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Asiatische Anleihen segeln weiterhin auf hohem Kurs - Wachstumsdelle in China und Euro-Krise beeinflusst wenig

Von Chia-Liang Lian, Legg Mason Western

Asiatische Anleihen profitieren trotz der herausfordernden globalen Lage von soliden Staatsfinanzen, Leistungsbilanzüberschüssen und einer sinkenden Inflation. Und das, obwohl die asiatischen Volkswirtschaften wegen der immer stärker werdenden wirtschaftlichen Verzahnung auch mit dem Rest der Welt korrelieren. „Die verbesserten Kredit-Fundamentaldaten in Asien haben dazu beigetragen, dem schwachen Wachstum der westlichen Volkswirtschaften etwas entgegenzuwirken“, sagt Chia-Liang Lian, Fondsmanager des 600 Millionen Euro schweren Legg Mason Western Asset Asian Opportunities Fund und Leiter Investment Management Asia (ex Japan) bei der hundertprozentigen Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset Management.

Das weltweite Wachstum zeigt Anzeichen für eine Abkühlung und reagiert damit auf die bescheidenen Wachstumsaussichten der USA, die prekäre Lage im Euroraum und die Wachstumsdelle in China. „Doch die meisten Zentralbanken in Asien haben die Zinsen im Juni trotz der globalen Wachstumssorgen und geringen Inflationsdrucks nicht angepasst, weil die weltweiten Rohstoffpreise gesunken sind“, sagt Lian.

Nach Ansicht von Lian wird sich das chinesische BIP-Wachstum für dieses Jahr zwischen sieben und acht Prozent bewegen und stimmt damit in etwa mit den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF), der derzeit von einem Wachstum von acht Prozent ausgeht, überein. Denn China kommt nicht nur für die Region Asien, sondern auch für die Globalwirtschaft eine tragende Rolle zu und eine konjunkturelle Eintrübung dürfte die Politik daher zum Handeln zwingen. „Wegen der sich abschwächenden Wachstumsdynamik in China haben die Verantwortlichen Maßnahmen zu einer aktiveren Wachstumsförderung ergriffen, mit der sie den Gegenwinden standhalten wollen", erklärt Lian. Eine drastische Kehrtwende beim chinesischen Wirtschaftswachstum sei daher unwahrscheinlich. „Wir rechnen eher mit kleineren fiskal- und geldpolitischen Anpassungen und einer sorgfältigen Überwachung exogener Faktoren. Die chinesische Regierung will so ein nachhaltiges Wachstum organisieren, das die Beschäftigung in den Städten sichert und das achtprozentige Wachstumsziel Chinas für das Gesamtjahr erreichen kann.“

Indien hingegen kommt in Asien zwar auch eine besondere Rolle zu, allerdings liegt das an dem Doppeldefizit des Landes: dem Leistungsbilanzdefizit und dem Haushaltsdefizit. „Unserer Ansicht nach macht das indische Vermögenswerte gerade bei schweren Marktbedingungen deutlich anfälliger für eine Verkaufswelle“, sagt Lian. Derzeit gebe es noch keine überzeugenden Anzeichen dafür, dass die indische Regierung Schritte unternommen habe, um das makroökonomische Ungleichgewicht des Landes in den Griff zu kriegen.


Insgesamt halte Asien sich weiterhin gut. „Vor allem asiatische Volkswirtschaften wie die Philippinen und Indonesien profitieren von einer starken inländischen Wirtschaft und einer geringeren Exportabhängigkeit. Andere Nationen, die stärker handelsorientiert sind, wie Korea, Taiwan, Hongkong und Singapur erweisen sich wegen ihrer speziellen Branchennischen und ihrem starken Dienstleistungssektor als widerstandsfähig", sagt Lian. Allerdings sei die Region nicht völlig immun gegen Wachstumsschwächen westlicher Staaten. Vor allem Länder wir Singapur und Taiwan, die sehr stark vom Handel abhängen, würden ein schwaches Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA und der Eurozone spüren. Vor allem mit Blick auf die Situation in Europa ist Lian vorerst pessimistisch. Die jüngsten Maßnahmen in der Euro-Zone seien „Flickwerk-Lösungen“ und es ist daher fraglich, ob diese die strukturelle Schwäche, an der die Währungsunion derzeit leide, bewältigen können. „Die Volatilität an den Finanzmärkten spiegelt wider wie anfällig die weltweite Konjunktur tatsächlich ist und welche Risiken in der Eurozone schlummern", erläutert der Fondsmanager. „Zudem stehen die USA und China, die der Dreh- und Angelpunkt der Weltwirtschaft sind, vor ganz eigenen Herausforderungen für die sich im Jahresverlauf noch keine eindeutigen Ergebnisse abzeichnen."

Im Legg Mason Western Asset Asian Opportunities Fund bevorzugt das Team derzeit Anleihen aus Singapur, den Philippinen, Indonesien, Malaysia und Südkorea sowie Währungsanlagen in den Singapur Dollar, den malaysischen Ringgit, den chinesischen Yuan und den philippinischen Peso. „Im Juni haben wir die Kurszuwächse im Markt genutzt, um das Gesamtrisiko des Fonds während der Rally weiter zurückzufahren", erläutert Lian. „So konnten wir Gewinne realisieren und haben einige der Anleihenpositionen, die unter Bewertungsgesichtspunkten mit einem höheren Kreditrisiko behaftet waren, geschlossen. Zudem engagierten wir uns in einigen Neuemissionen und konzentrierten uns dabei auf hochwertige Papiere wie etwa Cheung Kong, einen Immobilienentwickler aus Hongkong, Ting Yi, einen chinesischen Hersteller von Konsumartikeln, und LMIRT Management, einen in Singapur börsennotierten indonesischen Real Estate Investment Trust (REIT) für Gewerbeimmobilien.”

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Veranstaltungshinweis:
Unternehmer-Workshop „Unternehmensanleihen - Finanzierungsalternative für den Mittelstand“
19.09. in Frankfurt
http://www.bond-conference.com/
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