von Filmen, Handschuhen bis hin zu elektrischen Geräten. Über diese bereits etablierten Strukturen finden wir unseren Marktzugang. Dabei helfen uns unsere mittelständischen Strukturen. Wir sind oft näher am Kunden und können flexibler auf ihre Bedürfnisse reagieren, als es großen Pharma-Konzernen möglich ist.

BOND MAGAZINE: Mit welchen Produktgruppen möchten Sie in den Pharmerging Markets expandieren?

Dr. Frantsits: Insbesondere mit Kontrastmitteln für Röntgen und Magnetresonanz, aber auch im Bereich der Onkologie und Veterinärpharmazeutika.

BOND MAGAZINE: Sie sind stark diversifiziert, in welchen Bereichen sehen Sie die größten Chancen?

Dr. Frantsits: Vor allem der Bereich Röntgen- und Magnetresonanz-Kontrastmittel wächst in den Pharmerging Markets. Hinzu kommt der US-amerikanische Markt, auf dem im Bereich der Radiologie 50 Prozent des Weltumsatzes erwirtschaftet werden. Hier werden wir noch stärker ansetzen. Darüber hinaus sehen wir großes Umsatzpotenzial in einem bei uns in der Entwicklung befindlichen Blasenkrebsdiagnostikum.

BOND MAGAZINE: Bereits im Geschäftsjahr 2009/10 haben Sie den Turnaround geschafft. Wie wollen Sie die Profitabilität weiter steigern und welche Ziele haben Sie bei den Margen?

Dr. Frantsits: Unsere Entwicklung in zukunftsträchtigen Märkten verläuft positiv. Auch mit dem Emissionserlös können wir bereits begonnene Projekte stärker forcieren und so neue Umsätze generieren. Wir streben eine EBIT-Marge von über 10 Prozent an, in den nächsten drei Jahren möchten wir eine EBIT-Marge von 15 Prozent erreichen.

BOND MAGAZINE: Sehr schön, im letzten Geschäftsjahr waren es noch 5 %. Sie haben auch eine hohe Eigenkapitalquote...

Dr. Frantsits: Ja, das wird manchmal auch kritisiert. Aber wir haben lieber ein sicheres Eigenkapitalpolster – da denken wir recht konservativ.

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Veranstaltungshinweis:
Unternehmer-Workshop „Unternehmensanleihen - Finanzierungsalternative für den Mittelstand“
19.09. in Frankfurt
http://www.bond-conference.com/
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Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

Emittent

Zeichnungsfrist

Kupon

Green Bond

LEEF Blattwerk

bis 26.02.2027

7,250%

nicht formal

GEPVOLT

bis 02.12.2026

8,000%

nicht formal

reconcept Windenergie Deutschland

21.05.2026-20.05.2027

7,250%

nicht formal

FCR Immobilien

02.04.2026-30.03.2027

6,250%

nein

EVERYIELD

01.06.-26.06.2026

9,000%

nicht formal

POB (Wandelanleihe)

05.06.-24.06.2026

10,000%

nein

Arteus Energy

12.06.2026-11.06.2027

7,750%

nicht formal

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