YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Die Fed-Bilanz hat ihren Preis

Auch unter Warsh würde die US-Notenbank ihre Bilanz nur behutsam verkleinern – das Finanzsystem der USA macht schnelle Schritte riskant

Fed-Anteil am Treasury-Markt und US-Inflation Markt und US Inflation; Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 17.02.2026

Kommt es bei der US-Noten­bank Federal Reserve (Fed) dem­nächst zu einem grund­legenden Kurs­wechsel? Der als Fed-Chef nomi­nierte Kevin Warsh hat diese Aus­sicht bereits mehr­fach ins Spiel gebracht. Doch auch nach Warshs poten­zieller Ernennung: Für Anleger zählt weniger die Ankün­digung als die Funktions­weise der Bilanz.

Unser Chart der Woche vergleicht den Anteil der von der Fed gehaltenen US-Staatsanleihen mit dem US-Verbraucherpreisindex (VPI) gegenüber dem Vorjahr. Deutliche Sprünge im Fed-Anteil fallen mit Phasen zusammen, in denen Inflation später wieder zu größeren Problemen führte – am deutlichsten in den 1970er Jahren und erneut nach der Pandemie. Das heißt nicht, dass die Bilanz jeden Preisschub „verursacht“. Aber sie ist ein Hebel, der verstärken kann, was Fiskalpolitik und Angebotsschocks bereits angestoßen haben.

Warsh gilt als langjähriger Kritiker der quantitativen Lockerung (QE) und einer Bilanzausweitung über das hinaus, was zur unmittelbaren Bewältigung einer Finanzkrise nötig wäre. Doch warnt Christian Scherrmann, US-Chefvolkswirt bei der DWS, davor, aus früheren Aussagen vorschnell auf Kurswechsel zu schließen. Zum Teil spiegelt das Veränderungen im US-Finanzsystem in den vergangenen Jahrzehnten wider. 

Großvolumige Anleihekäufe in früheren Krisen bedeuteten: Die Fed kaufte Staatsanleihen – und in geringerem Umfang auch andere Wertpapiere – am Markt. Dadurch wuchs ihre Bilanz, und im Bankensystem entstanden zusätzliche Reserven. Wenn die Fed Anleihen kauft, liegen weniger davon in privaten Portfolios. Das kann längerfristige Renditen drücken und die Finanzierungsbedingungen auch jenseits des Leitzinses lockern – mit belebenden Folgen für Kredite, Vermögenspreise und Ausgaben. Ist die Nachfrage ohnehin stark und das Angebot knapp, schlägt zusätzliche Nachfrage eher in den Preisen als in der Produktion durch.

Derzeit hält die Fed rund 4,29 Billionen US-Dollar an Treasuries – etwa 14 Prozent der handelbaren Staatsschulden – und die Verbraucherpreisinflation liegt bei 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Unter Warsh könnte die Fed stärker fokussiert agieren und beispielsweise weniger Hinweise zur künftigen Zinspolitik geben“, sagt Scherrmann. „Aber Veränderungen dürften eher schrittweise als revolutionär ausfallen.“ Kurzfristig gehen wir davon aus, dass die Fed abwartet, bis die Inflation die Wirkungen der Zölle verdaut hat. Auf längere Sicht bleibt die Bilanz ein Instrument mit großer Wirkung – mit Folgen, die oft schwer vorhersehbar sind und sich erst mit Verzögerung zeigen.

www.fixed-income.org 

 

Investment

Wir werfen einen genaueren Blick auf die Entwicklungen bei BDCs

Private Credit hat bei vielen Inves­toren an Popula­rität gewonnen, da diese Anlage­klasse ver­gleichs­weise hohe laufende Erträge bietet und zugleich…
Weiterlesen
Investment

von Harvey Bradley, Co-Head of Global Rates Investment bei Insight Investment

Wir glauben, dass die fiska­lischen Befürch­tungen nach der Wahl von Premier­ministerin Sanae Takaichi nach­lassen dürften. Dank ihrer…
Weiterlesen
Investment

von Ulrike Kastens, Senior Economist, DWS

Die Europä­ische Zentral­bank (EZB) dürfte am kom­menden Donners­tag keine einfache Sitzung haben. Zwar wird sie den Einlagen­satz voraus­sichtlich…
Weiterlesen
Investment

von Amanda Stitt, Portfolio Specialist bei T. Rowe Price

Die Renditen bleiben im Vergleich zum letzten Jahr­zehnt auf einem hohen Niveau, was auf die anhal­tende Inflation, steigende Haus­halts­defizite und…
Weiterlesen
Investment
Das Jahr 2026 bietet aktuell ein konstruk­tives Makro­umfeld, beurteilt Jörg Held, Head of Portfolio Manage­ment bei ETHENEA Indepen­dent Inves­tors…
Weiterlesen
Investment

von Svein Aage Aanes, Head Fixed Income bei DNB Asset Management

Während sich die Risiko­prämien im europä­ischen und amerika­nischen High-Yield-Markt nahe histo­rischen Tief­ständen bewegen, bleibt der Norden ein…
Weiterlesen
Investment

von RJ Gallo, Deputy CIO Fixed Income bei Federated Hermes

Vor der Eska­lation im Per­sischen Golf signa­lisierten die Wirt­schafts­daten für den Beginn des Jahres 2026 eine Beschleu­nigung der US-Kon­junktur,…
Weiterlesen
Investment

von Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix Securities

Der Krieg rund um den Iran sorgt an den Finanz­märkten inzwischen nicht nur für hohe Nervo­sität, sondern für einen spür­baren Preis­schock an den…
Weiterlesen
Investment

Gestiegene Risikoaversion und Volatilität nach der Offensive der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran

Die an diesem Wochen­ende von den Ver­einigten Staaten und Israel gestartete Offensive hat zu Beginn dieser Woche zu einer deutlich erhöhten…
Weiterlesen
Investment
Die Mittel­zuflüsse in aktiv ver­waltete Fonds für globale Unter­nehmens­anleihen über­treffen bei Weitem das Wachs­tum passiver Fonds. Karen Wright,…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!