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Ausblick 2024: Anpassungsfähig bleiben!

von Olivier Van Haute, DPAM

Die globale Finanzlandschaft ist geprägt von Inflation, sich verändernden Korrelationen und lange nicht dagewesenen Renditeniveaus. Anleger sollten im Jahr 2024 aktiv und anpassungsfähig bleiben, argumentiert Olivier Van Haute, Head of Global Balanced Funds von DPAM:

Das inflationäre Umfeld ist ein Ergebnis verschiedener Entwicklungen. Erstens lässt die Alterung der Bevölkerung im Westen, in Japan, China und Südkorea Arbeitskräfte knapp werden und Löhne steigen. Zweitens haben steuerliche Anreize aus der Corona-Krise das Wachstum in einer Zeit gestützt, in der die Zentralbanken versuchen, Konjunktur und Inflation zu dämpfen. Drittens befinden wir uns mitten in einer Energiewende weg von CO2-intensiven Prozessen. Diese Wende wurde durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine und OPEC-Drosselungen beschleunigt und verkompliziert zugleich.

Hohe Zinsen, verzögerte Wirkung

In der Folge stiegen die Inflationserwartungen von Verbrauchern und Unternehmen – ein Ergebnis, das die Zentralbanken zu vermeiden versuchten. Dass die Konjunktur nicht kollabierte, lag nicht zuletzt daran, dass die Verbraucher während der Pandemie beträchtliche Ersparnisse angehäuft hatten. Zudem haben viele Unternehmen zu niedrigen Zinssätzen die Laufzeit ihrer Schulden verlängert. Die erhöhten Zinsen wirken daher nur verzögert. Allerdings werden sie das künftige Wachstum auf Jahre hinaus belasten.

Das Problem bei den US-Regionalbanken ist noch nicht gelöst; der Rückgang der Aktienkurse und die Ausweitung der Kreditspreads deuten auf grundlegende Schwachstellen im System hin. Japans und Chinas Bedeutung beim Besitz von US-Staatsanleihen könnte zu Risiken führen, die die G7 oder G20 möglicherweise zum Eingreifen zwingen. Hinzu kommt die prekäre Lage Chinas, das sich von seiner Immobilienkrise zu erholen versucht. Die wiederholt schwache Wertentwicklung bei US-Staatsanleihen hat dazu geführt, dass sich die realen US-Renditen und der Goldpreis entkoppelt haben.

Chancen erhellen die Düsternis

Offensichtlich ist derzeit viel in Bewegung: Korrelationen ändern sich, Renditen erreichen Höhen wie seit zehn Jahren nicht mehr, und neue Trends machen das Anlegen zur Herausforderung. Und doch tun sich vor diesem düsteren Hintergrund interessante Chancen auf: Die Aktientrends sind vielversprechend, vor allem in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Medizin und Green Tech. Diese Bereiche sind nicht allzu eng an die aktuelle Konjunktur gebunden, was sie zu einer potenziell lohnenden Investition macht.

Bei den Rohstoffen könnten Kupfer und Silber angesichts der hohen Nachfrage nach umweltfreundlichen Technologien besonders vom weltweiten Streben nach Net-Zero-Zielen profitieren. Wenn sich die Wirtschaftstätigkeit erholt, könnte die Nachfrage nach diesen Metallen stark ansteigen. In ähnlicher Weise könnten auch die Erdgaspreise einen Aufschwung erleben, wenn es der deutschen Industrie gelingt, sich zu erholen. In letzter Zeit sind die Uranpreise gestiegen, was ein Zeichen für die wachsende Beliebtheit der Kernenergie in den Schwellenländern ist.

www.fixed-income.org
Foto: Olivier Van Haute © DPAM


 

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