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Anleger halten Interventionen am japanischen Yen-Markt für eine Aufwertung für unzureichend / Auswirkungen auf den US-Dollar und Rentenmarkt

von Vincent Chung, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

Vincent Chung © T. Rowe Price

Die jüngste Inter­vention am japa­nischen Yen-Markt dürfte kaum einen dauer­haften Trend­wechsel einleiten, sofern sie nicht mit umfassen­deren politi­schen Ver­änderungen einhergeht. Zwar fiel die unmittelbare Markt­reaktion bislang verhalten aus, doch könnte eine anhal­tende Inter­vention letzt­endlich Aus­wirkungen über Japan hinaus haben, sollte sie zu einer allgemeinen Schwäche des US-Dollars beitragen – mit möglichen Folge­wirkungen für die Renditen von US-Staats­anleihen und die globalen Anleihe­märkte.

Die relativ begrenzten Bewegungen an den asiatischen Zins- und Devisenmärkten deuten darauf hin, dass die Anleger weiterhin skeptisch sind, ob eine Intervention allein die Abwertung des Yen umkehren kann. Das Basisszenario des Marktes geht davon aus, dass die Intervention das Tempo der weiteren Schwäche verlangsamen wird, anstatt eine anhaltende Aufwertung auszulösen.

Der Yen hat bereits einen bedeutenden Teil seiner früheren Underperformance gegenüber anderen asiatischen Währungen, darunter dem koreanischen Won, wieder aufgeholt. Sollte die Intervention anhalten, könnte die Währung gegenüber dem US-Dollar weiter an Wert gewinnen.

Die USD/JPY-Risiko-Reversals haben sich wieder in Richtung der 2024 und 2025 beobachteten Niveaus bewegt, was darauf hindeutet, dass der Optionsmarkt einer weiteren Aufwertung des Yen eine höhere Wahrscheinlichkeit beimisst, sofern die Interventionen anhalten. Die implizite Volatilität ist jedoch nur auf rund 10% gestiegen und liegt damit weitgehend auf dem Niveau zu Beginn dieses Jahres, was darauf hindeutet, dass die Anleger eher geordnete als disruptive Währungsbewegungen erwarten.

Die entscheidende Frage für die nahe Zukunft ist, ob die japanischen Behörden die Intervention über den vom Markt derzeit erwarteten Zeitraum von etwa drei Tagen hinaus fortsetzen werden. Eine Verlängerung der Intervention würde das Engagement der politischen Entscheidungsträger zur Stützung des Yen bekräftigen und könnte die Erwartungen einer weiteren Aufwertung verstärken.

Eine Intervention allein dürfte jedoch kaum zu einer dauerhaften Trendwende führen. Damit der Yen langfristig deutlicher aufwertet, müsste die Bank of Japan wahrscheinlich ihren Zinserhöhungszyklus beschleunigen, um japanische Investoren zur Rückführung von Kapital aus dem Ausland zu ermutigen. Alternativ müsste sich ein umfassenderer makroökonomischer Impuls ergeben.

Eine durch eine dieser Entwicklungen getriebene anhaltende Aufwertung des Yen könnte weitreichende globale Auswirkungen haben. Ginge sie mit einer erheblichen Schwäche des US-Dollars einher, könnte sie den Inflationsdruck in den USA verstärken und Aufwärtsdruck auf die Renditen von US-Staatsanleihen ausüben, was Auswirkungen auf die globalen Rentenmärkte hätte.

www.fixed-income.org

 

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