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Duration als Chance: steigende Renditen eröffnen Potenzial bei nachlassendem Iran-Konflikt-Risiko

von RJ Gallo, CIO Global Fixed Income bei Federated Hermes

RJ Gallo © Federated Hermes

Die Renditen von Staats­anleihen aus Industrie­ländern sind in den letzten Wochen stark gestiegen. Ange­trieben wurde diese Ent­wicklung durch den Ölpreis, der sich hart­näckig um die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel bewegt, sowie durch den anhal­tenden Konflikt am Persischen Golf.

Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA und dem Ausland spiegeln den Anstieg der Energiekosten deutlich wider und schüren die Sorge vor einem breiteren Inflationsdruck. Dies zwingt die Zentralbanken zu einer entschlossenen Rhetorik und weckt Erwartungen hinsichtlich einer geldpolitischen Straffung im In- und Ausland. Dieser Inflationsdruck, eine mögliche Straffung der Geldpolitik und der Iran-Konflikt haben die Anleiherenditen in die Höhe getrieben.

Auch fiskalische Bedenken haben zum Anstieg der Renditen beigetragen. So wurden etwa Mineralölsteuern in einigen Ländern temporär gesenkt oder Subventionen zur Entlastung der Verbraucher ausgeweitet. Dadurch entstand ein sich selbst verstärkender Negativkreislauf, in dem steigende Zinskosten die ohnehin hohen Staatsdefizite zusätzlich belasten. Parallel zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin robust: Die Beschäftigung ist in den vergangenen zwei Monaten erneut gestiegen, während die Arbeitslosenquote stabil blieb. Auch die Verbrauchernachfrage erweist sich insgesamt als widerstandsfähig. Ergänzend treiben KI-Investitionen die Konjunktur, während auch das Unternehmensgewinnwachstum anhält.

Letztlich bleibt der Iran-Konflikt der zentrale Treiber. Die Verhandlungen zwischen den beiden Konfliktparteien sind bislang ohne Ergebnis geblieben, wodurch der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus faktisch zum Erliegen gekommen ist. Auch der jüngste Gipfel zwischen den USA und China lieferte keine Hinweise darauf, dass Peking den Iran zu einer Verhandlungslösung bewegen könnte. Entsprechend reagierten die Märkte zuletzt erneut auf wechselnde Signale aus Washington – von drohender Rhetorik durch Präsident Trump bis hin zu optimistischeren Aussagen über mögliche Fortschritte. Dieses Auf und Ab verstärkt sowohl Inflations- als auch fiskalische Sorgen.

Eine verlässliche Vereinbarung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie zur Aufnahme umfassender Verhandlungen über Nuklearmaterial würde voraussichtlich das Gegenteil bewirken und die Renditen entsprechend nach unten drücken. Seit Beginn des Konflikts ist die durchschnittliche Rendite des US-Treasury-Index um 66 Basispunkte gestiegen. Die Renditen der 2-, 10- und 30-jährigen US-Benchmark-Anleihen bewegen sich derzeit in der Nähe zentraler Schwellenwerte von 4,00%, 4,50% bzw. 5,00%.

Die Konfliktparteien liegen in den Verhandlungen weiterhin deutlich auseinander. Angesichts des starken Anstiegs der Marktrenditen eröffnen jedoch der zunehmende Druck in der Golfregion, eine Lösung für die Lage in der Straße von Hormus zu finden, sowie der innenpolitische Druck auf die Trump-Regierung eine taktische Gelegenheit, eine längere Duration einzugehen.

www.fixed-income.org

 

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