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Eine weitere Erhöhung, ohne Festlegung auf weitere Schritte

von François Rimeu, Chief Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

François Rimeu © Crédit Mutuel Asset Management

Nach einer Pause im Juli wird all­gemein erwartet, dass die Europä­ische Zentral­bank (EZB) im Sep­tember die Zinsen anheben wird. Das Wachs­tum im Euro­raum zeigt sich weiterhin robust und stieg im zweiten Quartal trotz anhal­tender geo­politischer Span­nungen um 0,4%. Höhere Öl- und Gaspreise ließen die Gesamt­inflation im August im Vor­jahres­vergleich auf 3,3% steigen, wobei der Inflations­druck weiterhin haupt­sächlich vom Energie­sektor ausgeht.

Unsere Erwartungen:

Der Einlagensatz wird voraussichtlich auf 2,5% angehoben.

Die EZB dürfte ihren datenabhängigen Ansatz bekräftigen, ohne Hinweise auf die künftige Zinsentwicklung zu geben.

Wie bereits im Juli wird erwartet, dass Christine Lagarde das Ausbleiben nennenswerter Zweitrundeneffekte durch die Energiepreise hervorheben wird. Die Inflationserwartungen bleiben dabei fest verankert, und es gibt keine Anzeichen für eine Beschleunigung des Lohnwachstums. Der Lohn-Tracker der EZB deutet darauf hin, dass die tariflich vereinbarten Löhne 2026 um 2,3% steigen werden, nach 3,2% im Jahr 2025.

Nachdem das erste Halbjahr 2026 die Erwartungen der EZB übertroffen hat, könnten die Wirtschaftsprognosen für 2026 und 2027 ein stärkeres Wachstum aufweisen als die im Juni veröffentlichten Zahlen. Im Juni hatte die EZB 0,8% bzw. 1,2% prognostiziert, was nach wie vor im Einklang mit den aktuellen Marktprognosen steht. Die Inflationsprognosen dürften aufgrund der Energiepreise, insbesondere der Gaspreise, nach oben korrigiert werden. Gleichzeitig dürften die Prognosen für die Kerninflation angesichts begrenzter Zweitrundeneffekte mit 2,5% sowohl für 2026 als auch für 2027 nahezu unverändert bleiben, bevor sie sich bis 2028 in Richtung 2% annähern. Die Risiken für die Inflation sind weiterhin erhöht, während die Risiken für das Wachstum ausgewogener sind.

Fazit

Diese zweite Zinserhöhung würde den Einlagensatz an das obere Ende des neutralen Bereichs bringen und damit die vorsichtige, datenabhängige Haltung der EZB bekräftigen. Sollte die Zentralbank es dennoch für notwendig erachten, die Geldpolitik in einen restriktiven Bereich zu verlagern, um Inflationsrisiken einzudämmen, könnten weitere Zinserhöhungen über 2,50% hinaus erforderlich werden – umso mehr, als das Wachstum weiterhin positiv überrascht.

www.fixed-income.org 
Quelle: Bloomberg, Zahlen zum Ende August 2026.

 

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