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Australischer Dollar 2026 im Aufwind

Der australische Dollar hat derzeit eine breite Palette geldpolitischer, wirtschaftlicher und politischer Faktoren auf seiner Seite

Die Entwicklung des Uranpreises ist ein wichtiger Unterstützungsfaktor für AUD/USD, Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 24.02.2026

Der austra­lische Dollar (AUD) ist mit viel Momen­tum ins Jahr 2026 gestartet. Seit Jahres­beginn belegt der AUD den ersten Platz in der Wert­ent­wicklung, und das nicht nur gegen­über dem US Dollar, sondern auch gegenüber dem Euro. Hinter dieser Ent­wicklung steckt kein einzelner Unter­stützungs­faktor, sondern eine Kombi­nation aus geld­politischer Divergenz, relativ attrak­tiven Renditen, Roh­stoff­impulsen und einer allmäh­lichen Stabi­lisierung in China.

Im Zentrum steht unserer Einschätzung nach die Geldpolitik. Anfang Februar hat die Reserve Bank of Australia (RBA) den Leitzins überraschend klar um 25 Basispunkte auf 3,85 Prozent angehoben. Entscheidend war dabei weniger der Zinsschritt selbst als der begleitende Tonfall: Die RBA machte deutlich, dass die Inflation im Januar sich, nach einem Anstieg in der zweiten Hälfte 2025, nun erneut bei 3,8 Prozent im Jahresvergleich befinde und länger oberhalb des Zielbands von zwei bis drei Prozent bleiben dürfte. Während viele andere Zentralbanken über weitere Zinssenkungen diskutieren oder diese bereits vorbereiten, signalisiert Australien weiterhin Vorsicht – und positioniert sich damit deutlich restriktiver als etwa die US Notenbank oder die Europäische Zentralbank.

Diese geldpolitische Divergenz hat unmittelbare Folgen für den Devisenmarkt. Höhere Zinsen machen den AUD als Rendite Währung wieder vergleichsweise attraktiv. Der sogenannte Carry Vorteil des AUD hat sich deutlich verbessert. Zu Jahresbeginn waren am Markt sogar zeitweise weitere Zinsanhebungen der RBA eingepreist, was internationale Kapitalströme angezogen hat. Parallel dazu haben spekulative Investoren ihre Positionierung gedreht: Aus Netto Shortpositionen Ende 2025 wurden bis Februar klare Netto Long Engagements – ein klassisches Signal für eine steigende Überzeugung in den jüngsten Trend.

Unterstützt wird AUD zudem von der Rohstoffseite, wenn auch mit unterschiedlichen Vorzeichen. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Uran: Die Preise sind im Januar kräftig gestiegen und zeitweise wieder in den dreistelligen US-Dollar-Bereich vorgestoßen – erstmals seit Anfang 2024. Politische Unterstützung für Kernenergie, ein knappes Angebot und steigende langfristige Nachfrage haben hier einen starken Impuls geliefert – ein Rückenwind für Australien als wichtigen Produzenten. Weniger eindeutig zeigt sich das Bild bei Eisenerz, dessen Preis zuletzt wieder nachgegeben hat, belastet durch eine schwächere chinesische Stahlnachfrage.

Ein weiterer Faktor ist die chinesische Währung. Der Renminbi hat seit Jahresbeginn leicht aufgewertet. Diese Entwicklung wirkt stabilisierend auf den gesamten asiatischen Währungsraum und kommt auch dem AUD zugute (von Investoren häufig als liquider Stellvertreter für die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft gesehen).

Auch das globale Umfeld unterstützt die australische Valuta. Der US Dollar wird nicht erst seit Jahresbeginn zunehmend skeptisch gesehen. Viele Investoren waren bereits stark untergewichtet im US-Dollar positioniert, was es anderen Währungen erleichtert hat, bei positiven lokalen Impulsen aufzuwerten. Der geldpolitisch restriktive Kurs der RBA ist somit auf einen Markt getroffen, der für eine AUD Stärke besonders aufnahmefähig war.

Natürlich bleibt das Bild nicht frei von Risiken. Eine anhaltende Schwäche bei Eisenerz, eine schnellere Entspannung bei der Inflation oder ein bewussteres Gegensteuern Chinas gegen eine stärkere Währung könnten den AUD bremsen. Zudem ist der AUD inzwischen kein Geheimtipp mehr – die Positionierung ist deutlich optimistischer geworden, was die Währung kurzfristig anfälliger für Rücksetzer macht.

„Der starke Jahresauftakt des australischen Dollars erscheint gut begründet“, sagt Xueming Song, Währungsstratege bei der DWS. „Geldpolitische Stärke, attraktive Renditen, selektive Rohstoffimpulse und ein stabileres China Umfeld greifen derzeit sauber ineinander.“ Solange die RBA ihren restriktiven Kurs beibehält und externe Schocks ausbleiben, dürfte vieles dafürsprechen, dass der AUD auch weiterhin zu den relativen Gewinnern im G10 Universum zählen sollte – auch wenn der Weg dorthin nicht frei von Volatilität sein dürfte. Ganz generell gesehen ist Australien aus unserer Sicht im derzeitigen globalen politischen und wirtschaftlichen Umfeld ein potenziell sicherer Hafen, gestützt auf einen ausgeglichenen Haushalt, eine niedrige Staatsverschuldung, einen Leistungsbilanzüberschuss, ein stabiles Finanzsystem und kaum demografische Herausforderungen.

www.fixed-income.org 


 

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