Zwei Botschaften an die Anleger zum jetzigen Zeitpunkt: Diese Situation wird vorübergehen, aber es könnte länger dauern, als die Märkte erwarten. Die Märkte haben schon früher geopolitische Schocks erlebt und blicken in der Regel darüber hinweg. Doch diesmal ist das Ausmaß anders – insbesondere beim Öl. Die Preise haben sich bereits weit über historische Muster hinausbewegt, und es gibt kein klares Drehbuch für die weitere Entwicklung. Ein Weg zur Lösung existiert, doch der Zeitplan bleibt ungewiss.
Geopolitische Faktoren treiben den Ölpreis in die Höhe, schüren die Inflation, halten die Zinsen auf hohem Niveau und erhöhen das Risiko einer Wachstumskrise. Und es scheint, als stünden wir noch am Anfang dieser Kette. Dennoch halten sich die Märkte gut.
Die Aktien sind nur leicht im Minus, und die Volatilität ist nie wirklich in die Höhe geschnellt. Der Grund ist einfach: Die Wirtschaft wächst weiterhin. Das nominale Wachstum bleibt solide, die Verbraucher sind widerstandsfähig, die fiskalischen Stützungsmaßnahmen wirken noch nach, und Investitionen in KI treiben die Gewinne weiter an.
Diese Widerstandsfähigkeit hat diesen Zyklus geprägt. Trotz Kriegen, Inflationsschocks, aggressiven Zinserhöhungen und Belastungen im Bankensektor seit 2022 haben Aktien dank Konjunkturmaßnahmen und Gewinnen weiterhin starke Zuwächse erzielt.
Die Bewertungen sind jedoch hoch, was weniger Spielraum für Fehler lässt, sollten sich die Bedingungen verschlechtern.
Die Positionierung unseres Asset-Allocation-Ausschusses spiegelt dieses Gleichgewicht wider: nicht pessimistisch, aber auch nicht risikofreudig. Neutral zwischen Aktien und Anleihen, mit Schwerpunkt auf Realwerten, internationalen Aktien und Small Caps – neben Inflationsabsicherungen und Absicherung gegen Kursrückgänge. Wenn sich die Stimmung ins Positive wendet, reagieren Small Caps tendenziell schnell.
Was die Fed betrifft, könnten Erwartungen hinsichtlich Zinssenkungen verfrüht sein. Die Inflation liegt weiterhin über dem Trend und steigt weiter an, was bedeutet, dass eine weitere Straffung nicht ausgeschlossen werden kann. Dies spricht für eine Präferenz für Anleihen mit kürzerer Laufzeit. Im Bereich Private Credit mag es vereinzelte Stressfaktoren geben, aber kein systemisches Risiko. Das System ist weniger verschuldet und weniger vernetzt als in vergangenen Zyklen.
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