PIMCO-Ökonomin Tiffany Wilding kommentiert die anstehende Fed-Sitzung, die aktuellen Inflationsdaten sowie den Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt:
Für Warsh geht es nicht nur um die Verbesserung der Inflation an sich, sondern auch darum, wie schnell das geschieht. Im Vergleich zu den bisherigen Äußerungen der anderen FOMC-Vertreter setzt Warsh damit die Messlatte deutlich höher an.
Risikominimierung durch Zinserhöhung?
Sollte die Fed die Zinsen anheben, dann um dem Risiko steigender Inflationserwartungen entgegenzuwirken. Denn die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung waren zuletzt sehr gemächlich.
Es besteht kein Anlass anzunehmen, dass das FOMC durch Zinserhöhungen zusätzlichen wirtschaftlichen Spielraum schaffen muss. Das gilt insbesondere für den Arbeitsmarkt, der aus unserer Sicht nicht die Ursache des Inflationsproblems ist. Ein geduldiger Ansatz bleibt daher weiterhin gerechtfertigt. Dafür sprechen auch die jüngsten ermutigenden Daten.
Kevin Warshs Rede in Jackson Hole war von einem ausgesprochen restriktiven Ton geprägt und stellte wohl das bislang deutlichste Signal dafür dar, dass die Federal Reserve eine weitere geldpolitische Straffung in Erwägung zieht.
PCE-Inflation trotz Verbesserung noch immer entfernt vom Ziel
Sowohl unsere Prognosen als auch die Konsensprognosen für die PCE-Inflation zum Jahresende 2027 liegen seit Juni im Bereich von 2,4% bis 2,5% – eine deutliche Verbesserung gegenüber dem aktuellen Niveau von 3,3%, aber noch keine vollständige Rückkehr zum Zielwert.
Wir bezweifeln, dass der im August veröffentlichte Verbraucherpreisindex – die letzten Inflationsdaten vor der FOMC-Sitzung im September – den Ausblick wesentlich verändern wird.
Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich die Kerninflation in den kommenden Monaten abschwächen wird. Das derzeitige Niveau der Core-PCE-Inflation dürfte sich als vorübergehende Abweichung erweisen und wieder nachlassen, während vom Arbeitsmarkt weiterhin kein nennenswerter Inflationsdruck ausgeht.
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