YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Chinas Immobilienmarkt: Steht die Trendwende bevor?

von Sandy Pei, Senior Portfolio Manager bei Federated Hermes

© Pixabay

Bei Invest­ments in China klaffen Wahr­nehmung und Realität derzeit oft aus­einander. Trotz Markt­unsicher­heiten zeigen sich die makro­öko­no­mischen Funda­mental­daten bemerkens­wert solide – was sich nicht zuletzt am Kredit­markt wider­spiegelt: Die Rendite zehn­jähriger chine­sischer Staats­anleihen liegt bei moderaten 1,7% (US-Pendants: 4,6%). Zudem punktet das Land im internationalen Vergleich mit einer niedrigen Schuldenquote, hohen Ersparnissen der privaten Haushalte und einer stabilen Inflation von lediglich 1% im Juni.

Ein wesentlicher Stabilitätsanker Chinas ist seine hohe Energieautarkie: Dank immenser Kohlevorkommen und der Führungsposition bei erneuerbaren Energien zeigt sich das Land gegen die ökonomischen Schocks des Iran-Kriegs weitgehend immun. Als weltweiter Pionier bei Green Tech und Elektromobilität dürfte China vom globalen Nachfrageschub sogar überproportional profitieren. Dennoch bleibt die Diskrepanz zum Kapitalmarkt eklatant: Während die Realwirtschaft – getragen von wettbewerbsfähigen Top-Konzernen – im zweiten Quartal 2026 um solide 4,7% wuchs, verharren die chinesischen Aktienmärkte weiterhin auf historisch niedrigen Bewertungsniveaus.

Der lange Schatten der Immobilienkrise

Der spürbarste Gegenwind für die chinesische Wirtschaft bleibt das Erbe der Immobilienkrise von vor fünf Jahren. Seit dem Höchststand der Wohnimmobilienpreise im dritten Quartal 2021 haben der Bausektor und seine angrenzenden Branchen spürbar an gesamtwirtschaftlicher Bedeutung verloren. Gleichwohl belasten die Altlasten weiterhin die Bilanzen von Privathaushalten, Unternehmen und Kommunen. Der fortwährende Fokus auf den Schuldenabbau drückt auf das Verbrauchervertrauen und verstärkt das deflationäre Umfeld – eine Dynamik, die sich nur schwer durchbrechen lässt.

Seit ihrem Höchststand haben sich die Immobilieninvestitionen nahezu halbiert. Dies belastet nicht nur die Sachinvestitionen, wozu die Ausgaben für Gebäude, Infrastruktur und Maschinen zählen, sondern dämpft auch die Beschäftigung und das Gesamtwachstum. Gleichzeitig verzeichnet der Wohnungsneubau einen Rückgang von 70 bis 75 Prozent, während die Immobilienpreise landesweit vom Spitzenwert bis zum Tiefpunkt um geschätzte 20 bis 40 Prozent nachgegeben haben.

Mehrere Indikatoren deuten jedoch darauf hin, dass der Sektor die Talsohle erreicht hat. Der Marktüberhang an unverkauften Wohnungen beginnt sich allmählich abzubauen. Dazu tragen sowohl die stark reduzierte Bautätigkeit als auch gezielte staatliche Ankäufe ausgewählter Bestände für den sozialen Wohnungsbau bei.

Ein Apartment mit Meerblick in Huizhou ist bereits für etwa 130 US-Dollar im Monat zu mieten. Gemessen am durchschnittlichen Einstiegsgehalt chinesischer Hochschulabsolventen von rund 952 US-Dollar monatlich entspricht dies einem außergewöhnlich niedrigen Mietniveau. Ursache hierfür ist ein strukturelles Überangebot an Wohnraum im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Es verdichten sich jedoch die Anzeichen, dass sich dieses Marktungleichgewicht allmählich auflöst. Huizhou verzeichnet einen kontinuierlichen Zuzug junger Fachkräfte, von denen viele ortsunabhängig arbeiten und das günstige Verhältnis von Lebensqualität und Lebenshaltungskosten schätzen. Das deutliche Preisgefälle zu den benachbarten Metropolen erweist sich dabei als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung.

Entwicklungen wie diese deuten darauf hin, dass die Korrektur am chinesischen Immobilienmarkt ihren Scheitelpunkt hinter sich haben könnte. Angebot und Nachfrage pendeln sich schrittweise wieder ein, während sich Preise und Mieten regional auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Die Schwäche des Immobiliensektors veranlasst viele Haushalte zudem zu einer Neuausrichtung ihrer Vermögensanlage. Da der heimische Aktienmarkt bislang nur einen geringen Anteil am Vermögen chinesischer Privatanleger ausmacht, dürfte dieses Segment künftig deutlich an Attraktivität gewinnen.

www.fixed-income.org 

 

Investment

„Versteckte” Schulden verschlechtern die Kreditqualität großer Technologiekonzerne um bis zu zwei Ratingstufen

Der weltweite KI-Boom wird zu­nehmend durch Schulden und lang­fristige Ver­pflichtungen finanziert. Eine neue Studie des welt­weit führenden…
Weiterlesen
Investment
Die Europä­ische Zentral­bank setzt ihren geld­politischen Kurs fort und hebt den Leitzins heute um weitere 0,25 Prozent­punkte an. Welche Signale von…
Weiterlesen
Investment

Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategie Deutschland, Schweiz, Österreich und Osteuropa bei BlackRock, kommentiert das Ergebnis der…

Die heutige Zins­erhöhung der EZB war nie das eigent­liche Haupt­ereignis. Die größere Frage lautet vielmehr: Wohin steuert die EZB von hier aus?Die…
Weiterlesen
Investment
Die gestie­genen Real­zinsen erschweren den USA zuneh­mend die Refinan­zierung ihrer Schulden. Jörg Held, Head of Port­folio Manage­ment bei ETHENEA…
Weiterlesen
Investment

von David Zahn, Head of European Fixed Income bei Franklin Templeton

Wir gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen am Donners­tag um 25 Basis­punkte auf 2,50% anheben wird, doch könnte dies die letzte Zins­erhöhung in…
Weiterlesen
Investment

Ingvild Borgen, Portfoliomanagerin Global Tactical Asset Allocation-Team bei DNB AM, analysiert die Entwicklung der US-Staatsanleihenzinsen

Wir gehen davon aus, dass die Zinsen für US-Staats­anleihen mit langer Lauf­zeit in letzter Zeit aufgrund einer Kombi­nation mehrerer Faktoren…
Weiterlesen
Investment

von Jan Felix Gloeckner, Senior Investment Specialist, Insight Investment

Die EZB dürfte in dieser Woche die Zinsen anheben. Der jüngste Anstieg der Öl­preise spricht dabei zusätz­lich für eine weitere Straffung der…
Weiterlesen
Investment
Der Anstieg der Zinsen bei 30-jährigen US-Staats­anleihen zeigt nach Ein­schätzung von Kay Tönnes, Gründer von Antecedo Asset Manag­ement, dass sich…
Weiterlesen
Investment

von Richard Clode, Portfoliomanager, Janus Henderson Investors

Anleger sehen sich mit immer kom­plexeren Ent­schei­dungen zur Asset­allo­kation kon­frontiert. Debatten über den „US-Exzeptiona­lismus“, den…
Weiterlesen
Investment

von François Rimeu, Chief Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

Nach einer Pause im Juli wird all­gemein erwartet, dass die Europä­ische Zentral­bank (EZB) im Sep­tember die Zinsen anheben wird. Das Wachs­tum im…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!