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Ekosem-Agrar: Deutsche Investoren Union bekräftigt kritische Einschätzung

Die DIU Deutsche Investoren Union e.V. hat ihre kritische Einschätzung zur Ekosem-Agrar GmbH bekräftigt und informiert über den aktuellen Stand:

1. Allgemein

Offensichtlich waren die Ekosem-Geschäftsführer nicht besonders von unserer Pressemeldung angetan, in der wir dediziert begründet haben, warum wir eine Laufzeitverlängerung der Ekosem-Anleihen ablehnen. Das Unternehmen sah sich deshalb bemüßigt, eine Stellungnahme zu wesentlichen Punkten unserer Pressemeldung abzugeben. Im Nachfolgenden wird diese Stellungnahme wiedergegeben und eine Einschätzung der DIU abgegeben.

2.
Stellungnahme Ekosem und Anmerkungen der DIU

2.1:
Die DIU konstatiert, dass eine Eigenkapitalaufnahme in Form einer Kapitalerhöhung zur Bedienung der Anleiheverbindlichkeiten die bessere Alternative gegenüber der Laufzeitverlängerung ist.

Ekosem-Agrar:

Wie erläutert, ist die Finanzierung über zusätzliches Eigenkapital möglich und wurde in den letzten zwei Jahren auch mit zwei Kapitalerhöhungen durchgeführt. Das zeigt, dass wir für solche Maßnahmen – trotz einer Verwässerung der Alteigentümer – grundsätzlich offen sind, sofern sie bilanziell oder strategisch Sinn machen.

Eine größere Kapitalerhöhung zur Refinanzierung der Anleihen ist allerdings im aktuellen Kapitalmarktumfeld für in Russland aktive Unternehmen nur schwer umsetzbar und mit deutlichen Abschlägen auf den Unternehmenswert verbunden. Wir sind davon überzeugt, dass auch die Anleiheinvestoren kein Interesse daran haben, wenn wir Unternehmensanteile „zum Schleuderpreis“ an Investoren veräußern, um die ESA-Anleihen zu refinanzieren und damit die Umsetzung des derzeit geplanten Investitionsprogramms zu gefährden. Im Gegenteil, wir haben in Gesprächen mit nahezu 200 Investoren ganz überwiegend Zustimmung für unseren bisherigen strategischen Kurs und die geplante Laufzeitverlängerung erhalten.

Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass nach einer erfolgreichen Verlängerung der Anleihen das Interesse von Eigenkapital-Investoren steigt und wir durch eine Eigenkapitalmaßnahme die Sicherheit für die Anleihegläubiger weiter verbessern können.

Die DIU meint dazu:

Für die Anleiheinhaber kann es irrelevant sein, zu welchen Konditionen Unternehmensanteile „verschleudert“ werden. Entscheidend für die nicht besicherten Kreditgeber, also die Anleiheinhaber, ist es, dass sie ihr investiertes Kapital wieder erhalten. Darüber hinaus ist für die DIU nicht ersichtlich, warum nach einer Verlängerung der Anleihe das Interesse von Eigenkapital-Investoren an der Ekosem-Agrar GmbH steigen sollte.

2.2 Die DIU schreibt, dass Ekosem-Agrar für Bankdarlehen teilweise bis zu 24,31 % an Zinsen bezahlt. Dies stehe in einem krassen Missverhältnis zu den Konditionen der von der Ekosem-Agrar GmbH emittierten Mittelstandsanleihen.

Ekosem-Agrar:

Bei den erwähnten Bankdarlehen handelt es sich um Rubelkredite, die im Wesentlichen zwischen Ende 2014 und Mitte 2015 eingegangen wurden, als der russische Zentralbanksatz bei 17 % p.a. lag. Wenn man diesen Satz als Zinsunterschied zwischen der EU und Russland ansetzt und zu den Kupons für die Mittelstandsanleihen von 8,5 % und 8,75 % p.a. hinzurechnet, dann kommt man auf Zinssätze von > 25 % p.a. D.h. die Konditionen spiegeln die unterschiedliche Situation an den Finanzmärkten wider.

Allerdings sind unsere Rubelkredite nahezu ausnahmslos zinssubventioniert; der Nettozins liegt also bei den meisten Krediten zwischen 3 und 7 % p.a. auf Rubelbasis. Dementsprechend bieten die Anleihen einen vergleichsweise attraktiven Zinssatz.

Die DIU meint dazu:


Wenn die Rubelkredite ausnahmslos zinssubventioniert sind und viel günstiger sind als die Zinsen, die für die Anleihe bezahlt werden müssen, dann macht es aus Sicht des Unternehmens ja erst recht Sinn, die (teuren) Anleihen zuerst zurückzuzahlen und nicht die anderen ausstehenden Kredite.

2.3 Die DIU erklärt, dass die Ekosem-Agrar den falschen Weg verfolgt, indem sie die besicherten Bankdarlehen bis 2020 erheblich reduzieren will. Es sei vielmehr im Interesse der Anleihegläubiger, wenn zuerst die Anleihen zurückgezahlt werden und dann Bankdarlehen zurückgeführt werden.

Ekosem-Agrar:

Die Planung der Gesellschaft sieht vor, dass ab 2017 die Investitionen deutlich reduziert werden, um ab 2018 Liquidität aufzubauen und Bankverbindlichkeiten zu tilgen, um die Risiken zu reduzieren und Sicherheiten freizumachen, was auch den Anleihegläubigern zugutekommt. Die Reduzierung der Bankverbindlichkeiten wird selbstverständlich nur soweit vorgenommen, dass dadurch die geplante Rückzahlung der Anleihen in 2021 und 2022 nicht gefährdet ist. Unsere Finanzplanung wurde von PwC geprüft und bestätigt. Zudem hat PwC festgestellt, dass die Planung über ausreichend Puffer verfügt, um die Rückzahlung der Anleihen zu ermöglichen. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Vorgehen den Interessen aller Gläubiger gerecht wird, zumal sich dadurch sukzessive das Rating der Ekosem-Agrar verbessern dürfte, was die Attraktivität der Anleihen weiter steigert.

Die DIU meint dazu:


Inwieweit sich in Zukunft das Rating der Ekosem-Agrar verbessert oder verschlechtert, ist für die Anleiheinhaber insoweit irrelevant, wenn die Anleihen fristgerecht zurückgezahlt werden. Außerdem würde sich das Rating der Gesellschaft ebenso verbessern, wenn zuerst die Anleihen zurückgezahlt werden und erst dann die anderen besicherten Kredite.

3.
Einschätzung der DIU e.V.

Auch wenn das Ekosem-Management eine Stellungnahme zu den Kritikpunkten der DIU veröffentlicht hat, bleiben wir bei unserer Haltung und fordern eine fristgerechte Tilgung der Anleihen.

In keiner Weise geht Ekosem in ihrer Stellungnahme auf das Thema der Besicherung der Anleihe ein. Das ist aber ein wesentlicher Gesichtspunkt, denn nur mit einer Besicherung können Anleihegläubiger auch im Krisenfall eine (Teil-)Rückzahlung ihres Kapitals erwirken.

Auch wenn das Unternehmen schöne Planzahlen veröffentlicht, muss konstatiert werden, dass es dem Management bislang eben nicht gelungen ist, die eigenen Planvorgaben einzuhalten. Warum das in Zukunft anders sein soll, erschließt sich uns nicht.

Es gibt aus Sicht der DIU aber eine Lösungsmöglichkeit für die Ekosem-Verantwortlichen: Nach deren Angaben haben Gespräche mit nahezu 200 Investoren ganz überwiegend Zustimmung für den bisherigen strategischen Kurs und die geplante Laufzeitverlängerung ergeben. Das Unternehmen könnte also eine neue Anleihe mit einer längeren Laufzeit auflegen, in die dann all diejenigen Anleiheinhaber ihre Anleihen tauschen können, die mit dem Management und dem „strategischen Kurs“ einverstanden sind. Diesen Vorschlag werden wir dem Management im Rahmen der anstehenden Gläubigerversammlung präsentieren.


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