Portfolio-ETFs gewinnen unter deutschen Privatanlegern zunehmend an Bedeutung, da die Nachfrage nach einfachen, breit gestreuten Anlagelösungen wächst. Eine Studie von extraETF, in Auftrag gegeben von BlackRock, mit dem Titel „The Rise of Portfolio ETFs in Europe" zeigt, dass 39,5% der befragten deutschen Privatanleger bereits Portfolio-ETFs besitzen, während weitere 32,4% eine Investition aktiv in Erwägung ziehen. Anleger nutzen Portfolio-ETFs sowohl für Einmalanlagen als auch für regelmäßige Sparpläne.
Auch das verwaltete Vermögen (AuM) der Portfolio-ETFs unterstreicht die wachsende Bedeutung dieser Kategorie. Die von extraETF erfassten Portfolio- ETFs verwalten mittlerweile ein Vermögen von mehr als 5,5 Milliarden Euro (Stand: 07.08.2026), wobei sich rund drei Viertel des gesamten Marktvolumens auf die fünf größten Produkte konzentrieren.
Portfolio-ETFs kombinieren verschiedene Anlageklassen wie Aktien und Anleihen innerhalb eines einzigen börsengehandelten Fonds. Sie sind darauf ausgelegt, Anlegern über ein einziges Produkt Zugang zu einem breit diversifizierten Portfolio zu verschaffen und dabei gleichzeitig von der Transparenz, Kosteneffizienz und einfachen Handelbarkeit von ETFs zu profitieren.
Diversifikation treibt die Akzeptanz bei Anlegern
Ein wesentlicher Vorteil ist die breite Streuung über mehrere Anlageklassen hinweg, die von 68% der Befragten genannt wird; 42% nennen das automatische Risikomanagement1 als entscheidenden Faktor, während 36% die zusätzliche Risikominderung1 hervorheben. Ein Drittel der Befragten schätzt es besonders, dass sie ihre Portfolios nicht regelmäßig neu ausrichten (Rebalancing) müssen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Anleger zunehmend nach einfachen, professionell gemanagten Portfoliolösungen suchen, die dabei helfen, häufige Fehler wie eine unzureichende Diversifikation oder emotional getriebene Anlageentscheidungen zu vermeiden.
Hohe Sparraten bei Portfolio-ETF-Anlegern
Anleger nutzen Portfolio-ETFs auf unterschiedliche Weise. Rund 31% der Anleger nutzen Sparpläne, während weitere 29% Sparpläne mit Einmalanlagen kombinieren. Besonders bemerkenswert ist die Höhe der monatlichen Einzahlungen: 28% der Anleger in Portfolio-ETFs investieren monatlich mehr als 500 Euro. Insgesamt investieren fast drei Viertel der Nutzer von Sparplänen mindestens 100 Euro pro Monat.
Die Zufriedenheit der Anleger ist hoch
Die Nutzerzufriedenheit ist bemerkenswert hoch. Insgesamt 82,7% der Anleger würden Portfolio-ETFs weiterempfehlen, während nur rund 4% dies nicht tun würden. Diese hohe Weiterempfehlungsrate zeigt, dass Portfolio-ETFs den Nutzern einen konkreten Mehrwert bieten und die Erwartungen vieler Anleger erfüllen.
Eigenverantwortliches Investieren erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit
Trotz wachsender Bekanntheit und Akzeptanz zögern einige Anleger, Portfolio- ETFs in Betracht zu ziehen. Für 52,8% der Nichtnutzer ist der Hauptgrund, dass sie es vorziehen, ihre Portfolios selbst zusammenzustellen. Weitere 23% der Befragten halten Portfolio-ETFs für zu teuer, während 17% angeben, nicht ausreichend über die Produkte informiert zu sein. Mit Blick auf die Zukunft haben Anleger klare Erwartungen: 59% wünschen sich niedrigere Gebühren, 39% erwarten mehr Transparenz von den Anbietern und 31% wünschen sich eine breitere Produktpalette.
Erhebliches Potenzial bei jüngeren Anlegern
Im Rahmen der Studie wurden vorwiegend erfahrene und vermögende Anleger in Deutschland befragt. Rund 60% der Teilnehmer sind älter als 55 Jahre, und mehr als ein Drittel verfügt über ein investierbares Vermögen von über 250.000 Euro.
Zugleich weisen die Ergebnisse auf eine potenzielle Wachstumschance bei jüngeren Anlegern hin. Indem sie einen einfachen und kostengünstigen Einstieg in das diversifizierte Anlegen bieten, könnten Portfolio-ETFs eine sinnvolle Alternative zum eigenständigen Portfolioaufbau darstellen–insbesondere für diejenigen, die noch am Anfang ihres Anlagewegs stehen.
Markus Jordan, Gründer und CEO von extraETF, kommentiert: „Die Ergebnisse zeigen, dass Portfolio-ETFs ihr Nischendasein hinter sich gelassen haben. Besonders bemerkenswert ist, dass selbst erfahrene ETF-Anleger diese Produkte zunehmend als zentralen Baustein ihres Portfolios nutzen. Gleichzeitig sehen wir erhebliches Wachstumspotenzial bei jüngeren Anlegern, die einen einfachen und strukturierten Zugang zu den Kapitalmärkten suchen."
Manuela Sperandeo, Co-Head of European iShares bei BlackRock, ergänzt:
„Unser Ziel ist es, das Investieren einfacher und zugänglicher zu machen. Portfolio-ETFs helfen Menschen, mit einer einzigen Anlage eine hohe Diversifikation zu erreichen. Sie verbinden den Komfort, den Anleger sich wünschen, mit der Transparenz und Kosteneffizienz, die sie von ETFs erwarten, und unterstützen sie zugleich dabei, investiert zu bleiben und ihre langfristigen Ziele im Blick zu behalten."
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
78,2% kennen Portfolio-ETFs
39,5% investieren bereits in Portfolio-ETFs
32,4% ziehen eine Investition in Erwägung
68,0% nennen Diversifikation als zentralen Vorteil
82,7% würden Portfolio-ETFs weiterempfehlen
27,9% der Sparplan-Nutzer investieren mehr als 500 Euro pro Monat
52,8% der Nicht-Nutzer stellen ihr Portfolio lieber selbst zusammen
59,1% wünschen sich niedrigere Gebühren
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