Anleger sehen sich mit immer komplexeren Entscheidungen zur Assetallokation konfrontiert. Debatten über den „US-Exzeptionalismus“, den europäischen Aufschwung, die Aussichten für China, die Zinsentwicklung und geopolitische Unsicherheiten haben es schwieriger gemacht, zu entscheiden, wo und wann investiert werden soll. Gleichzeitig hatten viele traditionelle globale Aktienstrategien Schwierigkeiten, die kleine Gruppe von Unternehmen, die für einen erheblichen Teil der langfristigen Marktrenditen verantwortlich ist, konsequent zu identifizieren. Einige eng fokussierte Themenfonds haben enttäuscht: Sie enthalten stark korrelierte Aktien, die bei einer Marktwende unter überzogenen Bewertungen und erheblichen Kursrückgängen leiden können und tendenziell stark von Faktoren (z. B. Bewertung, Marktkapitalisierung, Qualität), Anlagestilen (Wachstum versus Value) und Marktzyklen beeinflusst werden.
Wir halten einen anderen Ansatz für erforderlich. Einen Ansatz, der über regionale Allokationsentscheidungen hinausblickt und sich stattdessen auf die strukturellen Themen konzentriert, die die Weltwirtschaft neu gestalten: intelligentere Automatisierung, Mobilität, Veränderungen im Lebensstil, Langlebigkeit, Biotechnologie, Innovationen im Bereich der Netto-Null-Emissionen und Souveränität. Dieser Ansatz, bei dem Diversifizierung sowie die Berücksichtigung von Faktor-, Stil- und Sektorrisiken fest im Kern verankert sind, konzentriert sich auf ein Exposure gegenüber Unternehmen, die unabhängig von ihrer geografischen Lage profitieren können und das größte Potenzial für künftige Erträge aufweisen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt Souveränität zunehmend an Bedeutung, da geopolitische Verschiebungen die Anlagelandschaft neu gestalten.
Souveränität: Ein prägendes Anlagethema in einer stärker fragmentierten Welt
Regierungen und Unternehmen fokussieren sich immer mehr auf Sicherung der Souveränität durch Kontrolle über kritische Branchen und Produktionsfaktoren. In der Praxis bedeutet dies eine Verlagerung weg von Globalisierung hin zu Lokalisierung. Lieferketten werden neu gestaltet, und strategische Infrastruktur wird beschafft und kontrolliert, um die Abhängigkeit von bestimmten Ländern und/oder Lieferanten zu verringern. Dazu gehören der Schutz von Daten und technologischen Innovationen, Kommunikationsnetze, Energiesysteme, kritische Mineralien und insbesondere Halbleiter sowie sonstige KI-Infrastruktur. Infolgedessen hat sich ein stärker fragmentiertes und vielfältigeres globales Investitionsumfeld herausgebildet.
Zollpolitik, Exportkontrollen und Beschränkungen für Spitzentechnologien haben gezeigt, wie schnell sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Lieferketten ändern können. Gleichzeitig haben Energieversorgungsengpässe deutlich gemacht, wie anfällig globale Lieferketten gegenüber geopolitischen Ereignissen und physischen Engpässen sind. Diese Entwicklungen zusammen genommen veranlassen Unternehmen dazu, neben Kosteneffizienz auch Widerstandsfähigkeit und Planungssicherheit in den Vordergrund zu stellen.
Was bedeutet Souveränität für Anleger?
Staatliche (Regierungs-)Kunden stellen im Zeitalter der KI mittlerweile einen zunehmend wachsenden Kundenstamm dar, der sich durch oft überdurchschnittlich hohe Investitionspläne, Beschaffungsentscheidungen und nationale Ausgabenprioritäten auszeichnet, wobei die USA, China und der Nahe Osten eine Vorreiterrolle einnehmen.
KI ist das neue Wettrüsten – KI-Fähigkeiten gelten mittlerweile als Priorität für Länder und Regionen und sind von strategischer Bedeutung für die nationale Sicherheit, die Cybersicherheit und die wirtschaftliche Produktivität. Anders als im Internetzeitalter beobachten wir, dass Länder beim Aufbau eigener Rechenzentren zu bedeutenden Kunden im Bereich der KI-Infrastruktur werden. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf Lieferketten, Kosten, Wettbewerb, Handel, Regulierung und Nachhaltigkeit.
Dies eröffnet zahlreiche Investitionsmöglichkeiten. Unternehmen, die widerstandsfähigere Lieferketten ermöglichen, kritische Infrastrukturen unterstützen, bewährte Technologielösungen anbieten oder Ländern beim Aufbau eigener Kapazitäten helfen, könnten über viele Jahre hinweg von einer anhaltenden Nachfrage profitieren.
Gleichzeitig müssen Anleger Unternehmen unter immer komplexeren Gesichtspunkten analysieren. Traditionelle Finanzkennzahlen sind nach wie vor wichtig, doch politische Entwicklungen, regulatorische Änderungen, nationale Sicherheitsaspekte und Verschiebungen bei den Prioritäten der staatlichen Ausgaben gewinnen zunehmend an Einfluss. Das Verständnis dieser Dynamiken könnte entscheidend sein, um die zukünftigen Gewinner von den Verlierern zu unterscheiden.
Flexible Positionierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette souveräner KI
Ein Unternehmen, das die wachsenden Investitionsmöglichkeiten verdeutlicht, die sich aus den Schwerpunkten Widerstandsfähigkeit, Kapazität und strategische Infrastruktur ergeben, ist Flex.
Während sich im Bereich der KI ein Großteil der Aufmerksamkeit auf Halbleiterhersteller und Softwareentwickler konzentriert, hängt der Aufbau der KI-Infrastruktur von einem umfangreichen physischen Ökosystem ab. Rechenzentren benötigen eine zuverlässige Stromversorgung, moderne Kühlsysteme, integrierte Rechenarchitekturen und die Möglichkeit, Kapazitäten in großem Maßstab bereitzustellen.
Flex ist in dieser entscheidenden Ebene tätig und entwickelt und fertigt die Racks, Stromversorgungssysteme, Kühllösungen und Rechenintegrationen, auf die sich Rechenzentren stützen. Das Unternehmen bietet Kompetenzen auf Systemebene in den anspruchsvolleren Bereichen des KI-Stacks. Was die Stromversorgung angeht, entwickeln sich Rechenzentren der nächsten Generation hin zu Architekturen mit höherer Dichte, die eine effizientere und skalierbare Stromversorgung erfordern. Bei den Kühlsystemen gewinnt der Übergang von Luft- zu Flüssigkeitskühlung mit steigender Rack-Dichte zunehmend an Fahrt. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal von Flex ist, dass das Unternehmen die Integration von Stromversorgung, Kühlung und Rechenleistung als ein einziges technisches System betrachtet und nicht als einzelne Komponenten. Seine auf Rack-Ebene integrierten Lösungen helfen Kunden dabei, Rechenkapazitäten schneller und mit weniger Integrationspunkten bereitzustellen.
Der CEO von Flex berichtete, dass Kundengespräche mittlerweile mit einer Übersicht über die Fabriken der Kunden beginnen und der Schwerpunkt eher auf der Widerstandsfähigkeit der Lieferkette als auf dem Preis liegt – die Kunden sind heute zunehmend bereit, für die größere Komplexität und Sicherheit regionaler Lieferketten zu zahlen, die heutzutage erforderlich sind.
Neue Chancen jenseits der Allokationsdebatten entdecken
Anleger stehen heute vor drei zentralen Herausforderungen:
1. Unsicherheit hinsichtlich der regionalen Allokation
2. Zunehmende Indexkonzentration
3. Schwierigkeiten beim Zugang zu strukturellen Wachstumsthemen, ohne dabei übermäßige thematische Risiken einzugehen
Die Märkte werden sich weiterhin mit Fragen zur regionalen Vormachtstellung, zu Konjunkturzyklen und zu geopolitischen Entwicklungen auseinandersetzen. Auch wenn diese Aspekte wichtig sind, kann ein thematischer globaler Aktienansatz, der sich auf die längerfristigen Themen konzentriert, die Branchen und Volkswirtschaften neu gestalten, eine neue Welle von Chancen eröffnen.
Souveränität ist ein solches Thema, das unserer Meinung nach gut zu diesem Ansatz passt. Da Regierungen, Unternehmen und Verbraucher zunehmend Wert auf Widerstandsfähigkeit, Sicherheit und Kontrolle über kritische Infrastrukturen legen, sind wir der Ansicht, dass die Unternehmen, die diesen Wandel vorantreiben, gut positioniert sind, um zu den entscheidenden Gewinnern des nächsten Jahrzehnts zu werden.
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