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Globale Dividenden steigen im ersten Quartal 2026 um 10,1% - Rückkäufe lassen allmählich nach

Finanzsektor war weltweit die größte Quelle sowohl für Dividenden als auch für Aktienrückkäufe

© Pixabay

Laut der ersten Aus­gabe des „Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index“ stiegen die welt­weiten Divi­denden im ersten Quartal 2026 auf 424,5 Mrd. US-Dollar, was einem Anstieg von 10,1% gege­nüber dem Vor­jahres­zeit­raum entspricht. Das Dividenden­wachs­tum war breit gefächert, mit deutlichen Zu­wächsen in Nord­amerika, Europa, Japan und Gro­ßbritannien, trotz eines turbu­lenten makro­öko­no­mischen Umfelds.

Der neue Index erweitert die langjährige Dividendenanalyse von Janus Henderson um Aktienrückkäufe. Damit liefert er ein umfassenderes Bild über den Kapitalrückfluss der weltweit größten Unternehmen an ihre Aktionäre. Im ersten Quartal beliefen sich die weltweiten Aktienrückkäufe auf 425,7 Mrd. US-Dollar und lagen damit geringfügig über den Dividendenzahlungen, gingen jedoch gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,1% zurück. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen bei der Ausschüttung von Erträgen an ihre Aktionäre zunehmend selektiver vorgehen.

Dividenden zeigen sich widerstandsfähig, Aktienrückkäufe gehen zurück

Im ersten Quartal zeigte sich eine Divergenz zwischen Dividenden und Aktienrückkäufen. Die Dividendenausschüttungen nahmen zu, gestützt durch robuste Unternehmensgewinne. Aktienrückkäufe gingen hingegen vor dem Hintergrund längerfristig höherer Zinsen, Handelsunsicherheiten und geopolitischer Risiken zurück. 

Nordamerika führte weiterhin die weltweiten Aktionärsrenditen an. Die USA trugen mit Dividenden in Höhe von 183,5 Mrd. US-Dollar 46,3% zum Indexgesamtwert bei und kauften Aktien im Wert von 266,7 Mrd. US-Dollar zurück. Damit waren sie weltweit mit Abstand der größte Markt sowohl für Dividenden als auch für Aktienrückkäufe. Das Dividendenwachstum in den USA war branchenübergreifend, wobei die Sektoren Technologie, Finanzen und Energie zu den wichtigsten Treibern gehörten.

Europa (ohne Großbritannien) schüttete im ersten Quartal Dividenden in Höhe von 67,4 Mrd. US-Dollar aus, was einem Anstieg von 35,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser Anstieg wurde durch Währungs- und Timing-Effekte begünstigt. Die Schweiz war mit Ausschüttungen in Höhe von 27,3 Mrd. US-Dollar der größte Dividendenzahler des Kontinents, gefolgt von Dänemark mit 9,4 Mrd. US-Dollar.

Deutschland leistete größten Beitrag zu Rückkäufen in Europa

Deutschland zahlte im ersten Quartal 2026 Dividenden in Höhe von 7,5 Milliarden US-Dollar aus. Dies entsprach einem bereinigten Wachstum von lediglich 1,0%, verglichen mit einer Gesamtwachstumsrate von 26,4%. Die Diskrepanz zwischen Gesamt- und bereinigtem Wachstum war ausschließlich auf Wechselkurs- und Timing-Effekte zurückzuführen. Bei Letzteren spielte Siemens Energy AG eine entscheidende Rolle, da sie im ersten Quartal erstmals seit 2022 wieder eine Dividende ausschüttete. 

Weitere wichtige Faktoren für das Wachstum in Deutschland waren Siemens AG, die ihre Dividende pro Aktie von 5,20 Euro auf 5,35 Euro erhöhte, sowie deren Tochtergesellschaft Siemens Healthineers, die ihre entsprechende Ausschüttung von 0,95 Euro auf 1,00 Euro anhob.

Deutschland leistete im ersten Quartal 2026 mit 6,3 Milliarden US-Dollar den größten Beitrag zu europäischen Aktienrückkäufen. Dies entsprach fast einem Drittel des regionalen Gesamtvolumens (33,1%).

Der Finanzsektor führt bei Auszahlungen, während KI-Investitionen Grundstoffe stützen

Mit Ausschüttungen in Höhe von 90,8 Mrd. US-Dollar trug der Finanzsektor im ersten Quartal weiterhin am stärksten zu den weltweiten Dividenden bei. Der Sektor war mit Rückkäufen im Wert von 110,7 Mrd. US-Dollar auch führend bei den weltweiten Aktienrückkäufen und machte damit mehr als ein Drittel des Index-Gesamtvolumens aus.

Der Rohstoffsektor verzeichnete das stärkste Dividendenwachstum aller Branchen, wobei die Ausschüttungen im Betrachtungszeitraum um 47,1% stiegen. Dies ist auf die erhöhte Nachfrage nach kritischen Mineralien wie Kupfer und Lithium zurückzuführen – wichtige Rohstoffe für Rechenzentren, Halbleiter und KI-Infrastruktur.

Die Technologiebranche spielte auch weiterhin eine zentrale Rolle bei der Aktionärsrendite. Der Sektor schüttete im ersten Quartal Dividenden in Höhe von 43,7 Mrd. US-Dollar aus und führte Aktienrückkäufe im Wert von 66,6 Mrd. US-Dollar durch – ein Beleg für die anhaltende Bedeutung der großen Technologieunternehmen für die weltweiten Kapitalrenditen.

Bessere Aussichten für Dividenden, Rückkäufe dürften jedoch zurückgehen

Janus Henderson prognostiziert für 2026 ein weltweites Dividendenwachstum von 8,3%, nach 6,8% im Jahr 2025. Im Gegensatz dazu dürften die weltweiten Aktienrückkäufe in diesem Jahr um 1,1% zurückgehen, nachdem sie 2025 um 6,1% gestiegen waren.

Der Ausblick für Dividenden wird weiterhin durch robuste Gewinne gestützt. Janus Henderson sieht jedoch in längerfristig höheren Zinsen, geopolitischen Risiken und dem Druck auf konsumnahe Branchen weiterhin erhebliche Risiken. Aktienrückkäufe dürften eher zyklisch verlaufen und den Unternehmen Flexibilität bieten, falls sich die Rahmenbedingungen verschlechtern sollten.

Jane Shoemake, Client Portfolio Manager im Global Equity Income Team bei Janus Henderson, sagt: „Angesichts eines offenbar zunehmend unsicheren makroökonomischen Umfelds war die Stärke der Unternehmensgewinne weltweit überraschend. Solche Gewinne führen fast immer zu höheren Dividenden – und genau das beobachten wir derzeit in zahlreichen Branchen und Regionen.

Aktienrückkäufe ergänzen das Bild um eine weitere Dimension. Das absolute Rückkaufvolumen ist nach wie vor beträchtlich und liegt weitgehend auf dem Niveau der Dividenden im ersten Quartal. Der leichte Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum zeigt jedoch auch, warum sie unterschiedlich bewertet werden sollten. Dividenden sind in der Regel langfristige Entscheidungen des Vorstands, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Aktienrückkäufe hingegen sind eher diskretionärer Natur und unterliegen konjunkturellen Schwankungen. Somit bleiben Dividenden ein stärkeres Zeichen des Vertrauens, während Aktienrückkäufe als flexiblerer Puffer dienen.“

www.fixed-income.org

 

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