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„Wir möchten weiter wachsen. Deshalb wollen wir die Adler Modemärkte AG erwerben“, Dr. Michele Puller, CEO, Steilmann SE

Die Steilmann SE möchte weiter wachsen, deshalb möchte man die Adler Modemärkte AG erwerben. Weiteres Wachstumspotenzial sieht Dr. Puller, CEO der Steilmann SE, im sogenannten Best Ager-Segment, wie er im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert. Durch den Börsengang dürfte das Unternehmen einen Emissionserlös (auf Basis der mittleren Preisspanne und Greenshoe) von ca. 83,1 Mio. Euro erlösen. Dabei geben Altaktionäre keine Aktien ab. Die Aktien des Unternehmens können bis 22. Oktober in einer Preisspanne von 3,50 Euro bis 5,00 Euro am Börsenplatz Frankfurt via Börsenorder gezeichnet werden.

BOND MAGAZINE:
Warum hat die Steilmann SE sich dazu entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt an die Börse zu gehen? Warum glauben Sie, dass die Steilmann SE als börsennotiertes Unternehmen erfolgreicher sein wird?

Dr. Puller: Weil jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür ist. Wir haben aktuell die Möglichkeiten, interessante Akquisitionen zu tätigen. Wir haben uns in den vergangen Jahren erfolgreich zu einem vertikal integrierten Bekleidungsunternehmen entwickelt und sind mittlerweile in 18 Ländern weltweit aktiv. Und wir wollen weiter wachsen. Mit unserem Fokus auf das wachsende „Best-Ager“-Marktsegment, mit unserer Wertschöpfungskette und unserer Omni-Channel Vertriebsstrategie haben wir die besten Voraussetzungen dazu. Der Börsengang soll uns die notwendigen finanziellen Möglichkeiten bieten, um unseren eingeschlagenen Wachstumskurs durch mögliche weitere Akquisitionen fortzusetzen.

BOND MAGAZINE: Glauben Sie, dass das schwache Marktumfeld und die VW-Krise einen Einfluss auf Ihren Preis haben?


Dr. Puller: Ob es die VW-Krise ist, wirtschaftliche Entwicklungen in China oder irgendein anderer Umstand, den wir heute noch gar nicht kennen – der Erfolg eines Börsengangs ist immer mit Unsicherheiten behaftet. VW ist in einem komplett anderen Bereich tätig, sodass die Krise unsere Börsenpläne nicht beeinflusst hat. Wir bleiben sehr optimistisch.

BOND MAGAZINE: Wieviel wollen Sie mit dem Börsengang einnehmen?

Dr. Puller: Wir planen entsprechend zum Mittelwert der Preisspanne Bruttoemissionserlöse in Höhe von rund 83 Millionen Euro. Der finale Betrag hängt von einer Reihe von Faktoren ab – darunter natürlich auch von den eben erwähnten Marktbedingungen.

BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie die Erlöse aus dem Börsengang nutzen?

Dr. Puller: Wir möchten weiter wachsen. Deshalb wollen wir die Aktien der Adler Modemärkte AG von unserem Partner Excalibur erwerben. Dadurch halten wir dann die alleinige Mehrheit am Unternehmen und können weitere Synergien und Einsparungen in der Gruppe heben. Außerdem wollen wir durch weitere Akquisitionen wachsen. Indem wir andere Bekleidungsunternehmen übernehmen, können wir unsere vertikale Wertschöpfungskette weiter stärken und potentielle Synergien nutzen. Das betrifft vor allem das Vertriebsnetzwerk.

BOND MAGAZINE: Wie sieht das Geschäftsmodell von Steilmann aus? Was ist Ihr USP?

Dr. Puller: Uns zeichnen drei entscheidende Faktoren aus: Der Fokus auf „Best Ager“, die Vertikalisierung unserer Wertschöpfungskette und unsere Omni-Channel-Vetriebsstrategie. Im „Best Ager“ Segment sind wir nach unserer Einschätzung der zweitgrößte Filial-Einzelhändler für Damenkleidung. Dieser Markt ist für die Steilmann SE besonders attraktiv: Durch den demografischen Wandel wird diese Zielgruppe weiter wachsen. Wir kontrollieren außerdem die gesamte Wertschöpfungskette der Bekleidungsindustrie: Vom Design über die Produktion bis zum Vertrieb können wir alles unter einem Dach bieten. Das ist unser entscheidender Wettbewerbsvorteil. So können wir schnell und effizient auf Trends und Kundenwünsche reagieren und gleichzeitig hohe Qualität liefern. Das kann sonst vor allem Inditex, der Mutterkonzern von Zara. Allerdings bedient Inditex eine andere Zielgruppe, nämlich eine jüngere. Deshalb zählen wir das Unternehmen nicht zu unseren Wettbewerbern. Außerdem haben wir verschiedene Modemarken im Angebot, die sich hervorragend ergänzen. Diese vertreiben wir über ein internationales Omni-Channel Vertriebssystem an mehr als 1.300 Verkaufsstellen in 18 Ländern. Wir haben eine hohe Expertise in der Repositionierung von Marken und bei der Ertragssteigerung im Multi-Label Retail.

BOND MAGAZINE: Was werden die wesentlichen Wachstumstreiber der Steilmann SE in Zukunft sein? Wo sehen Sie noch Wachstumspotential?

Dr. Puller: Ganz klar das Wachstum im „Best-Ager“-Segment. Im Jahr 2030 werden laut Schätzungen fast die Hälfte aller Deutschen 50 Jahre oder älter sein. Bei der Damenmode werden jährliche Wachstumsraten von 2 Prozent in diesem Segment erwartet. Außerdem wollen wir durch Akquisitionen weiter wachsen. Wir haben in der Vergangenheit viel Erfahrung damit gesammelt und können erfolgreiche Strategien auf ähnliche Märkte übertragen. Chancen dafür sehen wir vor allem in der Schweiz, in unserer Heimat Italien und in China. Darüber hinaus planen wir, neue Verkaufsstellen für unsere Marken zu eröffnen.

BOND MAGAZINE: Wie passt die Übernahme von Adler in Ihre Strategie?

Auch Adler macht Mode für „Best Ager“. Mit seinen 179 Multi-Label-Stores bietet Adler eine ideale Vertriebsplattform für unsere Marken. Wir profitieren von Synergien, indem wir zum Beispiel gemeinsam bestellen oder unsere stärkere Verhandlungsposition gegenüber Drittlieferanten nutzen. Darüber hinaus bietet die E-Commerce Plattform von Adler für uns eine gute Basis für unsere gruppenweite Online-Strategie.

BOND MAGAZINE: Können Sie Ihre aktuelle Managementstruktur erläutern?

Dr. Puller:
Die Struktur ist ganz einfach: Die Steilmann SE ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der MR Hometextile GmbH aus Bergkamen, die wiederum eine 100%ige Tochtergesellschaft der Steilmann Holding AG ist. Die Steilmann SE ist familiengeführt und indirekt im Besitz der Unternehmerfamilien Puller, Giazzi, Radici und Miroglio.

BOND MAGAZINE: Könnten Sie bitte nähere Einzelheiten zu den saisonalen Schwankungen erläutern, denen die Steilmann SE Gruppe ausgesetzt ist?

Dr. Puller: Unser Bilanzstichtag ist das Kalenderjahr, daher erwirtschaften wir den Großteil der Umsätze traditionell in der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahres. Auf wetterbedingte Schwankungen können wir gut reagieren und diese abfangen, denn mit unseren Produktionsstätten in Osteuropa stellen wir Kleidung binnen 45 Tage her.

BOND MAGAZINE: Wie sehen Ihre Umsätze aufgeteilt nach Regionen/Divisionen aus?

Dr. Puller: Geografisch betrachtet machen wir 2014 den größten Umsatz in Deutschland, nämlich mehr als 70 Prozent. Mit unseren eigenen Marken generierten wir etwa drei Viertel der Umsätze. Der Anteil der externen Marken betrug am Gesamtumsatz knapp ein Viertel. Wir machen mehr als 60% unseres Umsatzes mit Damenmode und den Rest mit Herrenmode, Accessoires und Damenunterwäsche. Unser Einzelhandels-Segment macht einen Anteil von rund 70 Prozent unserer Umsätze aus. Mit unserem Großhandels- und Produktionssegment erwirtschaften wir den übrigen Anteil.

Das Interview führte Christian Schiffmacher.

www.fixed-income.org

Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

Emittent

Zeichnungsfrist

Kupon

Green Bond

LEEF Blattwerk

02.03.2026-26.02.2027

7,250%

nicht formal

Aream Infrastruktur Finance

19.08.2025-18.08.2026

7,250%

ja

ASG EnergieInvest

10.03.2026-09.03.2027

7,000%

nicht formal

reconcept Green Global Energy Bond II

20.11.2025-19.11.2026

7,750%

ja

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